Demonstration in Hannover gegen den Krieg in Gaza
Die Palästinensische Gemeinde Hannover ruft zur Demonstration gegen den Krieg im Gaza-Streifen auf. Unter dem Motto “Stoppt das Massaker in Gaza” werden sich die Demonstranten am Samstag, den 3. Januar 2009 um 14:00 am Opernplatz treffen und gegen das Massaker im Gaza-Streifen demonstrieren. Aus dem Ankündigungstext:
Wir fordern von der Bundesregierung sowie der Europäischen Union Druck auf Israel auszuüben, um eine sofortige Einstellung des Mordens zu erreichen.
Wir fordern die Einstellung jeglicher militärischer Hilfen für Israel und die sofortige Beteiligung Deutschlands an humanitären Hilfen für die notleidende Zivilbevölkerung in Palästina.
Wir wollen kommende Generationen nicht erzählen, dass wir weggeschaut haben
Wir demonstrieren für Frieden und Gerechtigkeit in Palästina, für Freiheit und Unabhängigkeit. Wir rufen alle friedliebenden Menschen auf, zahlreich mit uns auf die Strasse zu gehen.
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Comments
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By Osman, 2. Januar 2009 @ 23:06
Wir kämpfen für Frieden. Alle Menschen sollen es sehen und wir wollen Frau Merkel sagen, das sie nicht für Israel sprechen soll wenn von dort Verbrechen begangen werden. Frau Merkel und die Bundesregierung macht sich sonst schuldig, den Krieg unterstützt zu haben weil Israel sich so im Recht sieht, solange es von Deutschland keine Kritik für Verbrechen bekommt.
Was kann ein Kind für die Hamas, es ist unschuldig.
By Bilgen, 3. Januar 2009 @ 15:58
Die meisten gehen schon von der Demo nach hause wenn sie kalte Füsse kriegen. Aber in Palästina sterben jeden Tag Menschen. Unter ihnen sind viel unschuldige Kinder. Sie werden aber sofort ins Paradies kommen. Aber was ist mit uns, unterstützen wie die Umma wie es sein soll? Mit dickem Bauch ein Fähnchen hochhalten und dazu singen reicht nicht!
By shirin, 6. Januar 2009 @ 18:12
wann ist die nächste demo in hannover ?
By Hanifa, 7. Januar 2009 @ 08:36
am 10.1.09 um 14:30 ist die nächste Demo.
By shirin, 7. Januar 2009 @ 18:07
und wo also wo in hannover ?
By aSDASDF, 8. Januar 2009 @ 07:08
am besten geld für gaza spenden.
es gibt so viele organisationen dafür
By israel, 8. Januar 2009 @ 19:11
wenn es euch nicht gefällt, wie die palästina lebt, GEHT nach GAZA. Was tut ihr hier, während Plästinenzer bombardiert werden???
Ihr seid hier, weil hier gemütlich und warm ist. Ihr seid hosensch***er…
was demonstration angeht, das könnt ihr gerne machen, bring nicht sehr viel!!! wir werden siegen…
By Hizbollah, 9. Januar 2009 @ 04:42
By israel was laberst du für ne Sch***se…?
ihr werdet siegen…?
HaHaHaHa aus welchen Planet kommst du du kleiner Hu****hn?
so wie ihr die klatsche im Jahr 2006 im Krieg Libanon bekommen und euch blamiert habt und auf allen vieren euch verpisst habt wie kleine H***e die ihre mamas suchen..
genau so wird es in Gaza sein du Hu*****hn…
ihr seid nichts habt euch im jahr 2006 voll blamiert die ganze Welt hat euch ausgelacht und gesehen wie ihr abgehauen seid wie H***e muhaha..
aber merke dir eins irgend wann kommt die Zeit ne und es wird überall auf der Welt Krieg geben mit uns überall auf eure Straßen..
ihr werdet wie köleine H***e euch verstecken aber wir werden euch finden ob es Deutscher,Engländer,Amrekaner sch***s egal wer wir nehmen euch so was von auseinnander lak wallah die Zeit wird kommen du Opfer bau dir jetzt schomal ein Bunker..
und noch was ich sehe keinen Sch***s Juden in Deutschland Demostrieren .wen doch dann sehe ich nur 10kleine H***e die irgend einen clown mütze auf den Kopf tragen hehe mit ihren lustigen bart an der seite das aus sieht wie schwänze im gesicht und rufen hilfeeeeee wie im jahr 2006 hahahahahaha
By Omar, 9. Januar 2009 @ 09:44
@”Hizbollah”: Jetzt hast du es ihm gegeben! Nicht nur durch deine direkte Gewaltandrohung und Hetze gegen Juden, sondern vor allem auch durch einen exzessiven Gebrauch von Schimpfwörtern! Ob er auch so viele Schimpfwörter verwenden kann wie du? Nein, du bist der ‘King’ im Beschimpfen, auch wenn du dich dabei vertippen und grammatikalischen Unsinn bauen musstest, weil dir wieder ein Tropfen Schaum vom Mundwinkel gefallen ist..
ich habe den Kommentar stehen gelassen, weil der Hass, der sich darin widerspiegelt (ähnlich wie im Kommentar von “israel”) demnächst hier Thema sein wird.
By muna, 11. Januar 2009 @ 22:16
wann ist die nächste Demo in hannover ? möchte gern dabei sein !
