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Sind Muslime Europareif?

Samstag, 30. April 2005, 10:11

Anlässlich des “politischen Frühschoppens” der katholischen Friedensorganisation “Pax Christi” hat Michael Muhammad Abduh Pfaff - der Vorsitzende der deutschen Muslim Liga e.V. - einen sehr interessanten Vortrag zum Thema “Sind Muslime bereit für Europa - Ist Europa bereit für den Islam ?” gehalten. Den Vortrag findet man auch auf den Seiten der Deutschen Muslim Liga [1].[Gastbeitrag Michael Muhammad Abduh Pfaff]

Bismillah,
Essalamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuhu - Der Friede sei mit Ihnen, das Erbarmen GOTTes und sein Segen,
Liebe abrahamitische Geschwister, meine Damen und Herren,

Im 4. Jh. Christlicher Zeitrechnung übersiedelte eine Berberfamilie von Nordafrika nach Mailand. Die Mutter eine fromme Christin pflegte, wie es in ihrer Gemeinde üblich war, jeden Samstag zu fasten. Sie war sehr überrascht, als sie bemerkte, dass die Mailänder nicht diesem Brauch folgten. Sie wandte sich an ihren Sohn, selbst ein Theologe, der später als der Heilige Augustinus in die
Kirchengeschichte einging, und fragte ihn, ob nicht die Mailänder diesen christlichen Brauch übernehmen müssten, zumal die frühen Christen in Rom ebenfalls Samstags zu fasten pflegten.

Er wandte sich an St. Ambrosius den Bischof von Mailand, der die Frage folgendermaßen beantwortete: In Mailand solle sie sich der Gemeinde anpassen und nicht fasten, in Rom aber, - und dieses Zitat werden sie kennen “Wenn Du in Rom bist, mache es wie die Römer”

Auf den ersten Blick ein weiser Ratschlag. Migranten sollten sich an die gastgebende Gesellschaft anpassen, sie profitieren ja von den wirtschaftlichen Vorteilen, von der gewährten Sicherheit etc. Schließlich passen auch wir Deutsche uns an, wenn wir im Ausland sind. Wir achten islamische Kleidungsvorschriften, wenn wir durch eine arabische Altstadt gehen und lassen die kurze Hose weg. Können wir da nicht das Gleiche einfordern, wenn Muslime sich in unserer Gesellschaft bewegen ? Die Empfehlung des heiligen Ambrosius ist typisch für die derzeitige Diskussion um die Muslime in Deutschland und die Forderung nach Integration.

Schauen wir jedoch genauer hin, offenbaren sich gewaltige Unterschiede, denn die Frage, die wir uns stellen müssen ist: Wo liegen die Grenzen der Anpassung ? Sind es nicht in unserem Fall die “Römer” selbst, die Kriterien der Anpassung festlegen und im Sinne einer überlegenen “Leit-Kultur” das Fremde abweisen? Hätte St. Ambrosius auch gesagt, “wenn du nach Indien gehst, werde Hindu?” Und - last but not least - können wir weltanschauliche Fragen überhaupt unter dem Thema Migration behandeln ?

Ich bin als Deutscher geboren und stehe der Deutschen Muslim Liga vor, die 1952, also lange vor der Migrationswelle der 60er und 70er Jahre gegründet wurde. Muslime leben seit rund 275 Jahren in Deutschland und in den ersten 250 Jahren “Islam in Deutschland” wurde die Frage, ob “Deutsch sein” und “Muslim sein” im Wiederspruch stehen, nie gestellt.

Wie gefährlich eine solche Frage ist zeigt ein Blick in die Geschichte: 1879 als Heinrich von Treitschke eine Diskussion über die Juden lostrat, ahnte noch niemand, was 50 Jahre später geschah. Der konstruierte Gegensatz zwischen “Jüdischkeit” und “Deutsch sein” - damals sprach man von “nicht erfolgter Assimilation” - führte dazu insbesondere das Religiöse zu verdächtigen, als unvereinbar mit der Moderne sehen sowie als Gefahr für die Werte der liberalen Gesellschaft.

Die Parallelen des Berliner Antisemitismusstreits von 1880 zu der heutigen Darstellung des Islam in der Öffentlichkeit sind erschreckend. Ein Beispiel ist die “Markierung” negativer Ereignisse. So erfährt man über die Motive eines Heckenschützen in Amerika in den Medien nichts, außer dass es sich um den “zum Islam konvertierten Heckenschützen” handelt. Ohne jeden Zusammenhang der Morde mit dem Islam wird so dem Leser suggeriert, dass es ein “gewalttätiger”, “irrationaler” Glaube sein könnte, der hinter diesen Taten steht. - Bei den Amokläufern der Colombine Highschool käme kein Journalist auf die Idee von den christlichen Jugendlichen zu sprechen.
Im Falle des Islam wird jedoch nicht differenziert. So ist es kein Wunder, das nach einer Studie des Allensbachinstitutes des vergangenen Jahres 70% der Deutschen Muslime für gefährlich halten. Sprache ist eine gefährliche Waffe. Und wir sollten uns hüten bei dem Thema “Muslime und Europa” in Verallgemeinerungen zu rutschen. Bei aller Abstrahierung sollten wir hierbei nie vergessen, dass es sich um Menschen handelt, über die wir sprechen und die hier in Europa zusammenleben.

Lassen Sie mich das Thema aufgliedern in einige Unterpunkte:
1. Welche theologischen Grundlagen bietet der Islam für die Integration von Muslimen in “Nicht-Muslimische-Gesellschaften”?
2. Wie ist die aktuelle Situation der Muslime in Deutschland ?
3. Welche Schritte sollten wir zukünftig unternehmen ?

1. Welche theologischen Grundlagen bietet der Islam für die Integration von Muslimen in “Nicht-Muslimische-Gesellschaften”?

Als Muslime eint uns mit den abrahamitischen Religionen der Glaube an Propheten, denen sich GOTT offenbart hat und die Vorbilder für unser Leben sind.
Eine der schönsten Suren des Koran ist die Sure Yusuf, die uns von unserem gemeinsamen Propheten Josef erzählt. Ich denke die Einzelheiten sind bekannt. Unsere Frage ist: Wie hat sich Josef in einem Staat von Götzendienern verhalten ?
Er blieb seinem muslimischen Glauben treu, ging dafür sogar ins Gefängnis, er reagierte auf dieses Unrecht jedoch nicht mit einem Hass auf den Staat, sondern übernahm ein hohes Regierungsamt, dass er so gewissenhaft ausführte, dass er Ägypten vor einer
Hungerkatastrophe bewahrte. - Ein vorbildlicher Staatsbürger. Manche werden vielleicht einwenden, dass Josef doch Jude und nicht Muslim war. Die meisten der Propheten des Koran gehören dem Volk der Juden an. Für Muslime ist Yusuf genauso ein “Rechtgeleiteter” wie Mohammed oder Jesus. Johann Wolfgang von Goethe drückt das muslimische Selbstverständnis folgendermaßen aus: “Wenn Islam in GOTT
ergeben heißt, Im Islam leben und sterben wir alle.”
An diesem Beispiel sollte uns auch klar werden, dass uns wesentlich mehr eint als trennt. Da ich als Christ erzogen wurde, kann ich bei genauem Hinsehen nichts “Fremdes” am Islam erkennen. Persönlich fühle ich mich, nach meinem Wiedereintritt in den Islam, sogar dem Judenchristentum des Jesus von Nazareth näher, als ich mich als Christ je gefühlt habe.

Lassen Sie uns nun schauen, was Muslime zur Zeit des Propheten Mohammed getan haben. Die Muslime lebten in Mekka in der Minderheit und litten unter starker Verfolgung, bis hin zur Bedrohung von Leib und Leben. Wie hat der Prophet reagiert ? Er hat nicht etwa zum
bewaffneten Wiederstand aufgerufen, sondern er hat als die Verfolgungen nicht mehr zu ertragen waren, die Einladung der Stämme von Yathrib angenommen, die Ihm Asyl gewährten, wenn es ihm gelänge zwischen den Stämmen Frieden zu stiften.

Der Beginn der islamischen Zeitrechnung fällt nicht auf die Geburt des Propheten, oder den Beginn der Offenbarung, sondern auf die Gründung der Gemeinde in Medina, wo Juden, Christen und Muslime unter einer Gemeindeverfassung friedlich zusammenlebten. Das Vorbild des Propheten lehrt uns also: Frieden stiften ist besser als Krieg. Krieg und Gewalt sind im Islam nur als letztes Mittel der Verteidigung erlaubt.

Selbst als während eines Waffenstillstandsabkommens mit den Mekkanern der Prophet um Hilfe von Muslimen in Mekka ersucht wurde, die verfolgt wurden, bedauerte der Prophet und lehnte die Unterstützung ab. Das Halten des Vertrags stand für ihn also höher als die
Solidarität mit den Gläubigen.
Die Vertragstreue gilt als religiöse Vorschrift auch mit Andersgläubigen. Da eine deutsche Staatsbürgerschaft, ein Visum oder die Aufenthaltsberechtigung in Deutschland ebenfalls eine vertragliche Verpflichtung enthalten, sich an die Deutschen Gesetze zu halten sind also Muslime zur Achtung der Gesetze verpflichtet.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass sie Ihre eigenen Werte aufgeben. Die Grundlegende Akzeptanz des Erlaubt-Seins von Alkohol bedeutet nicht, dass Muslime Alkohol konsumieren sollten. Im Gegenteil - sie sind verpflichtet Zeugnis abzulegen, vorbildhaft zu handeln und zum Guten aufzurufen.
Im Koran finden wir diesbezüglich folgenden Vers: “Für jeden von euch haben wir ein Gesetz und eine eigene Religion aufgezeigt. Und wenn GOTT gewollt hätte, bestimmt hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Er wollte euch jedoch in alledem, was Er euch gegeben hat, prüfen. Darum wetteifert miteinander im Guten, zu GOTT werdet ihr allesamt zurückkehren; dann wird Er euch darüber kundgeben, worin ihr uneins wart.” (5:48)

“Wetteifern im Guten” ist hier die Aufforderung an Muslime, Christen und Juden. Vielfalt ist hierbei Bereicherung, denn, so der Koran an anderer Stelle: “Oh, ihr Menschen, Wir haben euch von einem männlichen und von einem weiblichen Wesen geschaffen, und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr euch kennenlernt. Der Angesehenste von euch bei GOTT ist der Gottesfürchtigste.”
Verschiedenheit ist “GOTTgewollt” und soll uns helfen uns selbst zu erkennen. Für Muslime ist es ganz selbstverständlich, dass es Muslime unterschiedlicher Kultur gibt, die als Staatsbürger unterschiedlicher Staaten leben. So gibt es auch eine völlig natürliche Varianz unterschiedlicher islamischer Kulturen. Der Islam steht nicht im Wiederspruch zu den Kulturen Indonesiens, oder Marokkos, so unterschiedlich sie auch sind, sondern er eint sie in einer einheitlichen Ethik und einer einheitlichen Antwort auf die Frage nach dem Sein.

Ein “Überlegen sein” einer Kultur oder einer Rasse kennt der Islam nicht, denn so sagt der Prophet: “Ihr alle seid die Kinder Adams und Adam wurde aus Erde erschaffen. Keinen Vorrang hat der Araber vor dem Nichtaraber oder Nichtaraber vor dem Araber oder der Schwarze vor dem Weißen oder der Weiße vor dem Schwarzen, es sei denn durch die Gottesfurcht.” (überliefert von Imam Muslim)

Ein deutscher Muslim muss nicht Araber oder Türke werden, um Muslim zu sein. Als in Stuttgart geborener Deutscher kann ich also sehr wohl meine schwäbische kulturelle Prägung, meine staatsbürgerlichen Pflichten als Deutscher und meine Religion in Einklang bringen. Da der Islam eben nicht eine Religion der Araber ist, sondern für alle Menschen gelten soll, fordert er sogar ausdrücklich die Integration der lokalen Traditionen als Quelle islamischen Rechts.

“Al aadatu muhakkama” - “Die Sitte (Tradition/Gewohnheit) ist zu beachten” ist ein islamischer Grundsatz.
Hier sind wir wieder bei St. Ambrosius. Respektiere die lokalen Traditionen als verbindliche Handlungsorientierung, solange sie deinem Glauben nicht wiedersprechen.

Wie wir sehen lässt sich aus dem Islam kein Gegensatz zwischen europäischer Kultur und Religion herleiten. Die Herausforderung für Muslime in Europa ist vielmehr innerhalb dieser Kultur nach moralischen Prinzipien zu leben.
Also Grillen im Schrebergarten - ja /dabei Bier trinken - nein. Fernsehen - ja / Pornographie - nein.

Der moderne muslimisch theologische Begriff, der diese Haltung ausdrückt ist “Dar aschschahada” - “Haus des Glaubensbekenntnisses”. Dieser Begriff drückt die Aufgabe aus “Zeugen der Gerechtigkeit” zu sein und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Dieser Begriff ist wesentlich besser für die heutige Situation geeignet, als die klassischen Begriffe “Dar ul-Islam” - Haus des Friedens/Islams und “Dar ul harb” - Haus des Krieges. Diese Begriffe wurden von der muslimischen Theologie im Mittelalter geprägt um einerseits die Beziehung zwischen Staaten zu beschreiben und andererseits die Verpflichtungen von Muslimen festzulegen, wenn sie in einer nicht-islamischen Umgebung leben.
Angesichts der mangelnden Religionsfreiheit im Europa des Mittelalters und der Kreuzzüge war “Haus des Krieges” eine durchaus zutreffende Beschreibung. Für das “Dar ul harb” kennt das islamische Recht Erleichterungen in islamischen Vorschriften. Die hanefitische Rechtsschule hat beispielsweise im Mittelalter das Zinsverbot für den Handel mit dem christlichen Abendland gelockert.

Dieser Begriff ist natürlich ein “gefundenes Fressen” für populärwissenschaftliche “Islamexperten” um zu belegen, dass Muslime das “Abendland” als feindliche Umgebung wahrnehmen.
Macht man sich jedoch die Mühe nachzulesen, welche Kriterien angelegt werden, für die Bedingungen des “Dar ul-Islam” stellt man folgendes fest: Oberstes Kriterium der hanefitischen Rechtsgelehrten für “Dar ul-Islam” ist: “Dass Muslime in Sicherheit sind und für ihre Religionsausübung nichts zu befürchten haben”.
Wir stellen also fest, dass Deutschland nach der hanefitischen Rechtsschule zum “Haus des Islam” zählen würde, während dies nicht für einige Länder des Nahen Ostens gelten würde, auch wenn dort Muslime in der Mehrheit sind.

Aber genug der Theorie, schauen wir uns die aktuelle Situation der Muslime in Europa an:

2. Wie ist die aktuelle Situation der Muslime in Deutschland?

Wie kam es, dass es in den ersten 250 Jahren Islam in Deutschland offensichtlich keine Probleme der Integration von Muslimen gab ? Zum einen war die Anzahl der Muslime deutlich geringer und der Islam daher nicht so stark im öffentlichen Bewusstsein. Dies reicht
jedoch nicht aus. Um die “Integration” der Minderheit zu erklären.

Muslimische Migranten waren damals meist Diplomaten, Militärberater oder wohlhabende Kaufleute und deutsche Muslime entstammten meist dem gehobenen Bürgertum und hatten eine überdurchschnittliche Bildung.
Die Akzeptanz einer anderen Religion scheint also auch etwas zu tun zu haben mit dem sozialen Status seiner Anhänger und der Fähigkeit diese Religion intellektuell zu vermitteln.

Dies änderte sich erst mit der Migration von Muslimen in den 60er bis 80er Jahren. Der Islam wurde im Bild der Öffentlichkeit zu der Religion der “Fremden”.

Welche Problemfelder beeinflussen nun die Situation der Muslime?

Nach einer aktuellen Studie des Zentrums für Türkeistudien leben heute rund 30 Prozent der türkischen Staatsbürger in Deutschland unter der Armutsgrenze. Weitere 35 Prozent liegen nur knapp darüber.
Wir haben also ein massives soziales Problem.

Spätestens seit der Pisa Studie wissen wir, dass in keinem Land Europas der Zugang zu Bildung so stark von der sozialen Herkunft beeinflusst wird, wie in Deutschland. Wir haben also ein Problem der Ausbildung muslimischer Jugendlicher.

Eine muslimische Frau, die sich zu ihrem Glauben durch das Tragen eines Kopftuchs bekennen möchte, hat in Deutschland deutlich geminderte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Und dies nicht weil sie sich nicht integrieren möchte, sondern weil ihr der Zugang verwehrt
wird.
Wir haben also offensichtlich ein Problem der Diskriminierung Andersgläubiger.

Wir haben ein Problem der Kommerzialisierung unserer Gesellschaft, das unter anderem dazu führt, dass unsere Medien nicht mehr ihrem - in einer Demokratie so notwendigen - Informationsauftrag folgen, sondern - ständig auf Auflagen und Werbeeinnahmen schielend -
sensationsheischend und plakativ Vorurteile reproduzieren.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Dies meist nicht aus bösem Willen der Journalisten - häufig fehlt, aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, lediglich die Zeit.

Wir haben einen Problem des Verfalls demokratischer und freiheitlicher Werte. Nicht erst seit dem 11.September ist die Erzeugung von Angst ein probates Mittel Macht zu erlangen und zu erhalten. Die Wiederwahl des amerikanischen Präsidenten ist nur ein Beispiel.
In Thailand beispielsweise wird die Demokratisierung der 90er Jahre, die die Rechte alter Eliten in Militär und Polizei stark eingeschränkt hat, von dem derzeitigen Präsidenten (einem ehemaligen Polizisten), mit der Berufung auf den “Kampf gegen Terror” zurückgenommen.
Die Angst vor dem Islam wird so von Feinden der Freiheit instrumentalisiert, um wirtschaftliche oder machtpolitische Interessen zu verbergen.
Die Liste des Unrechts, das im Namen des “Kampf gegen Terror” begangen wird ist lang und reicht von Guantanamo über den Irak bis Tschetschenien.

Deutsche haben häufig ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Nationalbewusstsein. Ich muss ihnen aber sagen, dass ich durch das Verhalten unserer Regierung im Irakkrieg zum ersten mal “stolz war, ein Deutscher zu sein”. Ich bin froh zu “good old Europe” zu gehören und halte unsere Verfassung, die “in Verantwortung vor GOTT und den Menschen” uns die Freiheit zusichert als emanzipierte Bürger, ohne Ansehen der Herkunft oder Weltanschauung zusammenzuleben, für eine der besten der Welt.
Nicht nur als Muslim, sondern vor allem als deutscher Staatsbürger muss ich mich daher gegen die Einschränkung der Freiheit wehren. Gerade durch meinen Verfassungspatriotismus bin ich verpflichtet mich gegen jede Diskriminierung von “Andersgläubigen” zu wehren.

George Washington hat einmal folgende Warnung ausgesprochen: “Wer die Freiheit einschränkt um die Sicherheit zu erhöhen, wird am Ende beides verlieren.”

Alle bisher genannten Problemfelder haben nichts mit der Religion Islam zu tun. Sie betreffen im Prinzip die gesamte Gesellschaft. Muslime als eine der schwächsten Gruppierungen sind jedoch am stärksten von ihnen betroffen. Muslime haben keine Lobby außer sich selbst.

Nimmt es da Wunder, wenn sich Muslime in sichere Zufluchtsräume zurückziehen ? Als Frau mit Kopftuch habe ich deutlich größere Chancen eine Arbeit zu finden bei einem muslimischen Arbeitgeber. Als deutscher Arzt mit türkischem Nachname werde ich vor allem von türkischen Patienten leben. Selbst ein “Vorbild der Integration”, wie der Unternehmer Vural Öger, hat sein Geld zunächst mit Gastarbeiterflügen verdient.

All das hat jedoch nichts mit einer angeblichen “Parallelgesellschaft” zu tun. Muslime zahlen Steuern, schicken ihre Kinder auf staatliche Schulen etc. sie sind nach wie vor Teil der Gesellschaft.

Auch eine legitime Form der Traditionspflege ist an und für sich kein Zeichen mangelnder “Integrationsfähigkeit”. Wir finden nichts bedenklich an der Traditionspflege in Vertriebenenverbänden. Wir halten es für selbstverständlich, das Migranten aus Russland in
der orthodoxen Kirche einen Gottesdienst auf Russisch abhalten.

Keiner zweifelt bei katholischen Christen an der Verfassungstreue, obwohl ihr religiöses Oberhaupt im Ausland sitzt.
Wir sollten daher sehr vorsichtig sein, wenn wir über Muslime urteilen, die eben genau das tun, was auch andere tun.

Selbstverständlich gibt es auch bei Muslimen negative Ereignisse und Vorgänge, die zu verurteilen sind. Bevor wir diesen jedoch das Etikett “Islamisch” verleihen, sollten wir hierbei auf die Fakten sehen:

1. Gewalt in der Ehe

Nach einer Studie des Familienministeriums im vergangenen Jahr haben über 40% der deutschen Ehefrauen einmal Gewalt in der Ehe erlebt. Bei Migranten ist dieser Anteil unwesentlich höher. Zieht man jedoch die Gewalttaten unter Alkoholeinfluss ab, stellt man fest, das in muslimischen Ehen Frauen weitaus weniger misshandelt werden als im bundesdeutschen Schnitt.

2. Zwangsheirat

Eine islamische Ehe ist ein Vertrag dem beide Partner zustimmen müssen. Es gibt daher keine religiöse Rechtfertigung für ein solches Verhalten der Eltern. Wir finden dieses Phänomen außerdem auch bei jezidischen Kurden und in anderen Kulturen.

3. Ehrenmord

Geschieht in einem türkischen Dorf ein Ehrenmord sagt man sprichwörtlich: “Der Islam hat unser Dorf verlassen.”
Mord ist eine der größten Sünden im Islam und lässt sich durch nichts in der Religion rechtfertigen.
Bevor wir jedoch hier den ersten Stein werfen, sollten wir nicht vergessen, dass wir auch in Deutschland solche Phänomene kennen. Mir ist ein Fall bekannt, wo in den 50er Jahren in einem bayrischen Dorf ein Vater seinen Sohn erschlagen hat und dieser Fall nicht vor Gericht kam, da das Dorf den Vorfall vertuscht hat, in der festen Überzeugung: “Er hatte es nicht anders verdient.”
Das beängstigende an den jüngsten Vorfällen im muslimischen Umfeld ist aber, dass die sogenannten Ehrenmorde von Jugendlichen ausgeführt wurden und dass sich, in einer Subkultur von Jugendbanden, ein Ehrencodex entwickelt, der Gewalt rechtfertigt.

Ähnlich wie bei rechtsradikalen Deutschen, die sich auf der Suche nach einer eigenen Identität im Angesicht von Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und gesellschaftlicher Kälte in einen Nationalismus flüchten, bildet sich hier eine orientalisch gefärbte Subkultur aus. Diese ist genauso wenig “Islamisch”, wie Rechtsradikalismus “Deutsch”.

Sollten sich die betreffenden Jugendlichen jedoch noch als Muslime verstehen, läge hier eine Chance durch eine Aufklärung über die Religion, beispielsweise durch einen islamischen Religionsunterricht, diesen Jugendlichen zu zeigen, dass sie sich auf einem falschen Weg befinden.

4. Terrorismus

Muslime können anscheinend nie ausreichend betonen, dass sich Gewalt gegen Zivilpersonen nicht islamisch rechtfertigen lässt.
Ich habe mir die Mühe gemacht auf einer Website (www.muslime-gegen-terror.de [2]) die Stellungnahmen sämtlicher islamischer Verbände zusammengetragen. Alle ohne Ausnahme haben sich deutlich von Terror distanziert.
Eine Unterschriftenliste hat außerdem bisher bereits über 400 Einzelpersonen erfasst, die einer Erklärung gegen Terror zugestimmt haben.
Für die meisten Muslime ist ein Zusammenhang zwischen Terror und Islam genauso absurd, wie für Christen ein Zusammenhang der Colonia Dignidad mit dem Christentum.

In der Öffentlichkeit wird Muslimen jedoch weiterhin eine Sympathie mit Terrorismus unterstellt.

Ich habe mir lange Gedanke gemacht, ob wir diese Website ins Leben rufen sollen, denn unser Unterbewusstsein kennt keine Verneinung. Wenn ich sie auffordern würde bitte nicht daran zu denken, dass heute Sonntag ist, hätte ich sie schon aufs Glatteis geführt.
Ein Englischlehrer hat einmal eine Vokabel in mein Gedächtnis gebrannt mit dem Hinweis, “dieses Wort braucht ihr nicht zu lernen, ihr werdet es nie mehr brauchen” - es handelte sich um den “otho-rhino-laryngologist” - den Hals-Nasen-Ohren Arzt.
Aus “Islam gegen Terror” wird so also schnell ein Zusammenhang zwischen “Islam und Terror”. Nach dem Motto: “Wo Rauch ist, ist auch Feuer” und “Getroffene Hunde bellen”

Ich hoffe Sie verstehen den Teufelskreis, in dem sich Muslime hier befinden. Schweigen = Zustimmung, Nichtschweigen = Bestätigung eines Zusammenhangs (also doch).

So schließt sich die Frage an: Was sollen wir tun ?

3. Welche Schritte sollten wir zukünftig unternehmen?

Schauen wir noch einmal in die Geschichte: was haben die Juden nach dem Berliner Antisemitismusstreit getan?
Grob lassen sich drei Reaktionen einteilen. Zum einen die orthodoxen, die sich von der deutschen Gesellschaft abgestoßen in eine eigene Kultur zurückgezogen haben. Der Beweis für Antisemiten: “Sie wollen sich nicht integrieren”. Zum anderen diejenigen, die versucht haben aufzuklären und die Vorurteile auszuräumen. Das waren Apologeten, die es nicht ernst gemeint haben. Zum Dritten die “Assimilierten”, denen es jedoch nichts genützt hat Schweinefleisch zu essen, denn - so die antisemitische Demagogie - sie verstellen sich nur besser.

Angesichts dieser Perspektive können Muslime also wenig tun. Eine besondere Verantwortung kommt daher Organisationen wie der Ihren zu, die einen Zugang zu der Mehrheitsgesellschaft haben.

Unsere Aufgabe als Muslime ist in aller erster Linie zunächst “innerislamisch” zu wirken.
Unsere Jugend über den Islam aufzuklären und eine moderne islamische Theologie zu fördern, die unsere Fragen aus dem europäischen Kontext heraus beantworten kann, hat für uns Priorität.
Die Antworten auf die gesellschaftlichen Fragen können wir jedoch nur gemeinsam mit Ihnen und in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext finden.

