Gesandter Israels Ilan Mor: Es gibt keine Blockade!

Welcher Frechheit man sich bedienen können muss, um – wie der Gesandte Israels Ilan Mor im Deutschland Radio – zu behaupten, dass Israel den Gaza-Streifen nicht blockieren würde.. Er konkretisiert das wie folgt:

Solange die Hamas dort die Kontrolle haben, werden wahrscheinlich die 1,5 Millionen Palästinenser nicht 100 Prozent in der Lage sein, alles zu bekommen. Ich möchte etwas sagen, und zwar: es gibt keine Blockade. Es gibt Einschränkungen. Jede 24 Stunden werden diese Einschränkungen auf die Probe gestellt, gecheckt und bei Bedarf, wenn es die Sicherheitslage leistet, werden wir mehr und mehr Lebensmittel, Medikamente, fast 100 Prozent liefern können oder erlauben.

Das ist doch nett, oder? Der Tropf, an dem der Gaza-Streifen hängt, ist eben nicht immer verschlossen. Und um diesen ein Stückchen weiter zu öffnen, verlangt man ja nur, dass die Palästinenser ihre demokratisch gewählte Regierung stürzen. Das kann doch nicht zu viel verlangt sein…

Unterdessen ist die Land-, See- und Luftblockade weiterhin aktiv. Die Landblockade ist durch die praktische Schließung der Grenze nach Ägypten – durch israelischen, europäischen und US-Druck – und die tropfenförmige Öffnung einzelner Grenzpunkte nach Israel vollzogen. Die Luftblockade besteht aus einer demonstrativ zur Schau gestellten Lufthoheit Israels über den Gaza-Streifen und der Zerstörung des einzigen durch europäische Hilfsmittel gebauten Flughafens. Die Seeblockade ist am besten durch die Kaperung des mit Hilfslieferungen beladenen Schiffs “Spirit of Humanity” demonstriert. Außerhalb israelischer Gewässer wurden die Menschenrechtler festgenommen und die Ware an Bord – Medizin, Nahrung und Olivenbäume – beschlagnahmt. Nun sitzen diese Menschen in israelischer Haft.

Die Berichterstattung über das Boot “Spirit of Humanity” in deutschen Medien bleibt bis auf einige Randerscheinungen aus, obwohl UN-Experten inzwischen von einem Verbrechen sprechen. Die Tagesschau scheint bis heute nichts von dieser Verhaftung zu wissen. In internationalen Blättern sieht es nicht viel besser aus – auch da sind es selten größere Medien, die darüber berichten.

Auch im Deutschland Radio beharrt der Interviewer Christoph Heinemann nicht auf die Frage nach dem Schiff und warum es gekidnappt wurde. Anbei eine Audiobotschaft der inhaftierten früheren US-Senatorin Cynthia McKinney:

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