By muna, 11. Januar 2009 @ 22:23
ich bete jeden tag zu gott das es frieden geben soll. aber ich bete auch das gott uns hilft den Juden zu vernichten , ich hasse Israel , zur Hölle mit den Juden….
By hecki, 12. Januar 2009 @ 00:56
Liebe Muna, liebe Freunde
solche Kommentare bringen uns nicht weiter und wir machen uns nur unbeliebt in der Öffentlichkeit.
Diese barbarische Invasion in Gaza ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
ABER…. liebe Brüder und Schwester…..wir müssen intelligenter Handeln und Wirken!
Die beiden Demos waren nicht optimal. Es ist schon gut, dass wir überhaupt was machen. Wie oben erwähnt, verlassen die ersten die Demo schon nach wenigen Minuten weil sie kalte Füße kriegen.
Das ist aber nicht das schlimmste. Hier einige Punkte an alle Verantwortlichen und Mitwirkende:
1.) Achtet penibelst auf das, was auf der Demo gesungen oder gesagt wird.
Wir wollen die Öffentlichkeit für uns gewinnen und nicht die Zuschauer und Passanten “erschrecken”. Wir brauchen die Öffentlichkeit um Druck auf die Bundesregierung zu machen. Wir sind nicht in Kabul, nicht in Amman und nicht in Saida. Wir sind in Hannover und die mehrheitliche Bevölkerung ist selbstverständlich deutsch. Wie gehen nicht für unser “schlechtes Gewissen” und unsere “Pflicht” auf die Straße, sondern viel mehr weil wir etwas bewirken wollen.
Daher,
2.) Alle Sprüche und Parolen müssen in deutscher Sprachen verfasst werden.
3.) Ladet deutsche Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, und vor allem Politiker direkt ein! Politische Parteien und Gewerkschaften müssen angeschrieben und eingeladen werden.
4.) Es sollten gleich wohl palästinensische und mindestens genauso viele deutsche Flaggen zu sehen sein damit die Bevölkerung einen Wiedererkennungseffekt verspürt.
Alle anderen Flaggen sollten nicht unbedingt dabei sein. Und schon gar nicht die von in Deutschland verbotene Fahnen von Organisationen aus dem Nahen Osten. Wir müssen das Vertrauen der Polizei und der Sicherheitsbehörden für uns gewinnen. Das geht nur wenn wir uns gesetzestreu verhalten.
5.) Keine nach deutschem Recht volksverhetzenden Parolen skandieren. Das bringt nichts. Das macht uns nur unseriös und bringt uns in genau das Licht wo die Freunde Israels uns sehen möchten……Als radikale, faschistische, antijüdische, menschenfeindliche Islamisten.
Leute…..seid intelligenter als sie! Lasst dies nicht zu. Verbrennt keine Flaggen oder sonstiges.
“Takbir-Rufe” verstehen die Deutschen nicht….. also, sparen wir uns das fürs Gebet und für die Moschee. Aber nicht draußen auf der Straße! Das klingt für die sie fremd und vielleicht beängstigend. Gott weiß, dass wir Ihn lieben und verehren. Das weiß er bereits durch eure Dua und Gebete. Aber Gott gab uns auch ein Gehirn um gemeinsam nach den besten und intelligenten Möglichkeiten, um gegen Ungerechtigkeit zu agieren.
6.) Dasselbe gilt für die Reden der Verantwortlichen. Sie waren aus meiner Betrachtungsweise nicht besonders gut. Sie waren nicht wohl überlegt. Sie bewegen nicht die breite Masse. Es waren nicht genug Journalisten da….Radio, Fernsehen, Zeitungen……die müssen vorher eingeladen oder in Kenntnis gesetzt werden. Ich habe nicht viele gesehen! Also bringt eine Demo, ohne Medien absolut nichts. Morgen ist sie schon vergessen….weil keiner was mitbekommt. Keiner diskutiert, keiner debattiert, keiner regt sich auf…..usw.
Wenn keiner kommen sollte…..dann sollte man dies auch öffentlich erwähnen. Radio so und so, Fernsehsender so und so, Politiker der und der wurden eingeladen und sind nicht erschienen! So macht man nach und nach Druck. Hinterher Leserbriefe schreiben, dass wir unsere Stimme bei der nächsten Wahl nicht dem und dem geben werden. Dann publiziert man diese Infos im Netz…..und macht diese Briefe Google-such-fähig. etc. etc. etc. Es gibt viele Möglichkeiten, um Druck zu machen.
Aber so zu demonstrieren als wären wir in Kandahar….das bringt nichts. Nicht böse gemeint….aber hier müssen wir weiter an uns arbeiten. Ganz vehement muss unser Auftritt für das Wohl der unschuldigen Menschen in Gaza optimiert werden.
By muna, 12. Januar 2009 @ 14:26
hallo hecki . ich weiss das war nicht gut von mir zu sowas zu schreiben aber weisst du je mehr ich tote kinder und jungenliche im fernseher sehe, um so grösser wird der hass.
Es tut mir leid das ich sowas sage aber wirklich die tun mir verdammt leid. Gott schütze Palestina.
Noch eine frage hecki , das problem ist ich habe keine palestinänsiche fahne , wo bekom ich die her ???????