Folgende Punkte sehe ich hierbei als notwendig an:

1. Einrichtung von Lehrstühlen für islamische Theologie an deutschen Universitäten

Der Islam kennt keine Kirchenstruktur. Die Auslegung der religiösen Quellen im Lichte der Zeit obliegt den Rechtsgelehrten. Die Meinungsführerschaft orientiert sich hierbei ausschließlich an der Kompetenz des Gelehrten.
Ohne eine europäische Ulema - Gelehrte, die fähig sind, die islamischen Quellen für Muslime in Europa aus ihrer Situation heraus zu beurteilen, kann keine eigenständige europäisch-islamische Identität ausgebildet werden.

2. Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen

Nur durch die Vermittlung des Reichtums islamischer Gelehrsamkeit kann radikalen Auslegungen begegnet werden.
Doch auch die gezielte Förderung des Selbstwertgefühls muslimischer Kinder und Jugendlicher, spielt eine große Rolle. Die Kenntnis um die eigene Geschichte und die eigenen Vorbilder ist eine grundlegende Voraussetzung eines gesunden Selbstwertgefühls.

3. Wertneutrale Vermittlung religiöser Werte in anderen Schulfächern

Neben dem Unterricht in der jeweils eigenen Religion sollten Dialogfähigkeit und Selbstkritik aber auch interreligiös eingeübt werden. Warum keine Untersuchung der Darstellung des Islam in den Medien im Deutschunterricht?
Es ist höchste Zeit Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien auf frauenfeindliche, antireligiöse, anti-islamische Inhalte zu überprüfen und diese Inhalte zu streichen. Islamische religiöser Feste sollten in Schulen mit muslimischen Kindern in den Schulalltag integriert werden.

4. Anti-religiöser Rassismus muss auf breiter Ebene thematisiert werden.

Ein Verbot von Wahlpropaganda, die sich rassistischer und anti-islamischer Motive bedient sollte selbstverständlich sein.

5. Anerkennung islamischer Verbände als Religionsgemeinschaft; d.h. rechtliche Gleichstellung mit anderen Religionen

Muslime haben in Deutschland noch keinen rechtlichen Status. Dies führt zu eindeutigen Benachteiligungen von Muslimen, ob Bestattungsrecht, Schächtverbot, Kopftuchverbot, Krankenhausseelsorge, Gefängnisseelsorge - es gibt noch reichlichen
Handlungsbedarf.

Neben diesen großen Zielen halte ich jedoch die alltägliche Begegnung und den Dialog zwischen Menschen für eine der wichtigsten Maßnahmen. Jeder einzelne kann in seinem Alltag versuchen, nicht in die “Vorurteils-” oder “Verallgemeinerungsfalle” zu tappen, sondern zu versuchen dem Anderen offen zu begegnen und ihn kennen zu lernen.

Das Schlimmste was uns passieren könnte ist, dass es Extremisten, egal von welcher Seite, gelingen könnte, uns Angst vor einander zu machen und eine persönliche Begegnung zu verhindern.
In einer Zeit der gegenseitigen Verhärtung ist es bequem Hardlinern, die uns Sicherheit versprechen, das Feld zu überlassen, “Frieden machen” erfordert wesentlich mehr Mut und Kraft.

Mit der Bitte um Kraft für uns alle, zum Frieden beizutragen, möchte ich mich daher an den wenden, von dem Goethe im West Östlichen Divan sagt:

GOTTes ist der Orient,
GOTTes ist der Okzident,
Nord und südliches Gelände
liegt im Frieden seiner Hände.
Er, der einzige Gerechte,
will für jedermann das Rechte,
Sei von seinen hundert Namen
dieser hochgelobet. Amen.
[1] Deutsche Muslim Liga e.V. - Vorträge
[2] Sind Muslime Europareif ? - Vortrag von Michael Muhammad Abduh Pfaff

22 Kommentare

Kommentar von Marco Schwab

Made Mittwoch, 21 of Dezember , 2005 at 15:48

Ich finde es ja schön und gut das ihr uns versucht klar zu machen dass diese Vorteile falsch sind und der Ansicht bin ich auch, aber ich habe viele Stellen des Korans gelesen und ich hab mich nicht wohl gefühlt. Mir kam es sehr gewaltvoll vor und vorallem sehr radikal gegenüber Christen. Es war hier von Mord und Todschlag die Rede und es wurde sehr über das Christentum hergezogen meiner Meinung nach. Deshalb finde ich es nicht ok das immer nur alles auf den Christen beruht und das wir euch nicht akzeptieren würden, auch der Islam muss Einsicht haben und sich manchen Sachen einfach Stellen. Das ist meine Meinung!

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Mittwoch, 21 of Dezember , 2005 at 17:05

Hallo Marco,

danke zunächst einmal für deine Meinung.

aber ich habe viele Stellen des Korans gelesen und ich hab mich nicht wohl gefühlt.

Es empfiehlt sich, keine “Stellen” zu lesen, sondern den Gesamtkontext zu verstehen. Erst dann kann man ein Urteil für sich fällen! Leider schweben im Internet alle möglichen “Stellen” herum, die tendenziös oder zumindest nicht wissenschaftlich genug übersetzt wurden. Leider braucht das Individuum sehr viel Engagement, um sich in die Lage zu bringen, die Stellen zu verstehen. Aber, dass man diese Zeit und dieses Engagement nicht aufbringen kann, ist keine Rechtfertigung dafür, dass man trotzdem seine Vorurteile aufrecht erhält..

Es “beruht” keineswegs alles auf “den Christen”. Auch Muslime haben Vorurteile (ob gegen Christen, das Christentum oder andere Menschen/Religionen), diese zu bekämpfen muss genauso Aufgabe sein, wie andersherum die Bekämpfung der Vorurteile dem Islam oder Muslimen gegenüber.

Kommentar von Tobias

Made Donnerstag, 16 of März , 2006 at 15:59

Es gibt auch einen 10-bändigen Korankommentar(SKD Bavaria Verlag)da wird jeder einzelne Koranvers erläutert und erklärt.

Für mehr Klahrheit kann auch folgende Website sorgen

http://www.islam-guide.com/de/

Kommentar von Michael

Made Freitag, 25 of August , 2006 at 17:49

“Muslime betreiben den Krieg gegen Nichtmuslime mit Terror, Mord, Erpressung und Nötigung - TÄGLICH werden in muslimischen Ländern Christen unterdrückt, misshandelt, terrorisiert und getötet! Nicht-natürliche Todesursache Nr. 1 von Christen in muslimischen Ländern: ERMORDUNG durch muslimische Fanatiker! Nicht MUSLIME sind weltweit die Meistverfolgten, sondern CHRISTEN.”

Auch wenn viele dieser dinge nur auf 2% der muslime zutreffen sind das doch 2% zuviel!
Wer diese Wahrheiten nicht beachtet ist blind.
Man kanna auch nicht sagen man soll die Gewalt im Koran im Gesammtkontext sehen, da es jede Terroristische Vereinigung auch nicht machen würde, und es ist NUR heiße luft wenn die braven Islamisten das tun!
Leider verstecken die Terroristen sich unter den Islamisten oder die Islamisten verstecken die Terroristen.
Ich Privat halte seitdem weiten Abstand zu allen Islamisten die ich nicht privat gut kenne.
Wenn ein Islamist das ließt bitte ich doch mal um eine Antwort warum die terror islami so einen hass haben auf die westliche welt. Neid ? auf Technologie? Wissensvorsprung? Oder weil selbst Islamisten lieber in unseren Ländern leben als in den Islamistischen Ländern?
Ihr treibt euer Volk in den Untergang macht das den Extremisten mal kla, auf lange Sicht die einzige Möglichkeit sich vor dem Terror zu schützen ist sich vor Islamisten zu schützen.
Grenzt euch ruhig weiter so aus mit euren Fremdenfeindlichen Einstellungen, wer nach einem Buch lebt in dem das so gepriesen und vorgeschrieben wird ( und Islamisten sind in meinen Augen die heftigsten Gläubigen die danach auch am striktesten leben würden)
der kann mir nix anderes erzählen.
Sie stellen Ihre Kultur über alle anderen(obwohl das lächerlich ist die hätten nichmal ne kanalisatuion ohne den westen) und versuchen es mit Gewalt durchzusetzen.
Diese Kultur hat in meinen Augen “verschißen” und es muss schon was heftiges passieren dass sich meine Meinung ändert.
Und bevor replys kommen wie kann man nur so rassistisch denken etc.. vorweg : Meine Meinung kam nicht von heute auf morgen sondern durch erfahrungen mit eurer Kultur und ich muss euch sagen es gibt keine Feindsehligere Menschen.
komme seit dem ich denken kann mit jedem Menschen gut klar ob asiate schwarz oda leute ausm osten aber mit Islamisten habe ich seit der Grundschule nur Schwierigkeiten…
Ich möchte keinen integrierten Islamisten zu nahe treten da es sicherlich viele vernünftige gibt. Aber es liegt an euch den vernünftigen Islamis diese Situation zu ändern, sonst sag ich es euch jetzt shcon vorraus werdet ihr auf der ganzen Welt verhaßt

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Freitag, 25 of August , 2006 at 21:40

@Michael: es tut mir leid für dich!

