Ein protokollarischer GAU oder eine polit-mediale Sau?
Dass nun auch in Deutschland über die Ethik der Nutzung von Twitter und Konsorten im Rahmen von offiziellen Anlässen und Parlamentssitzungen diskutiert wird, deutet wieder einmal auf eine zeitverschobene Übertragung diverser Diskurse aus den USA hin. Ich bin persönlich der Meinung, dass die Diskussion im Parlament nur wenig zu suchen hat und dass es kein großes Problem darstellt, wenn Menschen während, vor einer offiziellen Ankündigung oder ihr zuvor kommend die Ereignisse kommentieren1.
Dabei ist es eigentlich egal, ob sich derjenige aus Jux und Tollerei oder aus einem Bewusstsein des integeren Berichterstattens oder Demokratisierung einer überaus undemokratischen Wahl entscheidet, über diese vorzeitig zu berichten. Ulrich Kelber hatte über Twitter vorzeitig2 das Wahlergebnis zum Bundespräsidenten bekannt gegeben.3 Dazu meint Peter Ramsauer
Ich habe für solche Dinge keinerlei Verständnis, weil es letztlich auch irgendwo die Würde des Parlaments untergräbt.
Würde des Parlaments? Da kenne ich andere Vorgehen, die die Würde des Parlaments untergraben. Dabei geht es meist um inhaltliche Auseinandersetzungen, die in persönliche Streitereien ausarten. Es geht da auch um leere Parlamente und korrupte oder zumindest inkompetente Parlamentarier – das untergräbt nämlich nicht nur die “Würde” des Parlaments, sondern auch die Legislative dieses Landes schlechthin.
- und ich bin absolut kein Twitter-Versteher![↩]
- also vor der offiziellen Bekanntmachung[↩]
- Kelber selbst sagt dazu: “Ich liebe das Internet“[↩]
Keine relevanten Beiträge.
Comments
Noch keine Kommentare.
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI
