Warum Barino unglaubwürdig ist

Habe mir gerade die WDR-Dokumentation “Koran im Kopf II - Barinos Ausstieg” angeschaut, in der es wieder um den Protagonisten einer früheren Dokumentation geht, in der Barino zuerst zum Islam konvertierte, um nun mit der neuen Sendung zum koptisch-orthodoxen Christentum zu konvertieren1. Ich hätte sehr viel anzuprangern, allerdings möchte ich mit meinem ersten Beitrag zu dieser Debatte einen Emailaustausch offenlegen, den ich letztes Jahr nach der ersten Sendung mit Barino hatte. Ich hatte die WDR-Redaktion gebeten, Barino meine Emailadresse mit der Bitte um Kontakt zu geben. Sie waren dann so offen, mir seine Emailadresse zu geben.

Was sich anschloss war ein Emailaustausch, in dem ich abzuschätzen versuchte, was Barino wirklich wollte und mit welcher Argumentation er aufwartete. Ich muss zugeben, dass ich auch nachprüfen wollte, ob er wahrheitsgemäß zitiert wurde. Das hat er zu meiner Bestürzung fast alles soweit bestätigt. Hier also der Emailaustausch in Reinform. Ich habe Persönliches rausgelöscht (auch seine Emailadresse), um der Privatsphäre gerecht zu werden. Trotzdem ist der Austausch über den Monat, in dem wir diskutiert hatten erstaunlich lang geworden.

08.08.2007 18:15 - Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: oan
An: Barino

Assalamu Alaykum Bruder Barino,

Ich hatte gerade das Manuskript zur Sendung “Koran im Kopf” vom wdr erhalten und durchgelesen (Die Sendung selbst habe ich mir nicht angeschaut). Ich möchte, wenn du mir erlaubst, einige der von dir angesprochenen Punkte mit dir diskutieren und das aus einer rein islamischen Perspektive. Ich würde mir wünschen, dass du mir die Möglichkeit gibst und hoffentlich entsteht daraus ein fruchtbarer Austausch.

Ich kann mir vorstellen, dass nun mehrere Anfragen von verschiedenen Leuten und Medien an dich herangetragen werden und du damit möglicherweise überfordert bist, aber in meinem Fall kann ich dir nur versichern, dass es sich um eine ruhige und auf den Islam fussende Unterhaltung wird. Ich bin bereit, dich anzurufen, dir meine Nummer zu geben (s.u.) oder dich per Skype, msn oder irgendeinem anderen Medium deiner Wahl zu erreichen. Natürlich können wir auch per Email uns austauschen, wenn dir das lieber ist. Ich brauche nur ein Zeichen, um zu wissen, dass meine Worte nicht ins Leere laufen.

08.08.2007 22:39 - AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: Barino
An: oan

Assalamu Alaykum!

Zuerst möchte ich mich für deine email bedanken, hat mich gefreut.

Ich würde Vorschlagen, dass wenn wir über den Islam diskutieren, erst einmal festlegen sollten, auf welcher Grundlage wir dies tun. Für mich kommt da nur der Koran und die Sunnah in Frage. Die Interpretationen der Koran-Verse ziehe ich im Allgemeinen aus dem Tafsir von Ibn Kathir, im speziellen, d.h. wenn es z.B. um philologische Fragen geht, präferiere ich den Gelehrten Qurtubi. Modernere Tafsir-Werke von Maududi oder Sayyed Qutb schließe ich auch gerne mit ein.

Wenn es um aktuelle Fatawa geht, dann wäre dies eine gute Quelle. [link]

Manche Links funktionieren leider nicht, ich habe aber das gesamte Werk in Buchform bei mir.
Fatawa von Gelehrte wie Qaradawi können wir selbstverständlich ebenfalls heranziehen bzw. vergleichen.

Auf Gelehrte wie Ibn Qayyim, Mubarakpuri, Ghazali etc. können wir auch gerne eingehen.

Im Film wird es so dargestellt, als würden mich die Brüder in der Moschee “radikalisiert” haben. Das ist schlicht weg falsch. Den Khalid aus dem Film kenne ich nicht wirklich gut. Und der Imam Metwalli macht die Verse, die im Film ausgeführt wurden, auch nicht zum Thema seiner Vorträge.

Meine Bereitschaft die Aussagen aus dem Film mit dir zu reflektieren und zu diskutieren hast du.
Du kannst mir jede Frage stellen, jede Anmerkung machen und jede Kritik, ob positiv oder negativ, äußern. Ich bin auf die Früchte unseres Austausches gespannt.

Eine Bitte hätte ich an dich, Bruder. Ich habe in den Anhang eine PDF-Datei beigelegt, die ich versuche zu publizieren, als Äußerung zum Film. Es wäre schön, wenn du sie auch auf deinen Web-Seiten Publizieren könntest.

Vorerst möchte ich als Kommunikationsmedium ausschließlich auf die email zurückgreifen. Später, inscha’allah, wenn wir vielleicht sogar mal gemeinsam Aktivitäten für den Islam planen und durchführen (bitte nicht an Bomben denken, so wie man es mir nach sagt;), sieht man sich ja mal. Ich bin positiv davon überrascht mit einem aktivem Bruder in Kontakt zu treten, der auf mich vom ersten Kontakt her einen sehr anständigen und zielstrebigen Eindruck macht. Solche Muslime braucht der Islam. Aber genau so brauchen diese Muslime auch den Islam als Fundament, dies darf man nicht vergessen, denn der Westen will Muslime ohne Islam.

09.08.2007 16:09 - Re: AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: oan
An: Barino

Assalamu Alayka Barino,

vielen Dank für deine Bereitschaft. Fangen wir gleich an. Ich werde zunächst einmal annehmen, dass du in der Sendung richtig zitiert wurdest. Wenn das an einer Stelle nicht der Fall sein sollte oder deine Aussage aus dem Zusammenhang gerissen wurde (was ich ja nicht wissen kann), dann bitte ich dich natürlich, dies klarzustellen, damit es keine Missverständnisse gibt. Das ist sowieso das wichtigste: Klarheit in den Aussagen.

Die zitierten Koranverse sind natürlich ungefähre Übersetzungen ins Deutsche, aber ich bin auch - Gott sei Dank - der arabischen Sprache mächtig und gehe auch in der Auswahl der Verse nach dem arabischen Original vor.

1. Freundschaft mit Nichtmuslimen

Du sagst am Anfang der Sendung im Bezug auf deine damaligen multireligiösen Bekanntschaften:

“Allerdings ist ein Problem für mich, wenn ich mich auf den Koran beziehe, befürchte ich, dass ich nicht ordnungsgemäß handele, dass ich Sünden begehe, wenn ich mit diesen Menschen Freundschaften schließe…”

du führst dann aus:

“Und viele junge Muslime beziehen das auch auf ihr Leben hier in Deutschland, dass sie sagen, die Regierung oder irgend eine andere Obrigkeit macht für mich keine Gesetze und ich nehme ihn nicht als Vorgesetzten, als Chef, sondern ich habe meine eigenen Gesetze und lebe danach.”

