Islamophobie und die Inhaftierung von Hicham Yezza

Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Craig Murray, den ich mit seiner Erlaubnis übersetzen durfte.

Im Mai 2008 wurde Hicham Yezza, ein Informatiker an der Nottingham Universität, in einer weithin bekannt gewordenen Anti-Terror-Razzia zusammen mit dem Studenten Rizwaan Sabir verhaftet. Sie hatten Al-Qaida-Materialien von der Internetseite des US-Verteidigungsministeriums als Teil der akademischen Ausarbeitung über Terrorismus von Sabir heruntergeladen.

Schändlicherweise wurden sie von der Nottingham-Universität der Polizei gemeldet. Der Verzicht von Britischen Universitäten auf die Idee der akademischen Unabhängigkeit ist eines der unbesungen Tragödien unserer jüngsten Geschichte. Unsere Universitäten sind zu Fließbandfabriken geworden, die eine zunehmende Anzahl an “beruflich ausgebildeten” Absolventen in einen Markt einliefern, der mit weit weniger Berufen für Hochschulabsolventen aufwarten kann, als Nachfrage vorhanden ist. Die vorhandene Forschung, die noch betrieben wird, wird nicht mehr an ihrer Auswirkung auf das menschliche Wissen, sondern lediglich an Staatskonzepten wie ökonomischen und sozialen Auswirkungen gemessen.

Um als hilfreich für die Regierung gesehen zu werden, hat die Nottingham Universität in ihrer Panik die beiden Muslime ausgeliefert, vermutlich aus folgender Überlegung heraus: Wenn du einen Terroranschlag verüben möchtest, wirst du dies durch die offene Forschung über Terrorismus an der Universität am besten verdecken können.

Tatsächlich kann ich mich an keinen Fall erinnern, in dem ein Terrorist eine ordentliche Qualifikation im Thema “Terrorismus” von einer Britischen Universität erhalten hätte. Sicherlich sollte die Regierung dies zu beheben versuchen, wenn man sich ihre Besessenheit von “beruflicher Bildung” als Zweck einer Universität vor Augen führt?

Die lächerliche Natur der Verhaftungen wurde schnell offensichtlich, selbst für die Polizei von Nottinghamshire und nach sechs unangenehmen Tagen in Zellen und der dauerhaften Zerstörung ihres Rufs wurden die Männer freigelassen. Bis heute gab es schändlicherweise keine öffentliche Entschuldigung der Nottingham-Universität.

Genauso wie mit der gesichtswahrenden “Entdeckung” von Kinderpornographie auf dem Computer des unschuldigen “Terrorverdächtigen”, den die Polizei in Leyton erschossen hatte, sieh’ da, fand die Nottinghamshire Polizei heraus, dass Yezza doch noch ein Krimineller war. Er war ein illegaler Immigrant!

Yezza wurde nun neun Monate eingesperrt, um die “Umgehung einer Vollstreckungsaktion durch betrügerische Mittel zu sichern”. Da er an der Nottingham-Universität unter dem eigenen Namen gearbeitet und studiert hat, ist der Betrug nicht offensichtlich. Unabhängig davon ist eine formale Gefängnisstrafe für einen illegalen Immigranten in diesem Staat ziemlich unüblich. Yezza war nicht Teil des kriminellen Untergrunds und hätte er sich ordentlich angemeldet, wäre sein Aufenthaltsstatus in aller Wahrscheinlichkeit legalisiert worden. Es ist sehr schwierig zu glauben, dass die Richter nicht durch die ursprüngliche Terrorismus-Verleumdung motiviert waren. Dies muss als weiteres frappierendes Beispiel für Islamophobie in diesem Staat in die Geschichte eingehen.

Die Regierung weigert sich die Zahl der illegalen Immigranten in Groß-Britannien bekannt zu geben. Akademische Schätzungen neigen zu einer Zahl um die 800.000. Es ist genereller Konsens, dass rund 1/25 der Londoner illegale Immigranten sind. Durch meine professionelle Erfahrung im Umgang mit Immigranten und enge persönliche Beziehungen zu einer Anzahl an Migranten-Communities, neige ich dazu, die Zahl weit höher zu schätzen, etwa bei 1,5 Millionen. Aber selbst mit den niedrigeren Schätzungen, könnte man sich vorstellen, was für ein Chaos entstehen würde, wenn wir anfingen, jeden illegalen Immigranten für neun Monate einzusperren? Die Aussonderung von Yezza ist eine himmelschreiende Schikane.

Craig Murray ist früherer Britischer Botschafter Usbekistans, der dort miterlebt hatte, wie Menschenrechtsverletzungen des diktatorischen Karimov-Regimes von Westmächten gedeckt wurden. Er wurde deshalb 2004 – nachdem er mehrfach eine Änderung dieser Politik gefordert hatte – aus dem Dienst entlassen. Auf seiner Internetseite gibt er Analysen und Kommentare zu aktueller Politik in Groß-Britannien.

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  2. Unser Guantanamo

Comments

  • By Katrinchen Klausingk, 17. März 2009 @ 23:43

    “… ist eines der unbesungen Tragödien …”:

    Wenn schon, dann “ist einE der unbesungenEN Tragödien”. Als Akademiker hätte ich von dir eine bessere Beherrschung der deutschen Grammatik erwartet.;)
    Vielleicht etwas weniger oft das Näschen in den unheiligen Koran stecken – und dafür ein paar Basisgrammatikübungen machen.

    P.S.: Die Briten sollen Kafir Yezza mal zur Erholung z. B. in das Örtchen HAMWIEDE in der Lüneburger Heide schicken – am besten begleitet von einer Frau mit Kopfverband (nach der Gehirnamputation?). Dort soll es für Mohammedaner ganz besonders beschaulich sein, hab ich mal irgendwo gelesen.;)

  • By Andreas, 18. März 2009 @ 13:45

    @ Katrinchen – islamophobe Trollerei.

  • By annett, 18. März 2009 @ 23:36

    Biete da einen qualifizierten Integrationskurs an, Kontakt mit Muselmännern/-frauen leider nicht ganz ausgeschlossen. Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen sie das Ministerium des Innern.

  • By Tekays, 4. April 2009 @ 12:39

    Kein Mumm für ´nen eigenen Namen. Wie krank und kleinkarrriert bist du denn?!

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