Razzia gegen Terroristen - Zeilenende!
Leserbrief von Claudia Karas zum Artikel “Razzia gegen Terroristen” in der Frankfurter Rundschau vom 15. Juni 2005
VerdachtZu: Razzia gegen Terroristen (FR Nachrichten vom 15. Juni)
Mit der Überschrift “Razzia gegen Terroristen” befindet sich die FR im Einklang mit der Schily’schen Antiterrorpolitik, die Araber und Muslime unter Generalverdacht stellt. Denn laut Generalbundesanwalt Nehm: “Hinweise auf Anschlagsvorbereitungen in Deutschland (gegen drei mutmaßliche Unterstützer) gibt es nicht”. und das Ergebnis der gleich mit durchsuchten 24 Wohnungen dringt nicht mehr an die Öffentlichkeit, sollte diese - wie schon vorherige Polizeirazzien gegen Araber und Muslime - ergebnislos verlaufen.
Claudia Karas, Frankfurt a.M.
Antwort:
Zugegeben: Die Überschrift hätte genau heißen müssen: Razzia gegen Terrorverdächtige. Als Autorin des Artikels bin ich zwar für Überschriften nicht zuständig, damit will ich mich nun aber nicht rausreden. Überschriften sind aus zwingenden Layout-Gründen kurz, und da kommt es dann manchmal zu (schiefen) Zuspitzungen. Wir werden darüber nachdenken, wie sich das verbessern lässt.
Es stimmt, dass man insbesondere bei Terrororverdacht nicht den Eindruck der Vorverurteilung erwecken sollte. Widersprechen muss ich allerdings der These, dass es in Deutschland überhaupt keinen Terrorismus gibt. Abdelghani Mzoudi wurde vergangene Woche freigesprochen und das Verfahren gegen Mounir Motassadeq läuft noch, wie Sie richtig schreiben. Aber wegen Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung Al Tawhid wurde am 26.11.2003 Shadi A. zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Vor dem Oberlandesgericht München läuft zur Zeit der Prozess gegen Lokan M.. Anklage: Mitgliedschaft in der irakischen terroristischen Vereinigung “Ansar Al Islam.”
Ursula Knapp, FR-Korrespondentin, Karlsruhe
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