Vier Gründe, nicht für diese Moschee zu spenden..

Ein Youtube-Video ruft dazu auf, dass man für eine Moschee in Hannover spenden soll. Genauer gesagt soll ein Gebäude in der Kornstr. 25 in der Nordstadt aufgekauft werden, um es als Gebetsräumlichkeiten für Muslime zu nutzen. Das Gebäude wird derzeit auch schon als Moschee benutzt und das Video wurde in den Räumlichkeiten gedreht. Der Aufruf kommt von Pierre Vogel, der vor Kurzem wohl einen Vortrag in der Moschee gehalten hat. 60.000 € – das ist der Restbetrag, der eingesammelt wird – sollen innerhalb von 14 Tagen zusammen kommen. Den Gesamtbetrag nennt Pierre Vogel nicht, allerdings habe ich gehört, dass sich dieser auf etwa 300.000 € beläuft1.

Als Grund, warum nun ausgerechnet dieser Moschee das rare Geld für gute Zwecke2 zukommen soll, nennt Pierre Vogel im Video lediglich die Behauptung, dass ansonsten “evangelikale Christen” das Gebäude kaufen würden. Hier sind vier Gründe, warum man hoffen sollte, dass das Geld nicht zusammen kommen sollte und warum man selbst sein Geld nicht darin verschwenden sollte:

  1. Das in Frage kommende Gebäude ist in schlechtem Zustand. Der derzeitige Verein “Deutschsprachiger Muslimkreis e.V.” ist nicht der erste muslimische Verein in diesen Räumlichkeiten – ganz im Gegenteil, das Gebäude hat eine sporadisch unterbrochene Tradition als Gebetsstätte. Bislang war es immer vermietet und jeder mir bekannte dort hausende Verein bislang hatte den Willen, die Räumlichkeiten zu kaufen und hat sich dann angesichts der Nachteile des Gebäudes anders entschieden und diese an einen anderen muslimischen Verein “weitervererbt”3.

    Ich kenne noch Leute aus dem Vorstand des vorletzten Betreibervereins, die sich immer über horrende Nebenkosten beschwert hatten, da das Gebäude im Winter Wärme an die Umwelt strahlt, als würde es umliegende Obdachlose miterwärmen wollen4. Die Strominstallationen sind ebenfalls seit Jahren renovierungsbedürftig. Der Vermieter hatte wohl in der Laufzeit des Vormieters einiges renoviert, allerdings bezweifle ich stark, dass sich dadurch Grundlegendes geändert hat.

  2. Moscheen in der Hannoverschen Nordstadt

    Moscheen in der Hannoverschen Nordstadt

    Es gibt keinen zusätzlichen Bedarf an Moscheen. Nur knapp 100m neben dem Gebäude Kornstr. 25 gibt es auf derselben Straßenseite das Gebäude Kornstr. 35, das ebenfalls eine Moschee darstellen soll. Diese hat – bei allen Defiziten, die der derzeitige Vorstand der Moschee aufweist – genügend Räumlichkeiten, die sich auch sehr gut für das gemeinschaftliche Gebet eignen. Obwohl auch dieses Gebäude inzwischen renovierungsbedüftig ist, so hat es Potential zum Wachsen (eine zusätzliche Etage ist denkbar) und hat vor allem den Vorteil, dass es bereits als Eigentum – frei von jeglichen Schulden – von einem Verein verwaltet wird. Warum es einer zweiten Moschee in der selben Straße bedürfen sollte, ist nicht verständlich.

    Mithin ist die Nordstadt voll mit Moscheen – in einem Umkreis von einem Kilometer sind da etwa neun Moscheen zu finden5, während in anderen Stadtteilen – etwa Sahlkamp, Südstadt oder Döhren – keine einzige Moschee zu finden ist.

  3. Standbild aus dem Spendenaufruf

    Standbild aus dem Spendenaufruf

    Andere Religionsgemeinschaften dürfen ebenfalls Gebäude erwerben. Ob die Ansage bezüglich der Evangelikalen wahr ist oder nicht spielt fast keine Rolle. Tatsächlich hört sich die “Androhung” für mich unglaubwürdig an, dass Evangelikale das Gebäude kaufen möchten, vor allem da ich sie schon vor einer Weile mit derselben Dringlichkeit gehört hatte.