By Aysche, 12. Januar 2009 @ 15:09
hallo by hecki,
danke für deinen klugen Beitrag, du sprichst mir aus der Seele, auch ich habe gemeinsam mit Freunden die Demo verlassen weil ich mich dort nicht vertreten gefühlt habe. Die meisten gehen auf Abstand wenn unverständliche Parolen und Gebete gerufen werden. Ich möchte als Mensch unter anderem
- gegen den unmenschlichen Terror der Israelischen Führung
- gegen den Massenmord an unschuldigen Menschen
- gegen das erneute ….W e g s e h e n Deutschlands
- gegen die offensichtliche einseitige pro israelische
Meinungbildung der Medien, auf die Sraße gehen
und demonstrieren.
By Christian, 12. Januar 2009 @ 16:47
Hallo,
ob der zur Schau gestellten Naivität wollte ich kurz mal in die Runde fragen ob euch klar ist, dass eine dauerhafte Waffenruhe momentan ausschliesslich durch die Faschisten der Hamas blockiert wird, die sich nicht durchringen könnnen den Beschuss Südisraels aufzugeben? Kann ja eigentlich nicht so schwer sein?
Dann gibts auch keine toten Kinder mehr, leider leider, liebe Muna auch keine toten Juden, wäre aber doch trotzdem besser als immer Propaganda-Fotos?
Das wahre Problem eurer Demos ist, dass Ihr die Hamas-Jungs nicht nach Hause schickt und euch für einen echten Frieden aussprecht… auch bei dir “Hecki”, kein Wort ob du nun für Frieden bist oder einfach nur für ein besseres Image mit der selben Hamas-Zielsetzung der Vernichtung Israels.
Eigentlich Schade…
By Omar, 12. Januar 2009 @ 17:03
@muna: ich kann dir nur raten, deine Wut zu zügeln. Wenn die Aggression bei dir Aggression (auch noch pauschal gegen eine ganze Gruppe), dann hilft das nicht weiter. “Juden” sind sowieso nicht für Israel verantwortlich zu machen!
@hecki: Ich stimme auch zu. Wenn man weiß, wozu man demonstriert, dann wird man schnell zum Schluss kommen, dass man sich ruhige, gut und klar hörbare Sprechchöre in deutscher Sprache angewöhnen muss.
@Christian: Stimmt. Deine Annahme ist vollkommen falsch. Tatsächlich verweigert Israel weiterhin die Zustimmung zu einem Waffenstillstand. Das war zum Ende des Vorherigen nicht anders: Nicht nur hat Israel durch mehrmaligen Beschuss die Waffenruhe gebrochen, sondern es hat sich einer neuen Waffenruhenvereinbarung wiedersetzt. Die Hamas hatte eine Waffenruhe angeboten, mit der eine tatsächliche Aufhebung der Blockade verbunden ist (das war sowieso vorgesehen, aber von Israel nicht eingehalten). Außerdem hatte die Hamas gefordert, dass die Waffenruhe auch für das Westjordanland gilt. Da möchte Israel aber scheinbar mit gleichbleibender Geschwindigkeit morden. Also hat es den Vorschlag ausgeschlagen und versucht nun mit dem Massaker einen Waffenstillstand nach eigenem Belieben zu diktieren. Quelle dazu ist nicht nur der Artikel von Jimmy Carter, sondern auch der Artikel “Reigniting Violence: How Do Ceasefires End?” von Nancy Kanwisher.
Check your facts first!
By hecki, 13. Januar 2009 @ 01:25
@Christian: Es geht hier nicht um Menschen jüdischen Glaubens. Es geht um Menschen, die Anhänger einer Apartheid ähnlichen Ideologie angehören.
Wir, Christen, Muslime und Juden sind gegen das barbarische Vorgehen seitens der israelischen Armee. Es geht nicht um “Hass” oder sonstiges, wie du es gern darstellen möchtest. Es geht um eine unmissverständliche Greueltat und gegen ein menschenverachtendes Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Wir heißen explizit auch das Vorgehen der Hamas als nicht rechtmäßig.
Dennoch ist der Staat Israel, ein von fanatischen Siedlern und militanten Armee-Vergötterern abhängiges Gebilde, welches verantwortlich für die jahrzentelange Besatzung, Unterdrückung, Vertreibung und Tötung des palästinensischen Volkes ist und verantwortlich für das “Beflecken” der reinen jüdischen Religion.
Hier eine Erklärung der “JÜDISCHEN STIMME FÜR GERECHTEN FRIEDEN IN NAHOST” :
ERKLÄRUNG
DER “JÜDISCHEN STIMME FÜR GERECHTEN FRIEDEN IN NAHOST” (ÖSTERREICH)
2008
Die “Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost” ist die in Österreich wirkende Sektion
eines Netzwerks “European Jews for a Just Peace”, bestehend aus 11 Organisationen in 10
westeuropäischen Ländern. Dieses Netzwerk ist ein Beweis dafür, dass keineswegs alle
Menschen jüdischer Herkunft den Staat Israel in seiner jetzigen Form und seine Politik
unterstützen, wie es die offiziellen jüdischen Gemeinden und die meisten jüdischen
Organisationen Europas bedingungslos und lautstark tun, ohne einen Einfluss auf diese Politik
ausüben zu können. Diese sind daher für die Politik des Staates Israel mitverantwortlich. Weder
sie noch Israels Regierung, die vorgibt, dass alle Juden der Welt eine Nation bilden, mit Israel
als deren Nationalstaat, und sich daher anmasst alle Juden der Welt zu vertreten, haben das
Recht im Namen aller Jüdinnen und Juden zu sprechen. Da wir als Menschen jüdischer
Herkunft in Österreich in die Verantwortung dafür genommen werden, halten wir entgegen:
NICHT IN UNSEREM NAMEN !