Später wirst du mit folgenden Worten zitiert:

“[Predigt], in der es wirklich darum ging, dass wir keine Ungläubigen als Freunde nehmen sollen. Und in unserem tiefsten Herzen sollen wir wissen, dass wir sie hassen müssen.”

Dem stehen die Anfangsverse der Sure Al-Mumtahana (60) diametral gegenüber. Darin bringt das Gott in den Versen 7-9 auf den Punkt:

“(7) Vielleicht läßt Allah zwischen euch und denen von ihnen, die euch feind sind, Freundschaft entstehen. Allah ist mächtig, und Allah ist verzeihend, barmherzig. (8) Allah verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eueres Glaubens bekämpft oder euch aus eueren Häusern vertrieben haben. Allah liebt fürwahr die gerecht Handelnden. (9) Allah verbietet euch nur, mit denen Freundschaft zu schließen, die euch des Glaubens wegen bekämpft oder euch aus eueren Wohnungen vertrieben oder bei euerer Vertreibung geholfen haben. Wer mit ihnen Freundschaft schließt, tut unrecht.”

Der Unglaube ist also nicht Grund für Nichtfreundschaft oder gar fehlende Mitmenschlichkeit. Die Bekämpfung ist - wie könnte es anders sein - eher ein Grund für fehlende Freundschaftlichkeit. Für das Erstere spricht auch, dass der Prophet (sas) selbst sagte, dass er als Barmherzigkeit für die Welt geschickt wurde - diese Barmherzigkeit beschränkt sich nicht auf Muslime! Von Hassen kann keine Rede sein, da wir stets angehalten werden, nett zu allen Menschen zu sein. Wie kann man einen Hass auf Nichtmuslime mit dem Beispiel des Propheten mit seinem jüdischen Nachbarn in Einklang bringen? Wie kann man Hass auch damit in Einklang bringen, dass ein muslimischer Mann eine Christin oder eine Jüdin heiraten darf? Wie kann er sie heiraten, wenn er sie hasst? Weiterhin frage ich mich, wie man jemanden hassen kann und ihm die Hidaya (oder die Rechtleitung) wünscht und möglicherweise sogar für ihn betet?

Mehr noch: Ibn Kathir erklärt (Tafsir 2/S. 65 (in meiner Ausgabe)), dass der Vers in Frage nach der Schlacht von Uhud herabgesandt wurde und sich auf diejenigen bezog, die den Schutz bei Juden und Christen der Umgebung gesucht haben und sich ihrem Glauben anschliessen wollten (also Juden und Christen sein wollten, um im Gegenzug Schutz gewehrt zu bekommen). Das ist zwar nicht die einzige Erklärung für diesen Vers, allerdings deutet sie darauf hin, dass die Wilaya eben eine ist, die sich auf den Glauben bezieht.

Und das ist der nächste Punkt: bedeutet der Vers für dich, dass du nicht bei einem nichtmuslimischen Arbeitgeber arbeiten sollst? Oder den Gesetzen des Landes, in dem du lebst nicht Folge leisten musst? Kann es das sein, wenn der Prophet (sas) einige Muslime ins heutige Äthiopien geschickt hatte und diese sich (als Minderheit) natürlich an die dortigen Gesetze gehalten haben?

2. “Schweine und Affen” - und Ratten?

Du führst dazu aus:

“Die Juden wurden in Schweine, in Affen und in Ratten verwandelt - so steht es auch im Koran..”

In Al-Baqarah (2:65) steht:

“Ihr kennt doch diejenigen unter euch, die sich hinsichtlich des Sabbats vergingen, und zu denen Wir sprachen: »Werdet (wie) ausgestoßene Affen!«”

In Al-Maida (5:60) steht weiterhin:

“Sprich: »Kann ich euch etwas Schlimmeres verkünden als das, was euer Lohn bei Allah ist? Wen Allah verflucht hat und wem Er zürnt und wen Er in Affen und Schweine verwandelt hat und wer den Götzen dient - die befinden sich in schlimmem Zustand und sind vom rechten Weg weit abgeirrt.”

und weiter: (5:166):

“Und als sie trotzig bei dem Verbotenen verharrten, sprachen Wir zu ihnen: »Seid wie verächtliche Affen!«”

Im ersten Vers sind Muslime, Christen, Juden und Sabäer (2:62) angesprochen. In den letzten zwei sind Juden oder gar Israeliten angesprochen. Allerdings werden die als verwandelt beschriebenen Menschen nicht als Juden bezeichnet, sondern werden über ihre schlechte Tat charakterisiert. Das heisst also eben nicht, dass “die Juden” oder “die Christen” in Affen bzw. Schweinen verwandelt wurden, sondern diejenigen, die “unter euch” (also Teil von) sich vergingen! Das ist eine Mahnung auch an uns Muslime - keineswegs eine Beschreibung einer Gruppe von Menschen, wie das aber durch deine sehr pauschale Aussage erscheint. Von Ratten ist auch meines Wissens nirgends die Rede.

Gegen die Pauschalisierung spricht Gott sowieso in Al-Imraan (3:113f.):

“(113) Sie [die Leute der Schriften] sind aber nicht alle gleich. Unter den Leuten der Schrift gibt es eine aufrechte Gemeinde, welche die Verse Allahs zur Zeit der Nacht liest und sich niederwirft. (114) Diese glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Unrechte und wetteifern in guten Werken; und sie gehören zu den Rechtschaffenen.”

Aber selbst in den einzelnen Stellen führt Gott immer aus, z.B. in Al-Maida (5:168):

“Und Wir zerstreuten sie in Gruppen auf der ganzen Erde. Unter ihnen sind rechtschaffene und solche, die es nicht sind, und Wir suchten sie mit Gutem und Bösem heim, auf daß sie zurückkehrten.”

Fest stehen muss allerdings, dass ganz offensichtlich heutige Juden und Christen (weder in ihrer Allgemeinheit noch im Partikulären) Schweine oder Affen sind! Oder besteht da Diskussionsbedarf?

3. “Schlimmer als Tiere”

Du sagst:

“Schlimmer als das Vieh sind vor Allah die Ungläubigen. Ja, wo ist das Problem? … Das ist göttliche Offenbarung und so ist es… Was willst Du da groß sagen?”

Aber im Vers 8:55 steht das eben nicht drin, auch wenn so einige Übersetzungen das so rüberbringen. Tatsächlich steht, dass die schlimmsten Kreaturen für Gott die Ungläubigen (mit Erkläuterung, die im Vers danach folgt!!) sind. Lies bspw. in Ibn Kathir nach, da steht (Tafsir 2/306) in etwa:

“Gott sagt, dass das schlimmste, was auf dieser Erde wandelt (”ma dab” = was auf der Erde schreitet) die sind, die kafaru (nicht glauben, nicht dankbar sind) und nicht glauben. Und die jedes Mal, wenn sie einen Vertrag eingehen, diesen und trotz eines Schwurs nicht einhalten.”