    Unabhängig davon halte ich nichts von der von Pierre Vogel bezogenen Position in Bezug auf die Gefahr durch den Kauf des Gebäudes durch Evangelikale. Natürlich sollte es auch Evangelikalen grundsätzlich erlaubt sein, Gebäude für eigene Zwecke zu erwerben und in diesem Rahmen für ihren Glauben zu werben, wenn es ihnen beliebt – nichts anderes macht er ja selbst!

    Außerdem muss auch Pierre Vogel und dem Vorstand der Moschee klar sein, dass eine evangelikale Gemeinde ein anderes Gebäude in der Umgebung suchen müsste, falls es dieses nicht bekommen sollte. Wird er dann auch das von den Evangelikalen angestrebte Gebäude zum Spendenbasierten Kauf bewerben? Oder verfällt er etwa ebenso wie die evangelische Bischöfin Margot Kässmannn in einen stumpfen Symbolismus, wenn es darum geht, das Gebäude der eigenen Religionsausübung an eine andere Religionsgemeinschaft zu verkaufen?

  4. Für ein Moscheegebäude sollte die Gemeinde vor Ort selbst aufkommen. Ich bin allgemein der Überzeugung, dass nur die Gemeinde selbst für die Kosten einer Moschee verantwortlich sein sollte. Wenn das nicht der Fall ist, dann hat man vielleicht Steine gekauft, aber das macht noch lange keine Moschee aus. Hier einige alte Gedanken dazu. Immer wieder ist zu beobachten, dass Moscheegemeinden, die klein anfingen und sich zusammen durch einen langwierigen Existenzkampf durchkämpfen mussten sehr viel aktiver und stabiler sind als Schnellschuß-Moscheen, die den eigenen “Erfolg” nicht verkraften können.

Ich hoffe, diese Worte helfen dem ein oder anderen, von einer Spende für diese Moschee abzusehen. Wer zu viel Geld hat, der kann dieses ja gerne in Hilfsorganisationen stecken, die bei Bedarf auch Moscheen bauen, aber vor allem Schulen, Krankenhäuser u.a. in Angriff nehmen.

  1. Diese “Information” ist in keinster Weise fundiert. Bitte nicht weiterzitieren.[]
  2. Man frage einfach mal bei den Hilfsorganisationen nach..[]
  3. Die Vererbung ist keineswegs als aktive Tat zu verstehen.[]
  4. Der Vollständigkeit halber: Es gibt in der Umgebung keine Obdachlosen[]
  5. die meisten als Eigentum der jeweiligen muslimischen Vereine[]

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Comments

  • By zwiebel, 25. Juni 2009 @ 21:11

    salam omar, ich kann deinen gedanken nur zustimmen. insbesondere dem vorschlag, dass das geld von der gemeinde selbst kommen sollte bzw. organisiert werden sollte. dann haben die spender auch eine art von mitbestimmungsrecht, was mit der moschee dann passiert oder eben nicht passiert. ansonsten bekommt irgendein vorstand viel geld, um sich eine moschee nach seinen eigenen vorstellungen (die natürlich der “wahre islam” sind) zu basteln ….

    so geschehen in einer anderen moschee, wo die frauen, die für den kauf der msochee auch gespendet haben, heute nicht mal mehr die küche mitbenutzen dürfen……. traurig!

    salam

  • By Schwesterlein, 6. Juli 2009 @ 02:58

    Salamualaikum

    Subhanallah wir leben in einem Nicht islamischen Land und wollen
    Menschen anderen Glaubens verbieten Räumlichkeiten zu besitzen?
    Keinerlei Respekt ..tut mir leid wenn ich so reagiere aber dieser Herr Vogel hat einen heftigen Höhenflug !!
    Es wird so viel Sadaka gebraucht für Arme Menschen und man kann so viel Helfen subhanallah
    Ich will keinem zu nahe tretten aber langsam hab ich das Gefühl
    hier geht es um Sammlung von Trophäen diesmal ist es keine Konvertierung sondern eine Moschee

  • By Hamwiede-Fan, 11. Juli 2009 @ 17:29

    “Es gibt keinen zusätzlichen Bedarf an Moscheen”:

    Aber Oma, was sind das denn für Töne?

    Unterstützt du denn nicht die weitere Unterwanderung im Namen deiner “Dschihad- und Weltbeglückungssekte”?

  • By Schwesterlein, 12. Juli 2009 @ 01:24

    @Hamwiede-Fan

    Immer wieder Interessant was Leute wie Du unter Dschihad verstehen und damit bei jedem 2. Wort umsich schmeissen nur
    um sich mehr oder weniger mitzuteilen ohne Sinn und Ziel.

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