In dieser Erklärung geben wir unsere Einstellung bekannt:
1. zum politischen Zionismus, und 2. zum Staat Israel und seiner Besatzungs- und
Siedlungspolitik.
1. zum Zionismus
Der politische Zionismus entstand Ende des 19. Jahrhunderts als säkulärer jüdischer
Nationalismus zu einer Zeit als nationale Befreiungsbewegungen in den mittel- und
osteurpäischen Grossreichen aufgrund gemeinsamer Sprache, Territorium und Kultur ihre
Souveränität und Unabhängigkeit zu erringen suchten. Er ist insofern diesen Nationalismen
ähnlich, als er so wie sie einem Vergangenheitskult frönte, aber in diesem Falle einem
jahrtausende zurückliegendem biblischen Zeitalter. Andrerseits unterschied er sich grundlegend
von diesen Nationalismen insofern als er für die in aller Welt verstreuten Juden ein Territorium,
in dem sie nicht lebten – Palästina – beanspruchte, das seit dem 7. Jahrhundert ein arabisches
und hauptsächlich islamisches Land war und Teil einer grösseren arabischen Region unter der
Herrschaft des Osmanischen Reiches. Der politische Zionismus zielte von Anbeginn darauf hin
auf diesem Territorium einen jüdisch-ethnischen Staat zu errichten, ohne Rücksicht auf die dort
ansässige arabisch-palästinensische Bevölkerung. Obwohl die Idee des Zionismus als Antwort
auf den Antisemitismus in Westeuropa ihren Ausgang nahm, entsprach sie vielmehr der
Dynamik der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Situation der Juden in Osteuropa als
Folge von Pogromen und Verfolgung und einer zunehmenden Verelendung der
Lebensbedingungen der jüdischen Massen. Aus Osteuropa, vor allem aus der Ukraine und
Russland, kamen auch die ersten Einwanderungswellen nach Palästina wie auch die ersten
zionistischen Führungsschichten.
Da die zionistische Kolonisierung Palästinas nicht allein mit rationalen Gründen zu rechtfertigen
war, war der Rückgriff auf irrationale Erklärungen nötig. Die Frage nach den sogenannten
“historischen Rechten” führte zu religiösen Antworten aus dem Alten Testament, wie “Gott hat
den Juden das Land gegeben”, was noch heute in Israel ein verbreitetes Argument gegen die
Rückgabe von enteignetem palästinensischem Land ist. Eine 2000-3000 Jahre zurückliegende
1
Ansässigkeit zu einem “historischen” Recht zu machen ist nicht nur völkerrechtlich illegitim
sondern völlig absurd. Ein weiteres Argument ist das einer “kontinuierlichen” jüdischen
Besiedlung des “Heiligen Landes” durch die Jahrhunderte. Bereits in vorchristlicher Zeit lebte die
Mehrheit der Juden nicht mehr in Palästina, sondern in Ländern Kleinasiens und der
Mittelmeerregion, von wo sie sich im Laufe der Zeit über ganz Europa verstreuten. Nach den
erfolglosen Aufständen gegen die römische Herrschaft im 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. blieben
die in Palästina lebenden Juden weiter im Lande und schufen bedeutende religiöse Zentren.
Allerdings verringerte sich die Zahl der Juden in Palästina zunehmend durch Bekehrungen zum
Christentum und später zum Islam, ebenso wie durch Auswanderung, so dass sie eine
Minderheit bildeten. Bis ins 19. Jahrhundert kamen Juden vereinzelt oder in kleinen Gruppen,
aus religiösen Gründen, oft nur zeitweilig, nach Palästina, wo sie, wie aus Chroniken und
zeitgenössischen Reiseberichten hervorgeht, Gemeinden bildeten. Daher kann – entgegen der
zionistischen Geschichtsschreibung – von einer “Vertreibung ins Exil” keine Rede sein. Der
Begriff “Exil” wird häufig von der Politik als geographisch aufgefaßt, ist aber eher als spirituelles
und ideologisches Konzept anzusehen.
Die Tatsache, dass die Einwanderung nach Palästina in den ersten 50 Jahren (1880 bis 1930)
vornehmlich sozialistisch und säkulär geprägt war, sollte kein Hindernis für irrationale
Beweisführungen sein. Um die religiösen, hauptsächlich osteuropäischen, Juden für den
Zionismus zu gewinnen, mussten sich die säkulären Zionisten auf Religion und Tradition
berufen. Die rein “spirituellen“ Bande, die zwischen dem religiösen Judentum und Jerusalem
durch uralte Gebete bestehen und die auf “nächstes Jahr in Jerusalem” hoffen, wurden bis ins
19. Jahrhundert nie zu einem “weltlichen” Band, d.h. sie wurden, bis auf wenige Ausnahmen, nie
durch Rückkehr verwirklicht. Es ist bezeichnend, dass die Juden, die im 15. Jahrhundert
massenweise aus Spanien ausgewiesen wurden, hauptsächlich in muslimische Gebiete wie
Nordafrika und das Osmanische Reich einwanderten und nur zu einem sehr geringen Teil nach
Palästina. Die Verbundenheit mit dem “Heiligen Land” musste daher mit anderen Argumenten
untermauert werden, z.B. durch Berufung auf die Antike, in der im letzten Jahrtausend v.Chr. die
Hebräer oder Judäer einen Teil Palästinas beherrschten oder auf das Alte Testament, das nur
sehr begrenzt historischen und archäologischen Tatsachen entspricht. Dies soll aber nichts von
seinem ethischen und literarischen Wert mindern. Es gibt auch keine bewiesene ethnische
Kontinuität zwischen den Juden der Antike und denen von heute, die aus zweitausendjähriger
Vermischung mit den Völkern, unter denen sie lebten, hervorgingen. Trotzdem wurden religiöse
Mythologien vom Zionismus zu einem politischen Programm gemacht. Da auch das nicht
genügte, diente der angeblich “ewige” Antisemitismus als Begründung für den Anspruch auf ein
eigenes Land, – “auf ein Land ohne Volk, für ein Volk ohne Land”, – ein Schlagwort, das rasch
populär wurde, sich aber bald als völlig unwahr entpuppte, was selbst zionistische Kreise
zugaben. In diesem “Land ohne Volk“ lebten 1880 400.000 Muslime, 43.000 Christen und
15.000 Juden. Lange tat der offizielle Zionismus so, – mit wenigen Ausnahmen –, als ob die
arabisch-palästinensische Bevölkerung nicht existierte oder versuchte sie zu verschweigen.
Zunehmend wurde sie von den jüdischen Siedlern in ihrer Würde und ihren Rechten missachtet,
als ob nur die Neuankömmlinge ein Anrecht auf ganz Palästina hätten. Der wachsende
Widerstand gegen die Kolonisation machte aber weiteres Ignorieren oder Verschweigen
unmöglich.
Ein weiterer Anspruch des Zionismus auf Palästina versteht sich als eine “Rückkehr” in das
Land, in dem die Juden in der Antike lebten und nicht als eine koloniale Eroberung. Diese
Sichtweise führte insofern zu einer Verkehrung der Geschichte als die Landnahme, die in
prähistorischen biblischen Zeiten stattgefunden haben soll, ihre Entsprechung in der
zionistischen Doktrin der Rückkehr findet. Damit wird versucht die weit über tausend Jahre alte
Geschichte der ansässigen palästinensischen Bevölkerung auszulöschen. Schon früh erkannte
letztere und ihre Führer im Zionismus ein Kolonisierungsunternehmen von Europäern, wie es in
2
der Welt des 19. Jahrhunderts noch geläufig war und das ihre Existenz bedrohte. Dies hatte zur
Folge, dass sich bei den Palästinensern mit zunehmender jüdischer Einwanderung eine sich
immer mehr verhärtende Ablehnung des Zionismus wie einer jüdischen Präsenz in ihrem Lande
überhaupt entwickelte.
Der Zionismus versuchte auch, im Anschluss auf die antiken Judäer, das Konzept einer
“jüdischen Nation” neu zu beleben, obwohl Verfolgung allein wie auch eine gemeinsame
Religion für die Definition einer Nation nicht genügen, sonst wären ja auch alle Katholiken oder
alle Protestanten, die auch lange verfolgt wurden, Angehörige der gleichen Nation. Der
Zionismus brachte in den damals multireligiösen Nahen Osten das mitteleuropäische Konzept
einer organischen nationalen Einheit auf Grundlage von Ethnizität und Abstammung. Die Juden
bilden seit der Antike keine geschlossene Einheit, sondern haben sich in ethnische oder
multiethnische Teile in aller Welt aufgelöst. Trotzdem ist manchmal – unüberlegt oder mit
Absicht – von einer “jüdischen Nation”, die im “Exil” oder in einer “Diaspora” lebt, die Rede. (Nur
die in Israel lebenden Juden können, im Gegensatz zu denen in der übrigen Welt, als eine
nationale Gemeinschaft “im Werden” bezeichnet werden). Juden leben in fast allen Teilen der
Welt, sprechen verschiedene Sprachen und gehören den Nationen, deren Bürger sie sind, an.
Gemeinsam ist ihnen nur die Religion, falls sie sie noch ausüben. Das Judentum ist seinem
Wesen nach eine Religion und eine Kultur, kann daher nicht mit dem Zionismus, einer
politischen Bewegung, gleichgesetzt werden.
Der Zionismus war auch insofern ein koloniales Projekt – laut seines Begründers Theodor Herzl
– als sich der Zionismus anfangs des 19. Jahrhunderts bewusst in das Spiel der
imperialistischen kolonialen Mächte einfügte. (“Für Europa würden wir den Vorpostendienst
gegen die Barbarei besorgen” schrieb Th. Herzl). Am Ende des Ersten Weltkriegs brach
Grossbritannien sein Wort, den Arabern, die ihm im Krieg gegen das Osmanische Reich
Beistand geleistet hatten, die Unabhängigkeit zu ermöglichen und teilte sich mit Frankreich den
Nahen Osten. Es gelang dem Zionismus mit grossem Geschick, Grossbritannien für eine
Erklärung zu gewinnen, die ihm die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte in
Palästina zusagte. Die sogenannte “Balfour-Erklärung” wurde zum Ausgangspunkt der
Problematik, die noch heute andauert. Dabei erhielt der Zionismus wesentliche Schützenhilfe
von britischen evangelikalen protestantischen Politikern, die tief im Alten Testament verwurzelt
waren und Führungspositionen in der britischen Regierung innehatten (Lord Balfour, David Lloyd
George). Mit Hilfe der britischen Mandatsmacht, deren Kolonialinteressen der Zionismus diente,
konnte grössere Einwanderung von Juden nach Palästina stattfinden, trotz heftiger Proteste
und Aufstände der palästinensischen Bevölkerung und ihrer Institutionen gegen die
Kolonialmacht und die zionistische Kolonisierung. Die Palästinenser wurden verdrängt, erst
allmählich durch Landkauf und nach 1947/48 durch Vertreibung aus ihrem Land und massive
Enteignung ihres Besitzes. Der politische Zionismus fand schliesslich in der Errichtung des
Staates Israel seine Fortsetzung.
Unsere Stellungnahme:
Wir lehnen den Zionismus rückblickend in seiner Ideologie und Praxis entschieden ab. Er hat mit
Hilfe der Kolonialmächte und der Vereinten Nationen gegen den Willen der ursprünglichen
Einwohner Palästinas mitten in der arabischen Welt einen Staat geschaffen, – eine europäischamerikanische
Enklave – in der er weiterhin ein Fremdkörper ist. Mit dem Ziel ein Land im
Nahen Osten durch auswärtige Siedler zu kolonisieren, die vorgaben einen historischen oder
religiösen Anspruch auf dieses Land zu haben, ein Land, das seit vielen Jahrhunderten von
einem anderen Volk bewohnt war, dieses zu verdrängen und auf ihrem Territorium einen Staat
zu errichten, war ein endloser Konflikt vorprogrammiert. Würden die nordafrikanischen Völker
Anspruch auf Andalusien erheben, wo ihre Vorfahren fast neun Jahrhunderte lebten (711-1492)
3
und eine bedeutende Zivilisation schufen, was wäre wohl die Reaktion Spaniens und der
Vereinten Nationen? Der Zionismus wollte die Antwort auf den Antisemitismus sein. Das ist ihm
aber nicht gelungen. Der Zionismus gibt vor, dass die Juden in der Welt im “Exil” leben. Wir
leben weder im “Exil” noch in einer ”Diaspora”, da der Staat Israel für uns keinen Bezugspunkt
darstellt. Wir leben als Bürger von Staaten, deren Sprache wir sprechen und deren Geschichte
und Kultur wir teilen.
2. Zum Staat Israel
Die historische Rolle des Zionismus war nicht mit der Gründung des Staates Israel zu Ende. In
der Natur dieses Staates, in seinen Eigenschaften, Zielen und Politik wirkt die zionistische
Ideologie und Praxis fort. Israel verdankt seine Existenz den Vereinten Nationen, zuerst durch
den Teilungsplan von 1947 und durch die Anerkennung seiner Staatsgründung 1948. Die
Palästinenser, die damals zwei Drittel der Gesamtbevölkerung Palästinas ausmachten und 93%
des Bodens besassen, sahen keinen Grund der Teilung ihres Landes zuzustimmen, umso mehr
als sie sich dem Zionismus seit seinen Anfängen widersetzt hatten. Es gab jedoch Versuche
palästinensischer Führer einen Modus Vivendi zu finden. Ihr Vertreter bei den Vereinten
Nationen, Jamal al-Husseini, schlug einen einheitlichen unabhängigen Staat vor, in dem alle,
Juden, Christen und Moslems, gleiche Bürgerrechte haben sollten. Dieser Vorschlag blieb ohne
Folge. Noch unmittelbar vor der Staatsgründung begann die Vertreibung der palästinensischen
Bevölkerung, die im Laufe des bewaffneten Konflikts mit den arabischen Nachbarländern
fortgesetzt wurde. Rund 750.000 Palästinenser wurden, gemäss der zionistischen Ideologie sich
eines Maximums der arabischen Bevölkerung zu entledigen, vertrieben. Zusammengefasst von
Ben Gurion: “Die Araber haben im Land Israel nur noch eine Funktion: davonzulaufen”.
Ethnische Säuberung war der erste Akt des neuen Staates. Die darauffolgende Übernahme
palästinensischen Landbesitzes durch Israel, von ganzen Stadtteilen, Kleinstädten und Dörfern,
die teilweise zerstört wurden, ihres gesamten Hab und Guts wie ihrer Bankguthaben diente
Israel als “Starthilfe”. Damit beging Israel ein enormes Unrecht gegen das palästinensische Volk,
ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das ungesühnt geblieben ist und daher bis heute
weiterwirkt, umsomehr als Israel seine Verantwortung dafür nie eingestehen wollte. Die
schlimmsten Einzelheiten der Vertreibung wie Massaker und Vergewaltigungen kamen, dank
palästinensischer und israelischer Historiker, die akribisch Staats- und Haganaarchive, Berichte
der UNO und des Roten Kreuzes, Tagebücher wie z.B. das Ben Gurions durchforschten, erst
allmählich zutage.
Das Ziel, die palästinensische Bevölkerung zu vertreiben, zwangsweise umzusiedeln oder auf
ein Minimum zu beschränken, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des
vorstaatlichen Zionismus und des Staates Israel, wie aus zahlreichen Erklärungen zionistischer
und israelischer Politiker hervorgeht, – von Theodor Herzl über Ben Gurion (“Ich bin für die
Zwangsumsiedlung, ich sehe daran nichts Unmoralisches”) bis heute. Folglich konnte damals
Israel hunderttausende Juden aus den “Displaced Persons”-Lagern im Nachkriegsdeutschland,
von denen ein Teil Holocaustüberlebende waren, aufnehmen und ansiedeln sowie die vom
Zionismus lange unbeachteten und nach der Staatsgründung “wiederentdeckten” sephardischen
Juden aus Nordafrika. Somit konnten Länder wie die U.S.A., Kanada, Australien u.a. die
Aufnahme grosser Zahlen entwurzelter Juden vermeiden.