Ich möchte nicht auf die (angeblichen) Ausführungen eingehen, die von der “saudischen” Internetseite zitiert werden, da das ja nicht deine eigene Aussage ist, allerdings ist es bedenklich, mit welcher Überheblichkeit da von anderen Menschen gesprochen wird, wenn man selber nicht vor der eigenen Haustür kehrt…

4. “Für” Allah sterben ist das Höchste

Zum Schluß der Sendung wirst du folgendermaßen zitiert:

“Also, dass für Allah zu sterben das Größte ist, was einem Moslem passieren kann, darüber gibt es überhaupt keinen Zweifel. …”

“Für Allah sterben” wird im Koran aber nirgends verwendet. Dort wird immer nur von “fi sabilillah” gesprochen, was soviel wie “auf dem Wege Gottes” bedeutet. Das ist vor allem deshalb ein großer Unterschied, da das Sterben an sich nicht der Hauptpunkt hier ist, sondern der Hauptpunkt ist der Weg, den man beschreitet, die Mittel, die man benutzt und das Ziel, das man anstrebt. Auch wenn Gott dazu aufruft, den (auch bewaffneten) Kampf gegen Aggressoren nicht zu scheuen, warnt er immer davor, dass er die Aggressoren nicht mag (auch wenn sie sich Muslime nennen!). So etwa in Al-Baqarah (2:190):

“Und bekämpft auf Allahs Pfad, wer euch bekämpft, doch übertretet nicht. Siehe, Allah liebt nicht die Übertreter.”

Es reicht eben nicht, dass einer sagt, “ich möchte ‘für’ Gott sterben” Es zählen seine Taten und wenn seine Taten nicht gut sind oder gar verboten sind, dann ist er nicht auf “Gottes Weg”. Ich gehe davon aus, dass dieser Unterschied erheblich ist und nicht beiseite zu räumen ist!

Weiterhin hast du aber scheinbar die Antwort des Propheten (sas) vergessen, der einem antwortete, der in den Krieg ziehen wollte, den der Prophet gefragt hatte, ob seine Eltern noch leben und ihm dann empfahl (oder befahl) seinen Eltern zu dienen, statt in den Krieg zu ziehen. Mehr noch, im Sahih des Bukhari findet sich die Aussage des Propheten, dass die beste Tat die ist, dass man das Gebet zur rechten Zeit verrichtet, danach kommt das sich um die Eltern sorgen und erst danach der Jihad. Weitere Aussagen des Propheten, die darauf hindeuten findest du hier:

http://www.islamonline.net/servlet/Satellite?pagename=IslamOnline-English-Ask_Scholar/FatwaE/FatwaE&cid=1119503543898

Wie kann dann deine Aussage so stehen bleiben?

5. Kofferbomber

Du sagst

“Die Kofferbomber … sie tun mir ein bisschen leid, weil sie versuchen, einfach nach den Grundsätzen ihrer Religion zu handeln und zu leben. Sie fürchten nicht die Ungläubigen, sondern sie versuchen, den Islam zum Sieg zu verhelfen.”

Bist du wirklich der Meinung, dass zu den Grundsätzen des Islams das willkürliche und zufällige Töten von Zivilisten (also Leuten, die keine Waffe tragen) außerhalb einer Kriegszone gehört? Wenn selbst das Umbringen von Zivilisten im Falle von Krieg vom Propheten und von seinen Nachfolgern (Bsp. Omar Ibn Al-Khattab) verboten wurde, wie kann man dann davon ausgehen, dass die Kofferbomber (oder etwa die Attentäter vom “7.7.” oder andere) etwas ehrwürdiges getan (oder vorgehabt) haben? Das kann ich nicht verstehen und wünsche mir eine Erklärung.

Es folgen nun nur noch zwei kleinere Punkte, die ich angesprochen haben möchte, die aber auch nicht ganz so wichtig sind:

6. “Reine Gesellschaft”

Die Aussage stammt nicht von dir, sondern vom “Khalid”, der in der Sendung auch befragt wird. Er soll gesagt haben:

“Ich stelle mir eine Gesellschaft vor, wie es Gott verlangt hat, eine reine Gesellschaft vor, so wie es unser Gott vorgegeben hat: Eine reine Gesellschaft. Kein Betrug, keine Lügen, kein Krieg… keine uneheliche Unzucht, keinen Alkohol…”

Aber glaubst du nicht auch, dass Gott eben diese Gesellschaft offensichtlich “vermieden” hat, als er uns als Menschen erschaffen hat? Der Prophet sagte dazu:

“Würdet ihr nicht sündigen, würde euch Gott verschwinden lassen und würde ein Volk schicken, die sündigen, Gott dann um Vergebung bitten, damit er ihnen verzeiht.” (Muslim)

Das ist ganz offensichtlich eine Gesellschaft, die kontinuierlich sündigt! Was also kann die “reine Gesellschaft” sein, von der Khalid spricht? Von einer “reinen Gesellschaft” reden leider meist Leute, die alles, was ihrer Vorstellung von einer reinen Gesellschaft nicht entspricht, austilgen wollen - und notfalls mit Gewalt. Das ist aber nicht so vom Islam oder von Gott beabsichtigt. Verstehst du dann die Angst vieler Zuschauer, die sich die Ausführungen in der Sendung angeschaut haben? Das ist Faschismus!

7. “Fundamentalist”

lieber Bruder, ich glaube, diesen Begriff hast du falsch verstanden. Es geht hier meist nicht darum, dass ein Muslim nach Koran und Sunna geht. Der Begriff kommt aus der christlichen Ecke und bedeutet, dass jemand wort-pingelig ist und ohne kontextualisierung der Verse (als Beispiel) und ohne Berücksichtigung anderer Verse (oder Hadithe) glaubt, sein Verständnis von dem Gelesenen anderen aufdrücken zu müssen. Wenn du also das Wort verwendest, dann führ aus, was du meinst, damit du verstanden wirst. Du bist schließlich nicht einer, der den Anfang des Verses liest

“und nähert euch nicht dem Gebet”

und daraus seine Schlüsse zieht, oder? Vielmehr ist auch für diesen Vers die Fortsetzung und der Kontext interessant. Das setzt sich bei anderen Versen fort, die eben nicht für sich dastehen, sondern von anderen Versen, von Überlieferungen des Propheten und vom Kontext maßgeblich mitbestimmt werden. Wenn du aber die Kontextualisierung bspw. hinnimmst, dann bist du schon kein Fundamentalist, wie es die christlichen Fundamentalisten sind!

So, ich weiss, das war nun richtig viel, aber ich hoffe, es stösst bei dir auf fruchtbaren Boden und es gibt eine interessante Diskussion darüber. Wenn du Zeit für die Beantwortung brauchst, bitte ich um eine kurze Mitteilung, wann du ungefähr mit der Antwort fertig sein wirst.. Eine kleine Anmerkung habe ich noch zu der von dir verschickten pdf-Datei (ich hatte sie bereits auf einer islamophoben Seite gesehen und wollte anfangs nicht glauben, dass du sie verschickt hast):

Leider hilft die Datei nicht dabei, dich oder deinen Standpunkt zu verstehen. Zum Wort Fundamentalist hatte ich ja bereits einiges erklärt, aber du kannst auch im Allgemeinen die Worte nicht selber definieren, sondern musst darauf eingehen, wie sie von anderen verstanden werden. Ich kann auch nicht sagen, dass “Sünde” für mich “etwas Gutes” bedeutet! Notfalls meidet man halt Begriffe, die missverständlich sind. Es ist kein Mutbeweis, einen negativ empfundenen Begriff auf sich selbst anzuwenden.. Damit beweist du gar nichts!

Weiterhin ist es einfach kontraproduktiv von “Heuchlern” zu sprechen ohne zu konkretisieren, wen du damit meinst oder was diese Menschen, von denen du sprichst vorheucheln sollen. Ich werde deshalb den Brief nur dann veröffentlichen, wenn unsere Diskussion soweit ist, dass wir beide glauben, dass es sinnvoll ist.

09.08.2007 16:16 - Re: AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: Omar Abo-Namous
An: Barino

Salam,

entschuldigung am Anfang meiner Email hat sich ein Fehler eingeschlichen, Gemeint ist natürlich unter 2. beim dritten Vers nicht Al-Maida, sondern Al-Araf, also 7:166 und demnach auch der Vers einige Zeilen darunter 7:168 und nicht 5:168!

09.08.2007 17:01 - AW: AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: Barino
An: oan

Assalamu Alykum,

Lieber Omar,

Deine Ausfühung ist sehr reichhaltg, und ich möchte mir Zeit nehmen in ruhe daruf zu antworten. Hab bitte Verständnis wenn es bis nach dem Wochenende dauert.

Barino

16.08.2007 22:11 - Re: AW: AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: oan
An: Barino

Assalamu Alaykum,

kommt noch eine Antwort?

17.08.2007 16:34 - AW: AW: AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: Barino
An: oan

Assalamu Alykum!

Lieber Bruder,

tut mir Leid, dass es ein bissen dauert, aber ich bin die letzte Zeit sehr in Stress. Ich habe noch nicht alle deine Fragen/Anmerkungen beantwortet, werde dies aber, inschaallah, noch vervollständigen. Hier hast du schon mal den ersten Teil (Anhang!).

Mitgeschickt hatte er ein Dokument mit folgendem Inhalt (repräsentativer Ausschnitt):

1. Freundschaft mit Nichtmuslimen

Die Geschichte von Hatib bin Abi Balta’ah steht hinter der Offenbarung der ehrenwerten Sure Al-Mumtahana. Er war einer der frühen Emigranten und hinterließ in Mekka Kinder und Vermögen. Als der Gesandte Gottes (saws) entschied Mekkah zu erobern, befahl er den Muslimen sich militärische vorzubereiten, und sagte in einem Ausspruch, „Oh Allah, halte unsere Neuigkeiten vor ihnen verborgen.“. Hatib schrieb einen Brief um seine Nahe stehenden in Mekkah zu informieren, so dass sie sich schützen könnten. Allah ließ den Propheten davon wissen. Der Prophet ließ den Brief abfangen und stellte Hatib zur Rede. Er beteuerte, dass er es nicht als Auflehnung gegen den Islam machte, sondern nur um seine ihm Nahestenden zu schützen. Sie waren ihm sehr wichtig. ‘Umar wollte ihn daraufhin Köpfen, doch der Prophet wies darauf hin, dass er in Badr mitkämpfte und diese Gefährten alles machen konnten und ihnen vergeben wird.

Der erste Ayah von Surah Mumtahanah ist in Bezug auf dieses Ereignis offenbart worden. Dies ist natürlich ein Beispiel in Kiegszeiten. Aber zu beachten ist, dass es bei Hatib ja nicht um Verrat ging, sondern um seine Emotionale Bindung zu den Ungläubigen die in Makkah waren.

60.1 O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht Meine Feinde und eure Feinde zu Beschützern, indem ihr ihnen Zuneigung (mawada) zeigt, wo sie doch die Wahrheit leugnen, die zu euch gekommen ist, und den Gesandten und euch selbst austreiben, weil ihr an Allah, euren Herrn, glaubt. Wenn ihr zum Kampf für Meine Sache und im Trachten nach Meinem Wohlgefallen ausgezogen seid, gebt ihr ihnen insgeheim Zuneigung zu verstehen, während Ich doch am besten weiß, was ihr verbergt und was ihr kundtut. Und der, der von euch das tut, ist sicherlich vom geraden Weg abgeirrt.

Mit der „Zuneigung“ (Mawaddah) kann hier nicht der gepflegte Umgang gemeint sein, denn Allah sagt: „…gebt ihr ihnen insgeheim Zuneigung zu verstehen, während Ich doch am besten weiß, was ihr verbergt und was ihr kundtut…“

Einen Ungläubigen nicht zum Wali zu nehmen oder ihm keine Liebe/Freundschaft zu entgegnen heißt ja nicht, ihn schlecht zu behandeln, im Gegenteil, so wie es der Vers 60.8, beschreibt, heißt es ihn gut und mit Respekt zu behandeln, aber eben distanziert, nicht mit Liebe/Freundschaft.

Zum Vers 5.51 leitet Ibn Kathir ein:“Allah verbot seinen gläubigen Knechten Juden und Christen zu Freunden zu nehmen, weil sie Feinde des Islam und seiner Anhängern sind.(…)“ Im gleichen Vers sagt Allah(swt), dass wer sie zu Freunden nimmt, gewiss einer von ihnen sein wird.
Einer von Ihnen zu sein bedeutet Den Zorn Allahs auf sich zu tragen oder in der Verirrung („Dalala“) zu sein, laut dem Hadith, der Sura 1.7 erklärt. Überliefert von Tirmidhi, siehe Ahmed 4:378

Sura 5.60 “Sprich: “”Soll ich euch über die belehren[Barino: gemeint hier die Juden], deren Lohn bei Allah noch schlimmer ist als das? Es sind, die Allah verflucht hat und denen Er zürnt und aus denen Er Affen, Schweine und Götzendiener gemacht hat. Diese befinden sich in einer noch schlimmeren Lage und sind noch weiter vom rechten Weg abgeirrt.”"”

Der Vers, den du anführtest (60.7) ist sehr wichtig, um zu verstehen, dass auch die Feinde mit Respekt zu behandeln sind, es heißt aber nicht, das sie nicht trotzdem die Feinde des Islam sind.
Der Prophet (saws) sagte: „Liebe deinen geliebten gemäßigt, denn eines Tages, wird er vielleicht dein Feind sein. Zürne deinem von dir Gezürnten mit Maß, denn eines Tages wird er vielleicht einer von deinen Geliebten sein.“ (Fath Al-Bari 7:644) Siehe dazu auch Vers 3.103

Wir können den Vers nun anhand von dem Hadith folgender maßen verstehen. Allah hat zu allem die Macht. Wenn Er es will, dann macht er euch auch diejenigen zu Freunden, die EINST eure Feinde WAREN (Wichtig: ‘adytum ist Perfekt!).