Kommentar von Mashallah

Made Mittwoch, 6 of September , 2006 at 16:09

Nehm dem Deutschen seine Sorgen und er hat nichts mehr. Wenn ein deutscher etwas tz meckern hat,kann man sich sicher sein das es im gut geht.
Macht es einen Unterschied ob Gewalt politisch oder religiös begründet wird?
Ist ein demokratisch beschlossenes Gesetz gleich gut?
Ist das alte Testament nicht mindestens genauso gewalttätig wie der Koran?
Ist Deutschland noch das Land der Dichter und Denker?
Ist Gewalt nicht das menschlichste was es gibt?
Ist nicht der Verfall der Sittlichkeit uin der Welt die Ursache für Islamismus und anderen fundamentalen Gruppen?
Würde Demokratie in den arabischen Ländern nicht den westlichen Wohlstand gefähreden?

Kommentar von Salem

Made Donnerstag, 7 of September , 2006 at 14:44

“GESCHICHTE MACHT ES ALLERDINGS KLAR, DASS DIE LEGENDE von fanatischen Muslimen, die sich durch die Welt schlagen und den Islam durch das Schwert während den Siegen an Menschenschlägen aufdrängen, EINES DER MEIST ERSTAUNLICH ABSURDEN MYTHEN, GERÜCHT, MÄRCHEN IST WAS DIE HISTORIKER IMMER WIEDERHOLT HABEN”.
Zitat aus “Islam am Kreuzweg”
De Lacy O’Leary in London, 1923, S.8
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Ich habe bis heute kaum jemanden gesehen, der sich über die USA beschweren würde, wieso sie die Vietnamesen (ich sag mal vorsichtig) ausgeschlachtet haben. So wird es ja deren General oder einer der Oberoffizieren verordnet haben: “Tötet jeden Vietnamesen, den Ihr seht”……. sie waren nun mal im Krieg.
Ich möchte hier die Aufzählung der Befehle anderer Generäle und andere Kriege nicht fortsetzen und komme nun zu meinem Punkt.
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Muslimen werden oft folgende und ähnliche Verse vorgeworfen:
„Wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt …“ (Sure 47.4)
„Nehmt keinen von ihnen zum Freund, ehe sie sich nicht zu Allah bekennen. Und wenn sie euch den Rücken zukehren, dann ergreift sie und schlagt sie tot.“ (4.89).
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Nun gibt alle acht……
Koran sagt zu uns im 6.Vers :
.” Und wenn einer der Götzendiener bei dir Schutz sucht, dann gewähre ihm Schutz, bis er Allahs Wort vernehmen kann; hierauf lasse ihn die Stätte seiner Sicherheit erreichen. Dies weil sie ein unwissendes Volk sind.”
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Die zitierte Verse bedeuten keineswegs, dass z.B. indische Muslime in Indien jeden Hindu abschlachten, weil dort die Mehrheit der Götzenanbeter lebt.
Dies wäre ja vielleicht für Muslime etwas einfacheres, wenn die Muslime dem unterstellten Terrorprofil entsprechen würden. Doch die Tatsache ist, das Islam doch Frieden bedeutet.
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INDONESIEN:
Es ist Tatsache, dass über 100 Millionen Indonesier Muslime sind, jedoch gelang dort keine Muslimarmee auf einer der über 2000 Inseln.
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MALAYSIA:
Die überwältigende Anzahl der Einwohner im Land sind Muslime, keine Hinweise bislang auf einen Muslim-Soldaten, der je Boden betreten haben sollte.
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AFRIKA:
Die Mehrheit der Menschen an der Ostküste Afrikas bis weit runter an Mosambik, ebenso die Masse der Einwohnerschaft an der Westküste des Kontinents sind Muslime. Die Geschichte liefert auch hier keinen Vermerk einer Muslim-Invasion. Was Schwert? Wo war das Schwert? Muslim Händler taten die Arbeit. Deren gutes Benehmen und rechtschaffene Moral erreichte das Wunder der Bekehrung.
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Des weitern kann ich das Buch von Frau Sigrid Hunke, “Allah ist ganz anders” empfehlen. Sie schildert in ihrem Buch eine lange Liste chauvinistischer Vorurteile, historischer Verdrehung und absichtlicher Fälschungen ggü Araber, Muslime. “… ein notwendiger Beitrag zur hygiene unseres Denkens”
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Kommentar von michael omar gerards

Made Mittwoch, 20 of September , 2006 at 11:49

bei dem ganzen zitieren, solltet ihr auch immer die quellen überprüfen. bei sigrid hunke handelt es sich um eine umstrittene historikerin, die der ideologie des dritten reichs verfallen war und in späteren jahren material für die sogenannte ‘neue rechte’ geliefert hat. das kann man sofort herausfinden, wenn man nur ein bißchen googelt…

Kommentar von Matthias

Made Mittwoch, 27 of September , 2006 at 01:21

…und ist das nicht wieder möglicherweise ein Vorurteil oder zumindest eine Heranziehung einer Tatsache die MÖGLICHERWEISE (man beachte den Konjunktiv) nichts mit dem Kern der Diskussion zu tun hat? Ich habe nichts von der Autorin gelesen und es ist ja durchaus möglich, dass man eine gefestigte Einstellung in sämtlichen Werken herauslesen kann.
Ich persönliche halte es mit: Man sieht nur mit dem Herzen gut…(ich weiß, das Zitat geht noch weiter ;) …) Der Korrektheit halber die Quelle des Zitats: Antoine de Saint-Exupéry =) aufrichtig freundliche Grüße an Michael Omar Gerards und die restlichen Diskussionsteilnehmer

Kommentar von Peacemaker

Made Donnerstag, 28 of September , 2006 at 16:04

As salamu alaikum,

ich grüße alle Muslime und Nichtmuslime. Der Friede sei mit euch allen!

Der Grund warum ich gezwungen bin zu schreiben ist, dass unbedingt versucht werden muss, die im Alltag ständig wiederholenden unwahren Meinungen der Nichtmuslime, aber auch der Muslime, durch Aufklärungsarbeiten zu ändern!

Es ist nicht einfach mit Menschen über den Islam zu diskutieren, wenn man sich darüber nicht ausreichend auskennt!

Selbst ich als Muslim (alhamdulillah) habe nicht ausreichend Kenntnisse, um alle Fragen des Islam richtig zu beantworten! Aber Allah sei dank, dass es diese Menschen gibt!

Und dies ist für jeden Menschen, und ich meine wirklichen jeden Menschen wichtig, dass er den wahren Islam versteht! Denn jeder muss wissen, dass der erste Mensch und Prophet Adam (Friede sei mit ihm/arab.: ‘alaihis-salam) diese Lebensweise, die bewusste Ergebenheit unter ALLAH (den Erhabenen/arab.: ta’ala), den Islam, verkündet und praktiziert hat. Alle anderen Propheten nach ihm (wie z.B. Abraham, Moses, Jesus) und als letzter ihrer Reihe Muhammad (Friede sei mit ihnen allen) haben ebenfalls diese Lebensweise, den Islam, verkündet und praktiziert. Und dies müssen die heutigen Muslime auch tun!

Dies ist vielleicht für die meisten von euch neu, aber dies ist die Wahrheit des Islam, die von den meisten Menschen leider nicht verstanden wird.

Deswegen bitte ich euch alle, euch gut über den Islam zu informieren, um eine Richtige und Wahre Meinung bilden zu können!

Ihr könnt, folgende Internetseite besuchen um sehr viel über den Islam zu lernen:

http://www.islam-verstehen.de

Ich hoffe, Ihr werdet daraus nutzen ziehen und wünsche euch allen,

ALLES GUTE!

Kommentar von Olivia

Made Freitag, 6 of Oktober , 2006 at 10:11

Ich möchte nur kurz fragen.
Michael hat folgendes geschrieben:
“Nicht-natürliche Todesursache Nr. 1 von Christen in muslimischen Ländern: ERMORDUNG durch muslimische Fanatiker! Nicht MUSLIME sind weltweit die Meistverfolgten, sondern CHRISTEN.””
Als Antwort kam von Omar:@Michael: es tut mir leid für dich!
Warum werden die unangenehme Fragen für Euch Muslime einfach nicht beantwortet?
Warum reagieren die Muslime so wütend auf Kritik und präsentieren sich so gewalttätig ( Mord der Nonne nach dem Paps Zitat, Morddrohungen,Papstpuppe zu verbrennen etc..)
Wie wäre es für Euch wenn die Christen so wütend darauf reagieren würden?
Ich habe gewiss nichts gegen Religionen solange sie kein Anspruch auf Staatsmacht erheben ( Sharia)-die Religion muss sich der Demokratie unterordnen!
Noch eine Frage:
Zitat:
“Nun gibt alle acht……
Koran sagt zu uns im 6.Vers :
.” Und wenn einer der Götzendiener bei dir Schutz sucht, dann gewähre ihm Schutz, bis er Allahs Wort vernehmen kann; hierauf lasse ihn die Stätte seiner Sicherheit erreichen. Dies weil sie ein unwissendes Volk sind.”