Obwohl dank der Vereinten Nationen gegründet, kam Israel seinen Verpflichtungen zum
Einhalten internationalen Rechts und der zahlreichen UNO-Resolutionen zur Lage der
Palästinnenser nie nach. Auch die von Israel unterzeichnete Vierte Genfer Konvention, die die
Ansiedlung von Bürgern der Besatzungsmacht untersagt, blieb von Israel nach der Besetzung
des Westjordanlands und Gazas 1967 bis heute völlig unbeachtet. Seit der “Starthilfe” durch die
Vertreibung eines Grossteils der Palästinenser, erlebte Israel einen bedeutenden
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wirtschaftlichen Aufschwung, der zuerst durch die “Wiedergutmachung” seitens Deutschlands
mit Geld und Gütern und seit 1967 durch die U.S.A. mit Waffen und viele Milliarden Dollars
jährlich an Subventionen, die bis heute andauern, ermöglicht wurde. Israel brüstet sich eine
“Demokratie westlichen Stils“ zu sein, die “einzige im Nahen Osten”. Dies mag rein formell
gesehen für seine jüdischen Bürger stimmen, trifft aber nur teilweise auf seine palästinensische
Minderheit, ebenfalls Bürger des Staates, zu. Dazu kommt noch die 41 Jahre anhaltende
Besatzung palästinensischer Gebiete – einmalig in der neueren Geschichte – und deren
völkerrechtswidrige Kolonisierung durch jüdische Siedler, Landenteignung, Bau einer
Trennungsmauer quer durch palästinensisches Siedlungsgebiet, Anlegung eines
diskriminierendes Strassennetzes (“Nur für Juden”), Strassenbarrieren, die die
Bewegungsfreiheit von Personen und Gütern bis zum Äussersten erschweren und zuletzt die
Blockade von Gaza mit seinen 1 1/2 Millionen Einwohnern. Israel machte sich auf diese Weise
zu einem “Apartheidstaat”, – eine für die palästinensische Bevölkerung unhaltbare Situation.
Als das Oslo-Abkommen von 1993 nicht nur scheiterte, sondern sich auch die Lage der
Palästinenser verschlimmerte und rasanter Siedlungsbau weitergetrieben wurde, war es nicht zu
verwundern, wenn aufgrund jahrzehntelanger Ausgrenzung, Unterdrückung und
Hoffnungslosigkeit bei den Palästinensern ein Gewaltpotential entstand – und weiter entsteht –
das sich bis zu Selbstmordattentaten steigert. Gegen Zivilisten gerichtet ist diese Form des
Widerstandes zwar verwerflich, doch ist sie eine Antwort auf den israelischen Staatsterrorismus
mit dessen gezielten Tötungen, Zerstörung von Häusern, kollektiven Bestrafungen und
massiven angeblichen “Kollateralschäden”. Der Staat Israel jedoch gibt vor in einer Opferrolle
zu sein, aufgrund der den Juden Europas angetanen Verbrechen, mit denen die Palästinenser
nicht das Allergeringste zu tun hatten. Israel rechtfertigt damit seine gegenüber den
Palästinensern verübten Untaten. Die Mehrheit der Juden Israels will aber davon nichts wissen.
Israel und die jüdischen Gemeinden Europas beklagen einen Anstieg des Antisemitismus,
insbesondere in den arabischen und muslimischen Ländern, wollen aber die Gründe dafür nicht
einsehen, nämlich Israels Besatzungs- und Siedlungspolitik, die Antisemitismus und
Antizionismus in der Welt fördert. Jegliche Kritik an Israels Politik wird lautstark als
“antisemitisch” angeprangert, selbst die Resolutionen der Vereinten Nationen, die die Interessen
der Palästinenser zu wahren versuchen (“Die ganze Welt ist gegen uns”). Wie können Israel und
die sich mit ihm solidarisierenden jüdischen Gemeinden im Namen der universalen
Menschenrechte glaubwürdig gegen den Antisemitismus auftreten, wenn Israel andauernd
gegen dieselben Rechte verstößt?
Nach jahrelangem Schweigen, wurde in Israel seit den 60er Jahren die Erinnerung an den
Holocaust wach und zu einer Staatsideologie erhoben, die von Israels Politikern als
Rechtfertigung für den Zionismus und für die Staatsgründung ausgegeben wird. (”Die Grenzen
von 1967 sind die Grenzen von Auschwitz”). Israel und seine Armee nimmt den Holocaust als
Vorwand für gewalttätiges Verhalten gegenüber den Palästinensern, die insbesondere von
Rechtsradikalen und fundamentalistischen Siedlern sowie von ihren politischen Vertretern (z.B.
den ehemaligen Ministerpräsidenten Menachem Begin und Yitzchak Shamir) mit “Nazis”
gleichgestellt wurden und weiter werden. Und somit versucht Israel seine ständigen Verstöße
gegen das Völkerrecht aus angeblichen “Sicherheitsgründen” zu legitimieren. Statt den
Holocaust als eine Brücke der Solidarität mit anderen Leidenden zu sehen, benutzt ihn Israel
gegen andere, – die Palästinenser, auf die es alle Feinde, die die Juden je hatten, von
biblischen Zeiten bis heute, überträgt.
