Frauenbeauftragte: It’s not a real ministry, it’s just an office
Nawal Samarai war die erste (?) irakische Frauenbeauftragte – ein Job, der fast überall auf der Welt vor allem für den direkten Zweck der Anhebung der Frauenquote geschaffen wurde. In Irak ist man viel ehrlicher als in den meisten anderen Staaten und deswegen stieß Frau Samarai schnell an die Grenzen dessen, was sie mit diesem Amt tatsächlich anstellen konnte, wie ein Artikel in der LA Times beschreibt:
“I tried. I tried hard, but every time I asked for authority they’d tell me it’s not a real ministry, it’s just an office,” the former parliament member said Monday, four days after submitting her resignation as minister of state for women’s affairs.
Der Sinn des Amtes1 war ja nur das Vorzeigen einer Vorzeigefrau, die mit einigen Dollars angelockt werden konnte und ein Büro besetzt, während sie Däumchen dreht.
“It’s not a real ministry,” said Nada Ibrahim, a Sunni Arab member of parliament. “It’s one room with a woman, no budget, no staff. It’s a trick.”
Ganz nebenbei wird auch der Unsinn der Errichtung der Green-Zone oder International Zone erwähnt. Diese schützt zwar Internationale und die irakische Regierung, ist aber gleichzeitig eine eindeutige Entstellung der Verhältnisse im Land. Damit leben Regierungsangehörige2 in einem irakischen Paralleluniversum, wo ihre Entscheidungen nicht von der Realität auf der Straße getragen sind.3 Für die Arbeit der Frauenbeauftragten hieß dieser Einschluss in der International Zone zusammen mit dem Fehlen einer Mannschaft praktisch, dass sie denjenigen, denen sie helfen sollte, nicht helfen konnte. Da sie darüber hinaus keine Mittel gestellt bekam, blieb ihr nichts anderes übrig, als mit Nichtregierungsorganisationen zusammen zu arbeiten und sie um Gelder zu bitten – immerhin ein Zeichen dafür, dass sie versucht hat, ihre Arbeit gewissenhaft zu erledigen.
Samarai in September appealed for funds for programs to prevent destitute women from being recruited by insurgents. She also asked for money to open offices in provinces. Working without assistance from inside the International Zone, or IZ, kept her out of reach of most women, Samarai said Monday in an interview.
Her eyes glistened with tears as she described the frustration of confronting widows and not being able to offer them anything beyond promises that she would try to help. She found herself sitting in her small office appealing to nongovernmental organizations for money to launch the programs she had envisioned when she took the position in July.
“It’s shameful for me in Iraq, a rich country, to have to ask NGOs for money,” Samarai said.
Nun kehrt Frau Samarai zu ihrer Arztpraxis zurück, wo sie vor ihrer Berufung gearbeitet hatte. Wahrscheinlich kann sie dort mehr erreichen.
- entschuldigung, es ist ja nur ein “Büro”, kein Amt oder Ministerium[↩]
- und viele Reporter[↩]
- Im Prinzip kann Irak derzeit als eine Karikatur moderner Staaten gesehen werden[↩]
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Too Much Cookies Network » Frauenbeauftragte bietet Rückkehr zu ihrem Amt an — 10. März 2009 @ 09:00
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