Wer sind diese Götzedienen? Und was passiert mit denen wenn sie nicht das Allahs Wort vernehmen? Sind die Götzedienen unwissend nur weil sie nicht Moslems sind und eine andere Religion haben ?

Hierwird auch über Unterschriftliste gegen Terror gesprochen mit 400 ! Unterschriften. in Deutschalnd leben mehr als 3 Milionen Moslems!!
Also 0,01 % haben unterschrieben-ein überzeugendes Ergebnis. In England sind 30% Moslems die den Gewalt was im Moment von moslemischen Radikalisten ausgeübt wird für gut heissen.
Ich als Frau möchte auch auf jeden fall die Gleichberechtigung dass wir hier in Europa erlangt habe auch bewahren. Ich bin ein Mensch und habe die gleiche Rechte wie jeder andere.
Und ich wäre sicher damit nicht einverstanden dass ein Mann ( Ehemann, Bruder) entscheidet wie ich zu leben habe.

Kommentar von Katha

Made Dienstag, 7 of November , 2006 at 17:05

Liebe Olivia.

Ich glaube das du dir keine Sorgen machen musst um deine Freiheit und Gleichstellung in Europa.
Und was die moslemischen Maenner angeht, wehr sagt denn das ein jeder seiner Frau sagt was sie zu tun oder zu lassen hat.
Ich selbst bin Christin und eine meiner besten Freundinnen ist muslimisch und verheiratet und glaube mir das es bei denen zu Hause ganz normal zu gehen tut.
“…… In England sind 30% Moslems die den Gewalt was im Moment von moslemischen Radikalisten ausgeübt wird für gut heissen…”
ich lebe in England und viele der muslime hier sind sauer auf was passiert ist und weitherhin von einer geringen Zahl gutgeheissen wird.

…”TÄGLICH werden in muslimischen Ländern Christen unterdrückt, misshandelt, terrorisiert und getötet..” und zu dir Michael, was ist denn mit den Cghristen die nach Afrika fahren und dort missionieren gehen und die vielen Menschen die im Namen des Christentumes sterben, gerade deswegen.
Oh und natuerlich die Kreuzzuege im Mittelalter sind auch zu erwaehnen und Martin Luther der Juden feindlich war. So du kannst mir nicht sagen das Christen diejenigen mit der weissen Weste sind.

Persoenlich finde ich, das das Wichtigste die Verstaendigung von allen Glaubensrichtungen ist.
Und das wir mit einander leben koennen ohne ein Jeden zu beschimpfen und ihm/ihr mitzuteilen was falsch oder richtig ist.
Am ende sind wir alle nur Menschen und wir machen alle Fehler und bekanntlich lernt man ja von diesen.

So noch nen schoenen Abend an alle.

Kommentar von ason

Made Donnerstag, 9 of November , 2006 at 20:17

Mit diesem daueraktuellen Kampagnenmotto wiesen bereits in den Jahren 2003 und 2004 NPD/JN Aktivisten und freie Nationalisten in vielen niedersächsischen Städte durch zahlreiche Flugblattverteilaktionen, Info-Tische und Demonstrationen erfolgreich auf den Geburtenschwund der Deutschen hin.
Dass durch den Geburtenschwund (1,3 Kinder pro deutsche Frau) und der gleichzeitigen Masseneinwanderung raumfremder Ausländer und deren Geburtenüberschuss (3,3 Kinder pro ausländische Frau) das deutsche Volk ausstirbt bzw. ausgetauscht wird, scheinen mittlerweile auch die gleichgeschalteten Medien mitbekommen zu haben. So berichtete das pro-israelische Blatt, die „BILD“( oft auch als „Toilettenpapier“ bezeichnet) am 15. März 2006 auf ihrer Titelseite ganz groß:“ Die Deutschen sterben aus.“ Auf der zweiten Seite ist unter anderem zu lesen, dass wir Deutschen vergreisen und sich unser Volk in den nächsten 100 Jahren auf 40 Millionen halbieren wird. Es wird erwähnt, dass wir uns bereits in 12 Generationen als deutsches Volk von der Weltbühne verabschieden werden, beziehungsweise ausgestorben sind. Dass die Ausländer bereits in ca. 50 Jahren die Mehrheit in Deutschland stellen werden, wird dem „Bildleser“ wahrscheinlich ganz bewusst vorenthalten, um keinen Bewusstseinswandel in den Köpfen der Deutschen zu kreieren. Man will wohl das deutsche Volk nicht in die Arme der nationalen Opposition treiben, die mit ihrer daueraktuellen Kampagnenforderung einen radikalen Kurswechsel in der Familien- und Ausländerpolitik herbeiführen und somit unser Volk vor dem bevölkerungspolitischen Kollaps bewahren würde. In der „Springer“ Presse erklären weiterführend emanzipierte Frauen, warum sie sich für Geld und Karriere und gegen Familie und Kinder entscheiden. Diesen unerträglichen Zustand der egoistischen Ellenbogengesellschaft haben die 68er Verbrecherbanden zu verantworten, die wider der Evolution und Naturgesetze die Rolle der Frau umgedeutet haben.
Dennoch gibt es Hoffnung am Horizont des multikulturellen Fernsehens. So wagte sich Generalbundesanwalt von Stahl in der Pro-Ausländer Sendung `Cosmo TV` am 18.März 2006 im WDR „unseren“ jüdischen Moralapostel Michel Friedmann, einer Frau Kleff (Verein Zivilcourage) und zwei ausländerverheerlichenden Moderatoren die Stirn zu bieten. Folgende erfrischende und überraschende Aussagen tätigte von Stahl u.a. in dieser Sendung:“ Wer heutzutage gegen Multi-Kulti ist, der wird sofort als Rechtsextremist bezeichnet. Alles was nicht links ist, gilt bei Ihnen als rechtsextrem. Die Kriminalität von ausländischen Jugendlichen ist drei, vier, fünfmal so hoch, wie die von ihren deutschen Altersgenossen, aber das wird in Deutschland verschwiegen. Viele Deutsche sind der Meinung, dass einfach zu viele nicht integrationsfähige Ausländer in Deutschland leben. Wenn jemand meint, dass es eine Friedensfalle von Churchill gab, dann ist das seine Meinung und nicht gleich rechtsextrem.“

Kommentar von Özcan Midik

Made Montag, 20 of November , 2006 at 15:23

Guten Tag,
bin ein Moslem und bin stolz darauf als Moslem zu geboren zu sein! Das soll jetzt nicht heißen das ich ein Fanatiker bin! Bin in Deutschland geboren und bin eigentlich nur mit Deutschen aufgewachsen!
Ich finde es wirklich schade alleine deswegen schon wenn auf dieser Welt irgendwo ein Selbstmordattentäter oder ein anderer Terroistischer Anschlag passiert das man da gleich in den Schlagzeilen schreibt “Islamischer Fanatiker” oder “Muslime haben wieder zugeschlagen” usw. so verbreitet! Ich finde die ganze Sache unfair! Es werden alles Moslems in den Dreck gezogen auf Deutsch gesagt! Aber das ist nicht wahr es wird in keiner Stelle im Koran vorkommen das darin steht töte den ungläubigen oder töte die nicht das Wort Allah in den Wort nehmen usw.! Ja ich weiß jetzt wird dann wieder leute geben die im Internet nachgeforscht haben und nur 4 Sätze vom Koran rauskopiert haben und mich konfrontieren, da steht das und das drin!
“Nein” die Leute die wirklich meinen es steht so drin dann kauft bitte die ganze Sure und ließt es komplett durch Sure(NISA)dann werden es alle verstehen um was es geht um das hier zu erklären würde zulange dauern!
Habe sehr oft Diskussionen mit meinen Arbeitskollegen Glauben hin Glauben her gehabt, möchte keinen auf dieser Welt mit Gewalt dazu zwingen zum Islam zu wechseln aber es soll jeder Mensch auf dieser Welt jeden glauben respektieren! Schlimm finde ich am meisten diese Leute die heutzutage an gar nichts mehr glauben weder Katholisch oder Islam oder ein anderer glaube haben!
Ich muß diesen Herren der diese Seite gemacht hat wirklich sehr loben, gefällt mir sehr wo jeder seine Meinung äußern kann und nicht ausfällig werden!
Mein Respekt!