Israel hat sich seit seiner Gründung zu einer agressiven, expansionistischen Macht im Nahen
Osten entwickelt, – es ist die fünftstärkste Miilitärmacht der Welt, Atommacht und bedeutender
Waffenexporteur. Von den sechs bewaffneten Konflikten, in die Israel seit 1948 verwickelt war,
führte es vier Angriffskriege gegen einen oder mehrere seiner Nachbarn. (1956 gegen Ägypten,
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zusammen mit Grossbritannien und Frankreich, 1967 – als vorgeblicher Präventivkrieg, 1982
und 2006 gegen den Libanon). Als engster Verbündeter der U.S.A. dient Israel den Interessen
dieser imperialen Grossmacht als seine Speerspitze und engster Verbündeter im Nahen und
Mittleren Osten. Gegenwärtig werden in Israel Stimmen laut, die zu einem Erstschlag gegen den
Iran aufrufen, der für die Region unabsehbare Folgen hätte.
Unsere Stellungnahme:
Wir fragen uns wie es kommt, dass die am längsten verfolgte Menschengruppe, nämlich Juden,
zu einer so grausamen Unterdrückung und Freiheitsberaubung eines anderen Volkes, der
Palästinenser, imstande ist? Dafür gibt es vielleicht psychologische Erklärungen, aber keine, die
politisch akzeptabel sind. Wir identifizieren uns daher aus diesen und obgenannten Gründen in
keiner Weise mit d i e s e m Staat Israel und seiner Politik, im Gegensatz zu jenen Juden für
die die Identifikation mit Israel ein wesentlicher Teil ihrer eigenen Identität ist. Für uns zählt das
internationale Recht, die Menschenwürde und nicht etwaige Ursprungsmythen, erfundene
Traditionen und gefälschte Geschichtsschreibung. Israel bezeichnet sich als Staat “aller Juden”,
ein Konzept, das wir ablehnen. Es wirbt ferner um die Anerkennung als “jüdischer Staat” und
weist das Konzept, stattdessen ein Staat aller seiner Bürger zu sein, zurück. Ein Staat, der auf
dem Prinzip “ein Volk, eine Religion, ein Land” beruht, ist in der heutigen pluralistischen Welt ein
Anachronismus, wie es bereits der Zionismus war.
Eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts ist derzeit nicht in Sicht. Die Verhandlungsbasis der
Palästinenser ist die arabische Friedensinitiative von 2002, von der Arabischen Liga 2007
wiederholt, aber von Israel missachtet. Die Initiative beruht auf der Forderung nach Israels
Rückzug auf die Grenzen von 1967, der Teilung Jerusalems und einer gerechten Lösung des
Flüchtlingsproblems. Israel hat diese Bedingungen ausgeschlagen, obwohl die arabischen
Staaten im Gegenzug volle Anerkennung des Staates Israel und Normalisierung der
Beziehungen angeboten hatten. Es ist diese Lösung, die wir, unter den gegenwärtigen
Umständen, als die gerechteste empfinden.
Der im internationalen Diskurs vielgepriesenen “Zwei-Staaten-Lösung” spricht Israel Hohn,
indem es in den palästinensischen Gebieten Landenteignung, Siedlungs-, Mauer- und
Strassenbau täglich weitertreibt, Gaza blockiert und die Teilung Jerusalems aus den
Verhandlungen ausschliesst. Israel besteht auf die von ihm über die Jahre geschaffenen
völkerrechtswidrigen “facts on the ground”, – “betonierte Tatsachen” – die für die Palästinenser
unannehmbar sind. Eine “Ein-Staat-Lösung,” d.h. ein Einheitsstaat, in dem beide Völker
gleichberechtigt leben, scheint derzeit unwahrscheinlich, obwohl sie nach endgültigem Scheitern
der Verhandlungen im Raum stehen könnte.
Wir wollen uns nicht anmassen, zu der einen oder anderen Lösung Stellung zu nehmen. Eine
Lösung, soweit sie überhaupt möglich ist, muss den Verhandlungspartnern überlassen bleiben.
Inzwischen unterstützen wir das Recht des palästinensischen Volkes auf Widerstand und auf
das Ende der Besatzung und erklären uns mit ihm in seinem Befreiungskampf solidarisch. Wir
unterstützen gleichfalls das Recht der palästinensischen Füchtlinge auf Rückkehr in ihre
angestammte Heimat.
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Quellen :
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Verein “Gegentagung zum Herzl-Jubiläum”: 100 Jahre Zionismus – Befreiung oder
Unterdrückung? (Neuer ISP-Verlag,Köln, 1998)
Verleger, R., Israels Irrweg (PapyRossa Verlag, Köln, 2008)
By kübra, 13. Januar 2009 @ 23:09
gibt es diese woche eine demo (17.01.09) ????????
By Omar, 13. Januar 2009 @ 23:21
@kübra: soviel ich weiß, soll wieder eine Demo stattfinden, isa. Ich werde es schreiben, sobald ich was weiß.
By muna, 15. Januar 2009 @ 13:52
Ich sage nur “die aremen Kinder” Es reisst mir dae Herz,ehrlich es tut verdammt weh.