Dies alles verrät mir, dass der Koran mir eine Freundschaft mit Ungläubigen verbietet, die ich folgender maßen definiere: Man Verspürt innerliche Zuneigung zum Freund, Vertraut ihm Geheimnisse an, man teilt Interessen, berät sich vertrauensvoll, etc.. Ich muss sie gut behandeln, denn obiger Hadith (Fath Al-Bari 7:644) kann sich ja durch Allahs Allmacht bewahrheiten (Innallah yahdi mayasha’).

Die Verse (60.7ff) werden von Rechtsgelehrten zum Verhältnis Muslim-Thimmi herangeführt.

Des weiteren sind zu diesem Thema folgende Verse anzuführen: 3.118, 5.51, 5.57, 4.144, 3.28, 9:23

Hass ist definitiv falsch. Ich bin nicht der Überzeugung, dass ein Muslim einen Ungläubigen hassen muss. Mit deiner Aussage:

„Von Hassen kann keine Rede sein, da wir stets angehalten werden, nett zu allen Menschen zu sein. Wie kann man einen Hass auf Nichtmuslime mit dem Beispiel des Propheten mit seinem jüdischen Nachbarn in Einklang bringen? Wie kann man Hass auch damit in Einklang bringen, dass ein muslimischer Mann eine Christin oder eine Jüdin heiraten darf? Wie kann er sie heiraten, wenn er sie hasst? Weiterhin frage ich mich, wie man jemanden hassen kann und ihm die Hidaya (oder die Rechtleitung) wünscht und möglicherweise sogar für ihn betet? „

hast du völlig recht. Aber wenn man jemanden nicht hasst, heißt es nicht, dass er gleich dein Freund ist. Das diese Aussage aufgezeichnet wurde, darüber bin ich auch nicht glücklich, denn wir hatten stundenlange Interviews hinter uns, dann haben wir einfach ein wenig Geplauder, und da habe ich eine Geschichte erzählt, aus der dann dieser Ausschnitt ausgestrahlt wurde.

Hier eine Fatwa:

[snip]

2. “Schweine und Affen” - und Ratten?

Das diese Aussage aufgezeichnet wurde ist ebenfalls eine Katastrophe. Es ist nicht meine Meinung, sondern ich hatte jemanden zitiert, und war zu unvorsichtig. Es wurde halt entsprechend geschnitten und das Endergebnis sieht so aus, als währe es meine, oder eine Islamisch korrekte Meinung, das heutige Juden und Christen Affen und Schweine seinen. Dies ist schlicht weg falsch. Hier muss man den Kontext sehen, in dem dieser noble Vers offenbart wurde. Deine Ausführung hat Hand und Fuß und ist somit richtig. Meine im Film Dargestellte Meinung ist natürlich falsch, eine Katastrophe! Im Koran Steht natürlich auch nichts von Ratten, aber in folgendem Hadith:

Bukhari Volume 4, Book 54, Number 524:
Narrated Abu Huraira: The Prophet said, “A group of Israelites were lost. Nobody knows what they did. But I do not see them except that they were cursed and changed into rats, for if you put the milk of a she-camel in front of a rat, it will not drink it, but if the milk of a sheep is put in front of it, it will drink it.” I told this to Ka’b who asked me, “Did you hear it from the Prophet ?” I said, “Yes.” Ka’b asked me the same question several times.; I said to Ka’b. “Do I read the Torah? (i.e. I tell you this from the Prophet.)”2

3. “Schlimmer als Tiere”

Du sagst:

Aber im Vers 8:55 steht das eben nicht drin, auch wenn so einige Übersetzungen das so rüberbringen. Tatsächlich steht, dass die schlimmsten Kreaturen für Gott die Ungläubigen (mit Erkläuterung, die im Vers danach folgt!!) sind. Lies bspw. in Ibn Kathir nach, da steht (Tafsir 2/306) in etwa:

Da hast du recht, können wir uns auf die Übersetzung „Das schlimmste/böseste was auf Erden wandelt sind die Ungläubigen…“ einigen? Weiterer Erklärung bedarf dieser Ayah dann wohl nicht, er ist ja dann eindeutig genug.

Ich möchte nicht auf die (angeblichen) Ausführungen eingehen, die von der “saudischen” Internetseite zitiert werden, da das ja nicht deine eigene Aussage ist, allerdings ist es bedenklich, mit welcher Überheblichkeit da von anderen Menschen gesprochen wird, wenn man selber nicht vor der eigenen Haustür kehrt…

Völlig richtig! Vor der Ausstrahlung habe ich diesen Bericht aus dem saudischen Fernsehen noch nie gesehen. Der wurde einfach rein geschnitten.

19.08.2007 13:06 - Re: AW: AW: AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: oan
An: Barino

Assalamu Alaykum,

ich werde warten, bis deine Antworten vollständig sind, ok?

27.08.2007 13:16 - Re: AW: AW: AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: oan
An: Barino

Assalamu Alaykum,

ich will nicht pushy sein, aber kommt noch der Rest der Antwort?

27.08.2007 13:49 - AW: AW: AW: AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: Barino
An: oan

Assalamu Alaykum,

habe mich gerade eingelocked um dir meinen zweiten Teil der Antwort zu schicken, da kam deine letzte mail…

Zum Thema Jihad wollte ich schon immer mal meine Gedanken und die Gelehrtenmeinungen niederschreiben, um sie für mich zu ordnen. Da ich aber momentan aus diversen Gründen nicht die Zeit und Muse habe, habe ich dir als Diskussionsgrundlage eine Zusammenfassung zum Thema als PDF-Datei im Anhang beigelegt. Sie stammt von einem Gelehrten, die Quelle steht auf der vorletzten Seite.

Den Begriff “Fundamentalist” habe ich in meiner PDF-Datei, die ich dir mal zugeschickt habe definiert, es weiter auszuführen lohnt nicht, ist auch nicht so wichtig.

Barino

Mitgeschickt hatte er ein pdf-Dokument mit Ausführungen eines “Sheikh Abdullah bin Muhammad bin Hamid” aus Saudi-Arabien zum Thema Jihad.

28.08.2007 11:08 - Re: AW: AW: AW: AW: Koran im Kopf, Diskussionsanfrage

Von: oan
An: Barino

Assalamu alaykum Barino,

mir fehlen eigentlich noch so einige Antworten, aber ich fange einfach mal an:

1. Verhältnis zu Nichtmuslimen:

Wir können uns also darauf einigen, dass ein Muslim keinen Menschen hasst, nur weil dieser nicht selbst Muslim ist, dass er ihm nichts schlimmes wünscht, dass er ihm natürlich nichts schlimmes tut, nur weil dieser Nichtmuslim ist! Ganz im Gegenteil, guter Umgang ist allgemein. Dies ist nicht nur, da sie “einer von deinen Geliebten” werden können, sondern einfach nur, weil sie mir nichts schlimmes angetan haben.

Du bist der Meinung, dass man keine “innerliche Zuneigung” zu einem Nichtmuslim haben darf:

Dies alles verrät mir, dass der Koran mir eine Freundschaft mit Ungläubigen verbietet, die ich folgender maßen definiere: Man Verspürt innerliche Zuneigung zum Freund, Vertraut ihm Geheimnisse an, man teilt Interessen, berät sich vertrauensvoll, etc..

Dies steht aber nirgends. Innerliche Zuneigung verspürt man mindestens zu seiner Ehefrau und zu seinen Eltern und anderen Verwandten, die alle Nichtmuslime sein können. Interessen teilen tut man mit einem Mitstudenten, einem Geschäftspartner usw.. Auch bei Geheimnissen und dem Anvertrauen geht es logischerweise um Menschen, die feindlich sind, ein Nichtmuslim-Sein rechtfertigt noch keinen absoluten Grund, jemandem nicht mit etwas zu vertrauen (wieder: Geschäfte, aber auch die eigene Frau als einfache Beispiele).

Weiterhin hast du das Verhältnis zu einem Vorgesetzten (Chef, Richter, usw..) nicht geklärt. Also zwei Sachen:

bedeutet der Vers für dich, dass du nicht bei einem nichtmuslimischen Arbeitgeber arbeiten sollst? Oder den Gesetzen des Landes, in dem du lebst nicht Folge leisten musst?

Schau dir zum Vergleich folgende Antwort an:

http://www.islamonline.net/servlet/Satellite?pagename=IslamOnline-English-Ask_Scholar/FatwaE/FatwaE&cid=1119503544450

2. Schweine und Affen und Ratten

s.u.

3. schlimmer als Tiere

der Vers bedarf durchaus mehr Erklärung. schlimmer hat nichts mit der Sicht, die der saudische Moderator wiedergegeben hat zu tun. Er ist der Meinung, dass Nichtmuslime zwangsläufig moralisch schlechter verhalten als Tiere (z.B. sexuelle Praktiken..). Das ist aber aus eigener Erfahrung in seiner Pauschalität sowieso zu verneinen, mal abgesehen davon, wieviel dieser Mensch vom Verhalten von Tieren weiß.

Schlimmer bezieht sich auf die Bestrafung des Unglaubens, die bevorsteht, insofern kann sie nichts mit einer Charakterisierung des jeweiligen Menschen zu tun haben.

4. “Für” Allah sterben

Das Hauptproblem (”für” Allah sterben, statt “auf dem Wege Allahs” sterben) hast du mit dem Zitieren der pdf-Datei nicht gelöst. Das ist aber m.E. ein erheblicher Unterschied, der sich dann im 5. Punkt ausdrückt, den du leider auch noch nicht behandelt hast. Stimmt es denn, dass du die Kofferbomber rechtfertigst oder glaubst, sie hätten etwas ehrenwertes vorgehabt?

“Die Kofferbomber … sie tun mir ein bisschen leid, weil sie versuchen, einfach nach den Grundsätzen ihrer Religion zu handeln und zu leben. Sie fürchten nicht die Ungläubigen, sondern sie versuchen, den Islam zum Sieg zu verhelfen.”

7. Fundamentalist

Bruder Barino. Nochmals: du kannst nicht einfach von deinen Definitionen bei Worten ausgehen und diese so anwenden und auch noch erwarten, dass dich keiner dafür tadelt - und bestimmt nicht in einem Massenmedium! Fundamentalist hat eine bestimmte Bedeutung, die auch nicht aus dem islamischen Kontext kam, die aber nun analog auf Muslime angewandt wird. Diese Bedeutung hat nicht so viel mit dem “Fundament” zu tun, Ich würde dir wirklich raten, das Reaktionäre sich-selbst-als-Fundamentalist-Bezeichnen zu unterlassen - das hilft dir nicht bei Diskussionen. Vor allem, dass du nun an der Moschee unterrichten sollst heisst, dass du das nicht Kindern beibringen solltest, die dadurch ohne Wissen sich selbst ins diskussionstechnische Aus schiessen.

So, jetzt müssten wir vielleicht Resumee ziehen. Du hattest ja eine pdf-Datei verschickt, die ich auch veröffentlichen sollte. Meine Frage wäre: warum klärst du in diesem Schriftstück nicht klipp und klar, an welchen Stellen du falsch zitiert wurdest, statt die Angesprochenen zu beleidigen (”ihr Heuchler”, “ihr verblendeten” usw..). Das beste Beispiel dafür ist die Bezeichnung von Nichtmuslimen als Schweine, Affen oder Ratten. Warum klärst du das nicht auf? Die beste Charaktereigenschaft eines Menschen ist seine Bescheidenheit und zur Bescheidenheit gehört, dass man Fehler zugibt. Wenn es in diesem Fall kein Fehler war und du falsch zitiert wurdest, dann sag eben genau das! Genau dasselbe gilt für die Frage nach den Kofferbombern (wenn wir beide diese isA geklärt haben) oder auf die Freundschaft mit Nichtmuslimen, die Gesetzestreue im nichtmuslimsichen Staat usw. usf..

Warum lässt du dich auf ein Niveau herunterschrauben, das nicht mehr produktiv ist? Ein Imam sagte mal, “sag etwas Gutes oder schweig” und ich meine, diese Aufforderung könnte heute nicht sinnvoller sein. Kommunikation besteht nun mal aus Sprecher, Medium und Hörer. Alle drei muss man berücksichtigen, um seine Aussage zielgerichtet an den Mann zu bringen. Wenn man eines dieser Punkte vernachlässigt, dann kann es verheerend sein und dann können wir uns nicht darüber beschweren, dass einige glauben, der Islam rufe dazu auf, jeden, der nicht die Schahada aufsagt, umzubringen. Diesen Eindruck hatte man bei deinen Ausführungen.

Ich würde vorschlagen, dass wir an einen Text arbeiten, in dem du die falschen Sachen aus der Sendung richtigstellst. Ich kann dir meine Hilfe dabei anbieten, ich denke mal an den sieben Punkten, die ich aufgeführt habe kann man sich ruhig orientieren. Aber bedenke, dass du mit Menschen sprichst, nicht mit Tieren. Deine Sprache muss sich dementsprechend anpassen und das ganze muss mit Respekt und nicht von oben herab geschehen. Ich schätze dich so ein, dass du das isA kannst.

Was hälst du von der Idee?

PS: vielleicht interessant:

http://www.toomuchcookies.net/archives/1075/moderat-radikal-einfach-falsch.htm

03.09.2007 14:41 - ohne Betreff

Von: Barino
An: oan

Assalamu alaykum,

Lieber Bruder,

Wir fingen unsere Korrespondenz mit der Absicht an uns gegenseitig(??) intellektuell zu befruchten. Und ich muss sagen, dass wir das wirklich gut machen. Ich möchte allerdings für die weitere Korrespondenz vorschlagen, dass wir uns Thema für Thema vorarbeiten. Alles auf einmal ist einfach zu viel.

Erstens dauern die Antworten dann entsprechend lange, zweitens gehen dann so wichtige Beitrage wie die von mir geschickte PDF-Datei, oder einige von dir gestellte Diskussionspunkte einfach unter, weil man sie übersehen hat bzw. ihr nicht die nötige Aufmerksamkeit die ihr gebührt zukommen ließ. Inscha’allah weder wir so die einzelnen Punkte ausführlich und intensiv diskutieren.

Du kannst gerne den ersten Diskussionspunkt bestimmen.

04.09.2007 00:44 - Re:

Von: oan
An: Barino

Assalamu Alaykum,

erstes Thema (ist mir auch sehr wichtig): “Kofferbomber”. Du sagst

“Die Kofferbomber … sie tun mir ein bisschen leid, weil sie versuchen, einfach nach den Grundsätzen ihrer Religion zu handeln und zu leben. Sie fürchten nicht die Ungläubigen, sondern sie versuchen, den Islam zum Sieg zu verhelfen.”

Bist du wirklich der Meinung, dass zu den Grundsätzen des Islams das willkürliche und zufällige Töten von Zivilisten (also Leuten, die keine Waffe tragen) außerhalb einer Kriegszone gehört? Wenn selbst das Umbringen von Zivilisten im Falle von Krieg vom Propheten und von seinen Nachfolgern (Bsp. Omar Ibn Al-Khattab) verboten wurde, wie kann man dann davon ausgehen, dass die Kofferbomber (oder etwa die Attentäter vom “7.7.” oder andere) etwas ehrwürdiges getan (oder vorgehabt) haben? Das kann ich nicht verstehen und wünsche mir eine Erklärung.

04.09.2007 13:17 - Kofferbomber

Von: Barino
An: oan

Salam!

Du hast recht, der Islam verlangt unter allen Umständen die Vermeidung vom Töten von unbewaffneten Zivilisten, denn ein bekehrter Ungläubiger ist besser als ein Toter. Um es allerdings komplett und unter allen Umständen für Verboten zu erachten, gehört mehr als nur das Zitat eines Hadith. Mit dieser Technik kann man ohne weiteres auch das Gegenteil beweisen.

Im Islam ist ein Angriff auf ein Jahili System allerdings ohne Zweifel gerechtfertigt. D.h. gegen die Führer, das Militär und dessen Vertreter. Nicht nur zur Verteidigung von so genannten islamischen Staatsgrenzen, zumal es auf dieser Welt keinen islamischen Staat gibt. Die Brüder die nun offensichtlich Zivilisten angreifen wollten sind islamsch gesehen natürlich auf der falschen Spur, daher tun sie mir Leid, denn ich glaube an das Gute in ihnen, das bedeutet das sie das Jahili System angreifen wollten, und sich von einer Fatwa wie dieser leiten ließen. [link zu einem Artikel von Bin Laden et al]

Man kann natürlich die Authentizität von dieser Fatwa anzweifeln, aber darum geht es nicht. Sie ziehen die Konsequenzen aus den Koranversen die zum Kampf gegen die Kuffar auffordern, begleitet von Gelehrten-Meinungen von z.B. Ibn Qayyim (rahimahullah) der neben dem Darul Islam nur den Darul Harb sieht, und einer solchen Fatwa. Sie verüben eine solche Tat, im Bewusstsein eine Islamkonforme tat zu begehen. Als zentrales Problem sehe ich die Feigheit von unseren so genannten Gelehrten, das Thema Jihad ausführlich und ehrlich zu behandeln, auch wenn nicht alle Aspekte den Nich-Muslimen gefallen mögen. Sie argumentieren einfach, Jihad beziehe sich heute ausschließlich auf die Amerikanisch/Israelischen Besatzer in den so genannten „islamischen Ländern“, und degradieren den Jihad somit nur auf die Verteidigung eines noch nicht mal „islamischen Vaterlandes“ bzw. nur auf die Selbstverteidigung seines Lebens, um nachher weiter in der Jahiliyya zu leben. Subhanallah! Die junge Generation, die die Quellen ließt und sich eine Wiederbelebung der islamischen Bewegung herbei sehnt und alles dafür zu tun bereit ist, läßt sich nicht im Zaum halten, indem gesagt wird Islam heißt Frieden etc. denn Sie weiß, dass der Islamische Frieden nicht durch die Tollerierung der Jahiliyyah von der wir umzingelt sind zu erreichen ist! Glaubst du das ‘Umar, Abu Bakr und die anderen recht geleiteten Kalifen sich damit zufrieden gegeben hatten ihren Islamischen Staat zu verteidigen? Es geht beim Jihad um die Befreiung der Menschen aus den Dunkelheit der Mehrgötterei (Was die Anbetung UND die Rechtssprechung angeht, denn ein anderes Rechtssystem als die Schari’ah anzunehmen ist SCHIRK!) und der Machthabe von Menschen über andere Menschen zum Lichte des vollkommenen Monotheismus in dem der Tauhid Uluhiyyah UND Rububiyyah vereint ist. In dem nur Allah angebetet wird, und nur seine Gesetze herrschen, keine Menschlichen!

05.09.2007 09:22 - Re: Kofferbomber

Von: oan
An: Barino

Barino, es geht nicht darum, etwas zu vermeiden, sondern zunächst einmal ist es _haram_, einen Unbewaffneten Zivilisten umzubringen! Die Hidaya oder die Rechtleitung ist Allahs Sache und die werden wir nicht ändern, ob wir nun einen Menschen umbringen oder ihn am Leben lassen! Deswegen ist der Vergleich zwischen totem Kafir und lebendigem Konvertiten nicht angebracht! Nochmal: der Grundsatz ist der, dass man keinen Menschen umbringen darf. Die Ausnahme ist eher, wenn im Kriegsfall getötet wird - im Kriegsfall!!

Im Islam ist ein Angriff auf ein Jahili System allerdings ohne Zweifel gerechtfertigt. D.h. gegen die Führer, das Militär und dessen Vertreter. Nicht nur zur Verteidigung von so genannten islamischen Staatsgrenzen, zumal es auf dieser Welt keinen islamischen Staat gibt.

Du bist also der Meinung unser Dasein auf dieser Erde ist dafür gedacht, dass wir bis zum jüngsten Tag all diejenigen (Systeme) bekämpfen, die nicht islamisch handeln? Wo bleibt dann das Konzept von “Lakum dinukum wa liya din”3? Oder bist du der Meinung, dass das nur für die private Religionsausübung gilt?

Die Brüder die nun offensichtlich Zivilisten angreifen wollten sind islamsch gesehen natürlich auf der falschen Spur, daher tun sie mir Leid, denn ich glaube an das Gute in ihnen, das bedeutet das sie das Jahili System angreifen wollten, und sich von einer Fatwa wie dieser leiten ließen.

