Nervige Anrufe und Nerverlaubnisse

“Guten Abend, ich bin von der Telekom. Keine Angst, ich möchte Ihnen nichts verkaufen. Das denkt man ja heute immer..”

So fing meine Gesprächspartnerin eben gerade an. “Ja, durchaus” antworte ich mit einem kurzen Schmunzeln. Dann kam sie zum Thema: “Ich möchte Ihnen mitteilen, dass die Telekom ihren Dienst verbessert hat und Sie ab jetzt nur noch dann anruft, wenn es für sie relevant ist.”

Ich dachte mir an dieser Stelle schon “Ok, ich hoffe nun wirklich, dass Sie Ihre Worte nicht Lügen strafen werden, indem Sie mir Unwichtiges erzählen..” Sie fuhr fort:

Der Dienst wird vollkommen kostenlos zur Verfügung gestellt. Es werden Ihnen dabei Informationen zu Preissenkungen zu Ihrem Tarif gegeben.

Aha.. Warum haben sie es so eilig, mir die frohen Botschaften zu überreichen? Und warum schicken sie mir nicht einfach eine Email oder eine SMS? Naja, egal ist ja für mich kostenlos, also weiter.

Möchten Sie also in Zukunft von uns [zu diesem Zweck] angerufen werden?

Nein!

Dieselbe Antwort gab ich vor zwei Monaten einer Anruferin im Namen der Sparkasse, die mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass sich die Gesetze zum Datenschutz geändert hätten und dass ich ein Dokument zu unterschreiben hätte, damit ich die neuen Gesetze bestätige. Ja, ich weiß, das klingt sehr absurd. Im Laufe des Gesprächs wird mir klar, sie möchte eigentlich, dass ich ihr unterschreibe, dass sie meine Daten an zwei Kreditunternehmen weiterleiten darf – das sei ja normal..

Als ich ihr dann sagte, dass ich nicht möchte, dass meine Daten weitergegeben würden, fragte sie, was denn wäre, wenn ich die Dienste dieser Unternehmen in Anspruch nehmen möchte und das nicht ginge, da die Daten von der Sparkasse nicht weitergegeben wurden, fragte ich zurück, ob – in diesem unwahrscheinlichen Fall – ich nicht auch dann eine solche Weitergabe genehmigen könnte. Sie meinte, das würde gehen, allerdings müsste ich vorher – und zwar bitte heute noch – ein anderes Dokument unterschreiben. Alles in allem sehr konfus und immer läuft es darauf hinaus, dass man doch bitte unterschreiben oder zumindest übers Telefon zusagen müsse. Irgendwann legte ich dann höflich auf, als es mir zu viel wurde.

Heute traf ich außerdem noch auf dem Nachhauseweg einen Mann an, der mir einen Katalog von bofrost andrehen wollte. Er fragte also nach, ob ich einen kostenlosen Katalog haben möchte. Ich überlegte kurz und antwortete bestätigend. Er gab mir ein Exemplar und holte gleich sein Notizheft hervor. Darin wollte er offensichtlich meinen Namen und meine Telefonnummer aufschreiben.

Als ich sagte, dass ich Bedenken gegen die Weitergabe dieser Daten auf diese Art hätte, sagte er, dass es nur dazu diene, dass ein Mitarbeiter nachfragt, ob uns die Angebote gefielen. Das war aber genau das, was ich eigentlich verhindern wollte. Wenn mir etwas gefällt, werde ich mir das schon zu kaufen versuchen. Ein Nachfragen kommt meines Erachtens einer Bevormundung gleich. Jedenfalls musste ich ihm den dünnen Katalog zurückgeben, was meine Verdächtigung erhöht, dass die Aktion wenig mit dem Verkauf der bofrost-Produkte zu tun hat, sondern vielmehr die Daten an andere Vermarkter verkauft werden sollen.

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Comments

  • By Sven, 17. Dezember 2008 @ 12:53

    Den Anruf hatte ich auch, mit dem Unterschied, dass man mir “mitteilen” wollte, dass jetzt T-Mobile auch unter dem Dach der Telekom sei und ich deshalb auch von T-Mobile-Angeboten erfahren könne, wenn ich wollte.

    Ich finde das gut, dass da ein Band mitlief, so konnte ich eindeutig formulieren, dass mich jegliche Werbung, Angebote und sonstige “Informationen”, die irgendwas mit T-Momile zu tun haben nicht interessieren und ich keinerlei Kontaktaufnahme dazu wünsche. Wann hat man schonmal die Gelegenheit, so eindeutig Werbung abzuschalten :-)

    P.S.: was völlig anderes: schon das Stöckchen gesehen?

  • By Omar, 17. Dezember 2008 @ 14:53

    @Sven: hatte ich noch nicht gesehen. Mal sehen, ob ich die Anforderungen verstehe und etwas passendes dazu habe..

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