Kommentar von Jürgen

Made Dienstag, 21 of November , 2006 at 21:27

Ich freue mich solche Artikel auf Deutsch lesen zu können. Viele der genannten Aspekte zum Thema Islam und Terror sehe ich ähnlich. Hatte deshalb bereits Gespräche mit protestantischen Theologen.
Als “Ungläubiger” bin ich erstaunt, dass einige Leser (s. Özcan Midik) fordern, jeden Glauben zu akzeptieren, aber selbst Atheisten nicht tollerieren wollen.

Kommentar von Potti

Made Samstag, 25 of November , 2006 at 04:33

Liebe Verfasser dieser Web-Side, liebe Userinnen und User, zunächst einmal herzlichen Dank für Eure Arbeit und Eure Beiträge an dieser Web-Side.
Ich finde es gut und richtig, dass wir hier in Europa gemeinsam leben und teile die Ansicht, dass jeder seinen Glauben frei leben können soll.

Ich freue darum auch, dass Muslime hier die Möglichkeit haben, ihren Glauben frei zu leben. Ich wehre mich aber gegen Islamisierung.
Das viele Christen da etwas gegen haben, sollte Euch klar sein. Wir wollen alle Frieden und Freundschaft. Aber Ihr müßt - bevor Ihr hier anfangt, zu den schon bestehenden Freiheiten noch weitere zu bekommen, erst einmal anfangen, in den oftmals ja früheren Heimatländern für die Zustände zu sorgen, die Ihr hier in Europa genießen dürft.

Mittlerweile werden hier Moscheen auf Staatskosten gebaut. Dann sollte das auch in vorwiegend islamischen Ländern den christlichen Kirchen gewährt werden !!! Diese werden nämlich aus Spendengeldern oder aus Geldern der europäischen Kirchen gebaut, die Regierungen islamischer Staaten beteiligen sich nicht daran !!!

Ich verstehe Eure Wünsche nach Einrichtung von Lehrstühlen für islamische Theologie an deutschen Universitäten, Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen, wertneutraler Vermittlung religiöser Werte in anderen Schulfächern, Thematisierung eines anti-religiösen Rassismus auf breiter Ebene, Anerkennung islamischer Verbände als Religionsgemeinschaft; d.h. rechtliche Gleichstellung mit anderen Religionen.

Aber: zuerst mal seid` Ihr in der Bringschuld, d.h., die zur Zeit noch vorwiegend islamischen Länder müssen erst mal das für die Christen tun, die in den dortigen Ländern leben. Vor allem muß die Verfolgung zum Christentum konvertierender, ehemaliger Moslems (Apostasie - arab. irtidâd)aufhören. Es kann doch nicht sein, dass viele offiziell noch muslimische Menschen sich nicht trauen, sich öffentlich zum Christentum zu bekennen, nur weil sie dann mit erheblichen Nachteilen rechnen müssen.

Ich sage das ganz losgelöst vom Koran sagen. Nebenbei bemerkt: ich habe selber einen Koran und weiß`, wovon ich rede.

Noch kurz etwas zu Mashallah:
Es stimmt! Im Alten Testament stehen wirklich viele Gewalttaten.
Aber: Seit Jesus hat dies für Christen keine Bedeutung mehr. Ein Blick in die Bibel reicht, um zu erkennen, dass Jesus Christus Gewalt verurteilt hat. Matthäus 5,38-39: “Ihr wißt, dass es heißt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Verzichtet auf Gegenwehr, wenn euch jemand Böses tut. Mehr noch: wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halte auch die linke hin…” Oder die Frage nach dem wichtigsten Gebot: Matthäus 22,37-39:”Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand. Das ist das größte und wichtigste Gebot. Aber gleich wichtig ist ein zweites: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.”

Wir sollen Gott über alles lieben - völlig klar. Doch: wir sollen unsere Mitmenschen lieben wie uns selbst. Das ist sehr sehr schön.

Darum: Jesus Christus hat vieles aus dem alten Testament revidiert, da Menschen vorher viel furchtbares gemacht haben. Seit Jesus ist es in der Bibel mit der Gewalt vorbei.

Ich möchte ein gutes und intensives Miteinander zwischen Muslimen und Christen.
Ich finde aber, das sollte auch in den vorwiegend muslimischen Ländern so werden.
Hier müßte den Christen erst einmal die gleiche Freiheit gewährt werden, die Muslime hier genießen - zurecht genießen, keine Frage.

Die Regierungen und vor allem die durch den Islam, aber auch durch Traditionen, Kultur etc. geprägten Gesellschaften in den entsprechenden Ländern müssen sich langsam darauf vorbereiten, dass es auch dort Menschen gibt, die den Islam verlassen und sich einem anderen Glauben zuwenden wollen.

Wenn es Eure Absicht ist, Menschen über den Islam zu informieren und vielleicht auch dem Islam zuzuführen, dann müßt Ihr erst einmal dafür sorgen, dass sich in zur Zeit noch vorwiegend islamischen Ländern Menschen ohne Probleme dem Christentum oder einer anderen Glaubensrichtung zuwenden können.

Die Möglichkeit zur Vorstellung des Islam und damit auch zur Islamisierung fordert zuerst einmal auch die Möglichkeit der Vorstellung des Christentums und damit auch die Möglichkeit, dass sich auch in noch fast hauptsächlich islamischen Ländern Menschen frei und ohne Repressalien dem christlichen Glauben zuwenden können.

Ich wiederhole noch mal: Frieden und Freundschaft - echte Freundschaft. Aber Freundschaft bedeutet auch ein Stück Partnerschaft und Partnerschaft verlangt auch gleiches für Beide!!!

Ich wünsche uns allen Frieden und echte Freundschaft.

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Samstag, 25 of November , 2006 at 05:16

@Potti: Du schreibst
“Aber Ihr müßt - bevor Ihr hier anfangt, zu den schon bestehenden Freiheiten noch weitere zu bekommen, erst einmal anfangen, in den oftmals ja früheren Heimatländern für die Zustände zu sorgen, die Ihr hier in Europa genießen dürft.”

Diese Logik ist fehlerbehaftet, denn

a) welche Länder soll ich reformieren?
b) welche Länder sollen deutsche Muslime reformieren?
c) werden alle in den Herkunftsländern den dortigen Christen gewährten Rechte den Muslimen in Deutschland garantiert? (ich denke hier an religiöse Feiertage, die die ägyptischen, syrischen oder anderen Christen geniessen oder die “Heiligkeit” der Gebetsstätten usw.. all das bekommen Muslime hier in Deutschland nicht automatisch!)
d) da man nicht mehr Bürger des Landes ist, aus dem man kommt, wird es schwierig (und unlogisch) sein, irgendwas darin zu verändern!

Aus diesen Gründen sind “wir” diesbezüglich mitnichten in der Bringschuld! Danke aber auf jeden Fall für deinen Kommentar!

Kommentar von Potti

Made Sonntag, 26 of November , 2006 at 23:39

Lieber Omar,

vielen Dank für Deine Antwort.
Du hast recht, zum Teil ist die Logik zumindest erklärungsbedürftig, vielleicht sogar fehlerhaft.

a) Ich denke vor allem an Länder wie Afghanistan, Iran, Saudi-Arabien, wo Christen noch echten Verfolgungen ausgesetzt werden.
b) Es gibt ein großes Problem, wenn deutsche Muslime von hier aus in den Ländern wie z.B. Saudi-Arabien Freiheiten versuchen zu erreichen. Die Gegebenheiten für Veränderungen sind in jedem Land anders. Hier leben wir in vielen Bereichen in einer Demokratie.
c)Die Feiertagsregelungen sind ein Beispiel, welche im Bundestag ja auch schon mal angesprochen worden sind. Cem Özdemir hat dazu einiges gesagt. Es ist auch richtig, dass es in den mehrheitlich islamischen Staaten christliche Minderheitenrechte gibt, beispielsweise die Mindestvertretung im Parlament. Was die da dann aber bewegen können ist natürlich ein anderes Problem.

Ein ganz wichtiges Minderheitenrecht wäre eine freie Konvertierungsmöglichkeit. Dieses Recht gibt es leider nicht.

Eines der Hauptprobleme ist und bleibt das Konvertierungsproblem für Menschen, welche vom Islam zum Christentum konvertieren wollen - und dies womöglich innerlich auch schon längst getan haben. Ich kenne selber Personen, die furchtbare und ganz schreckliche Erfahrungen in dieser Richtung gemacht haben. Leider berufen sich deren Peiniger dann auch auf verschiedene Suren im Koran, was ich wiederum sehr traurig finde. Es ist leider so, es steht da - aber muß man das dann auch so durchziehen? Kann man nicht dem Menschen seine/ihre Freiheit zur eigenen Entscheidung lassen?

Das sind für viele Menschen, die dort leben, echte Probleme. Die evangelische Kirche in Teheran hat vor kurzem mit der Ausgabe von Bibeln aufhören müssen, weil es mittlerweile immer mehr inoffizielle christliche Hausgemeinden gibt - und die sind streng verboten, weil es sich da ja um zum Christentum konvertierte Iraner handelt. Die dürfen das aber offiziell gar nicht sagen, also gar nicht zu ihrem “neuen” Glauben stehen und schon gar nicht zum Beispiel eine Änderung der Glaubenszugehörigkeit in ihrem Paß beantragen.
Darum wäre für mich jetzt eine wichtige Frage an Dich: Was meinst Du, wie kann den davon betroffenen Menschen dort geholfen werden?

Nun eine andere Frage:
Warum meinst Du, werden hier in Deutschland muslimische Gebetsstätten nicht als Heiligtümer anerkannt?

Resultat: in vorwiegend islamischen Ländern wie auch in vorwiegend christlichen Ländern gibt es noch sehr sehr viel zu tun.
Das Problem in den vorwiegend islamischen Ländern ist für die dort lebenden Christen nur, dass sie es selber nicht erreichen können während hier von politischen Parteien Veränderungen herbeigeführt werden - was aber auch noch viel Zeit dauern wird.

Was mich zum Beispiel echt belastet ist die amerikanische Invasionspolitik. Ich will unbedingt betonen, die USA haben viel Frieden, Wohlstand und hier in Europa die Freiheit gebracht. Dafür bin ich unendlich dankbar. Irak aber war ein großer Fehler, zudem auf Lügen aufgebaut. Ich denke, dass Verhalten der USA in Nahost sorgt dort für sehr viel Ärger und ist im weiteren Sinne für den Dialog zwischen den Religionen nicht förderlich.

Auf der anderen Seite steht die aggressive Politik des Iran. Auch das ist für den religiösen Dialog superschädlich, insbesondere wenn ein Land sich anschickt, ein anderes gleich sofort auszulöschen und den Bürgern empfiehlt, nach Bayern umzusiedeln.
Früher war es mal die aggressive Politik der arabischen Staaten gegen Israel, was für den Dialog der Religionen sicher nicht vorteilhaft war. Aber gut, an sowas hat damals wahrscheinlich eh` noch niemand gedacht.
Auch sowas ist für den religiösen Dialog nicht förderlich.

Ich bin froh um um einen guten Dialog und wünsche mir, wie schon zuletzt geschrieben, Frieden und viel echte Freundschaften zwischen Muslimen, Juden, Christen und den vielen Andersgläubigen, die es ja auch noch gibt.

Viele Grüße sende ich Dir und allen anderen Leserinnen und Lesern.

Kommentar von Mathias

Made Freitag, 12 of Januar , 2007 at 12:03

Omar hat recht. Man sollte sich als Deutscher erst einmal um die Probleme in seinem eigenen Land kümmern. Dann erreicht man durch eine Vorbildfunktion wahrscheinlich mehr. Sonst macht man sich selbst tot, das heißt nicht, das man nicht die in Deutschland errungene freie Meinungsäusserung nutzen kann, um als frommer deutscher Moslim Mißstände in anderen Ländern zu verurteilen.

Ich selbst bin protestantischer Ossi. Wir wir alle wissen, war der Osten mehr atheistisch geprägt. Ja, und ich war und bin immer versucht gewesen, daß gute und gemeinsame zwischen meiner Religion und den sozialistischen Idealen zu finden, und ja, es gab einige Gemeinsamkeiten. Kirche und Staat war in der DDR auch in der jungen Gemeinde immer ein großes Thema.

Ich denke aber auch, wir sollten uns nicht so viel über den Koran , die Bibel oder das Kapital unterhalten, sondern uns erstmal ohne Bezug zu irgendeiner Religion kennenlernen, eigene Vorstellungen oder Missfallen von einer Deutschen oder in meinem Fall Berliner Gesellschaft äussern. Ich wohne in Berlin-Neukölln. Ich wohne in Berlin, weil ich urbanes Leben mag. Dazu gehört Kreativität, Cafés und Bars, Kunst und Kultur, Offenheit und Kommunikation, Konsum, Spontanietät, Vielfalt natürlich. Aber, wenn ich hören muß, wenn die Kids im Bus meinen, daß der schöne Name Sonnenallee in arabische Allee umbenannt werden sollte, dann wird mir schon ein wenig anders, obwohl sie ein wenig recht haben, dann ich habe in dieser schönen Straße, in dem Jahr in dem ich hier wohne, noch nicht einen Laden gefunden, der vernünftige nützliche und qualitative Dinge anbot. Ich kaufe nun mal nicht so oft große arabische Koranverse für die Wand, oder Wasserpfeifen oder Hochzeitskleider, habe auch nicht gegen das Angebot, aber es sollte auch etwas nützliches geben, und, … das gibt es nicht. 2. Die Bars, naja ungemütliche mit Neonlicht durchflutete krankenhausähnliche Räume, in denen sich nur Männer tummeln. Also, klaro gehen auch in anspruchsvollere Bars mehr Männer als Frauen, aber die Bars dieser Männer sind selbst mir als Mann zu schäbig. Leider gibt es hier fast nur solche Bars, traurig. Es gibt eine, die ganz nett ist, mit guter Musik, angenehmer Athmosphere und sich dort wohlfühlenden Frauen, aber dort trifft man kaum Leute aus den Ländern des Islams. Neukölln ist ein überaus schöner Bezirk mit schöner Architektur, dem man seine interessante Vergangenheit ansieht. Aber was wurde hier daraus gemacht? Und was haben unsere türkischstämmigen und arabischen Mitbürger dazu beigetragen, bisher. Diese Überlegung stimmt einen traurig? Ich hoffe, das meine Mitbewohner auch etwas anspruchsvoller werden und wir mehr gemeinsam eine schöne Kultur schaffen, in der sich dann auch die Frauen wohlfühlen.

Kommentar von Mathias

Made Freitag, 12 of Januar , 2007 at 12:19

Entschuldige, dass ich mir selbst antworte. Ich möchte nicht, die kulturelle Armut dem Islam zuschreiben, ich weiß besser, daß es anders ist. Mag sein, das wir eben soziale Konflikte haben. Aber eben darauf, kam es mir in meinem Posting an. Religionsgemeinschaften sind gesellschaftlichen GEMEINSCHAFTEN, und sie sollten soziale Probleme angehen. Manche Kirchen tuen das einstweilen, indem sie jungen Menschen ein Forum, eine Plattform oder einen Raum geben oder sich anderweitig sozial engagieren. Viele Kirchen sind heute, wenn auch oft nicht genug, offen, für modernes Leben, geben ihren Raum auch Nichtchristen, ich denke gerade an die vielen Bands, die in kirchlichen Räumen proben und nicht immer nur religiöse Lieder singen ;) Gerade in der zunehmenden islamisierenden Gesellschaft in Europa wünsche ich mir, daß uns die vielleicht im Grundgedanken offenste Religion der drei, kulturell weiterbringt und uns nicht verarmen läßt, uns nicht nur weitere Dogmen bringt, nicht nur konservierend wirkt, sondern auch etwas schafft.

Kommentar von Mathias

Made Freitag, 12 of Januar , 2007 at 13:15

Feiertage:

Ja, darüber muß man doch reden können. Als liberal und praktisch denkender Mensch, würde ich sagen. Jeder bekommt zusätzlich zu seinem Urlaub frei wählbare Feiertage. Wenn nun die Mehrheit der Belegschaft Ihren Feiertag traditionell wählt, meinetwegen Karfreitag und Ostermontag, muss der, der an einem anderen Tag feiert und es sich betriebswirtschaftlich nicht lohnt ihn an diesen Tagen zu beschäftigen eben zwangsweise Urlaub nehmen. Ich sehe da kein Problem. Das könnt auch für Christen oder Sozialisten (die vielleicht bei Karl und Rosa feiern wollen) in einem mit vorwiegend muslimisch belegten Betrieb ebenso geschehen. Ich finde das liberal und gerecht.

Kommentar von W. Olejnik

Made Donnerstag, 31 of Mai , 2007 at 18:48

Hallo,
ich finde es schön hier mal meine Meinung sagen zu können. Für die, die mich als Ausländerfeindlich bezeichnen wollen, mein Großvater war Pole Mutterseits, mein Vater ist Italiener.
Ich finde das der Islam sich als gut darstellen will, aber es nicht ist. Denn wenn man sich mal mit der problematik befasst und übersezt was in den moscheen gepredigt wird weiss men was das Ziel der Muslime ist. ( Der Welt ihr Glaubensbild AUFZUZWINGEN) Wenn Muslime gegen gewalt sind warum beenden sie, sie dann ncht ??? denn die Muslime untereinander wissen genau wer gewalttätig ist und sie könnten diese Zellen ausschalten (WENN SIE ES WOLLTEN).
Warum bitte tun sie das nicht ???
Muslime sollten unter sich bleiben und in Ihre Heimat gehen wenn sie unsere Lebensweise nicht akzeptieren. Und nicht versuchen uns Ihre Lebensweisen aufzuzwingen.
Nun zum Ende komment:
Was ist der Dank dafür das Ihr Muslime hier jede nur erdenkliche Hielfe bekommt. Moscheen baut, Glaubensfreiheit ohne Verfolgung und vieles mehr. ????

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