Es geht doch nicht darum, ob sie dir leid tun, es geht darum, ob du ihre Tat oder ihren Versuch gutheisst. Das ist etwas komplett anderes und in ihre Herzen werden wir bestimmt nicht blicken können. Dass sie das “Jahili System” angreifen wollten, spielt keine Rolle, sie haben tatsächlich die Insassen zweier (ziviler) Züge anzugreifen versucht (unbeaffnete, die sich sicher wähnen) - und DAS kann nicht ehrenhaft oder halal sein! Auch der Angriff auf die Funktionsträger in Deutschland macht keinen Sinn, da dies ein hinterhältiger Angriff ist, in dem diejenigen, die angreifen einen friedlichen Ort in einen Kriegsort verwandeln. Und dabei spielt es keine Rolle, dass Deutschland kein islamischer Staat ist, denn Frieden hat der islamische Staat sehr oft mit nichtislamischen Ländern geschlossen und dabei lief es noch nicht einmal immer darauf hinaus, dass Jizya gezahlt wurde! Ausserdem haben immer Muslime in nichtmuslimischen Ländern gelebt, ohne die Notwendigkeit, die dortigen Gesetze zu ändern, solange sie ihre Religion ausüben konnten.

Mal nebenbei: Die Authorität der Fatwa anzweifeln? Wie soll ich dazu kommen, wenn sie zunächst einmal von Bin Laden (der selbst kein Gelehrte ist) und Kumpanen kommt, die alle vom Krieg in Afghanistan und anderswo traumatisiert sind, sodass sie sich kein Leben ausserhalb von Krieg vorstellen können?

Man kann natürlich die Authentizität von dieser Fatwa anzweifeln, aber darum geht es nicht. Sie ziehen die Konsequenzen aus den Koranversen die zum Kampf gegen die Kuffar auffordern, begleitet von Gelehrten-Meinungen von z.B. Ibn Qayyim (rahimahullah) der neben dem Darul Islam nur den Darul Harb sieht, und einer solchen Fatwa.

Dass zu verschiedenen Zeiten verschiedene politische Modelle der Welt aufgestellt wurden, kann doch nicht legitimieren, dass jemand einer Menschengruppe auf ewig den Kampf ansagt. Das Konzept der Darul Islam und der Darul Harb ist kein Bestandteil islamischen Glaubens oder der Tradition des Prophet (sas) und ist zudem rein logisch vollkommen überholt. Was nicht überholt ist, ist die Tatsache, dass ein Muslim keinen Vertrag bricht. Jemand, der aber in Deutschland lebt, lebt unter implizitem oder gar explizitem Vertrag, dass der deutsche Staat ihn und seine Rechte (in Deutschland) schützt und dass er gleichzeitig - ausgehend von der Gesetzeslage, wie sie im Grundgesetz zu finden ist - die Rechte der anderen Menschen in diesem Land zu wahren hat. Das betrifft natürlich vor allem das Recht zu leben.. Dass dieses Recht auch noch aus dem Selbstverständnis des Muslims heraus gegeben ist, ist umso besser!

Sie verüben eine solche Tat, im Bewusstsein eine Islamkonforme tat zu begehen.

Wieder: wie siehst du das?

Als zentrales Problem sehe ich die Feigheit von unseren so genannten Gelehrten, das Thema Jihad ausführlich und ehrlich zu behandeln, auch wenn nicht alle Aspekte den Nich-Muslimen gefallen mögen.

Es tut mir leid, dir zu sagen, dass die Forschung darin, wie Jihad aussieht und wie die (aktuellen, weil durch neue Kampfmittel anderen) Richtlinien für den Kampf aussehen, sehr angeregt geführt wird. Das Problem ist eher darin zu suchen, was du als “ehrlich” bezeichnest. Sind sie automatisch Apologeten in deinen Augen, wenn sie sagen, dass Mord haram ist? Vor kurzem gab es z.B. ein Seminar in Afghanistan über Selbstmordanschläge im islamischen Kontext4.

Sie argumentieren einfach, Jihad beziehe sich heute ausschließlich auf die Amerikanisch/Israelischen Besatzer in den so genannten „islamischen Ländern“, und degradieren den Jihad somit nur auf die Verteidigung eines noch nicht mal „islamischen Vaterlandes“ bzw. nur auf die Selbstverteidigung seines Lebens, um nachher weiter in der Jahiliyya zu leben.

Wie würdest du denn den Jihad ausweiten wollen? Mal ganz ehrlich: Würdest du in Deutschland einen Anschlag auf Regierungsgebäude (Jahili System) ausüben, wenn du die Möglichkeiten dafür hättest? Oder anders: findest du’s richtig, dass man das als Muslim tut?

Subhanallah! Die junge Generation, die die Quellen ließt und sich eine Wiederbelebung der islamischen Bewegung herbei sehnt und alles dafür zu tun bereit ist, läßt sich nicht im Zaum halten, indem gesagt wird Islam heißt Frieden etc. denn Sie weiß, dass der Islamische Frieden nicht durch die Tollerierung der Jahiliyyah von der wir umzingelt sind zu erreichen ist!

Alhamdulillah erkennt der Grossteil der “jungen Generation”, dass es eben nicht zum ewigen, weltumspannenden und immer fortdauernden Kampf auf der Erde kommen muss. Dieser wäre aber eine Konsequenz deiner Ausführungen leider. Der islamische Frieden herrscht dann, wenn man seine Religion ausüben kann und wenn man nicht um Leben, Besitz oder Religion fürchten muss.

Glaubst du das ‘Umar, Abu Bakr und die anderen recht geleiteten Kalifen sich damit zufrieden gegeben hatten ihren Islamischen Staat zu verteidigen?

In unserer heutigen Zeit - Ja! Genauso wie der Prophet (sas) 13 Jahre lang keinen Krieg geführt hat (obwohl ihm weit schlimmeres widerfuhr, als uns heute und er seinen Glauben nicht ausüben konnte), können wir uns auch auf das wesentliche konzentrieren, nämlich unsere Taten auf das Jenseits auszurichten und unseren schlechten Taten Reue folgen lassen.

Es geht beim Jihad um die Befreiung der Menschen aus den Dunkelheit der Mehrgötterei (Was die Anbetung UND die Rechtssprechung angeht, denn ein anderes Rechtssystem als die Schari’ah anzunehmen ist SCHIRK!) und der Machthabe von Menschen über andere Menschen zum Lichte des vollkommenen Monotheismus in dem der Tauhid Uluhiyyah UND Rububiyyah vereint ist. In dem nur Allah angebetet wird, und nur seine Gesetze herrschen, keine Menschlichen!

Das stimmt nicht! Denn das widerspricht dem Prinzip der Jizya, wie es sie lange Zeit gab. Die Staaten, die die Jizya zahlten, versicherten damit, dass sie dem islamischen Staat keinen Schaden zufügen wollen und meistens, dass sie Muslime gewähren würden. Der Staat an sich war weiterhin nichtislamisch und somit auch die Rechtsprechung. Davon mal abgesehen: wenn wirklich eine absolute und einheitliche Rechtsprechung und die Vereinheitlichung aller Menschen auf einen Glauben das Ziel hinter Jihad waren, warum blieben noch so viele Christen in arabischen Ländern und warum durften sie sogar explizit eigene Personenrechte unter sich ausmachen - vollkommen abseits vom islamischen Recht und der Gerichtsbarkeit des isalamischen Staats?

Tatsächlich wurde der Prophet Muhammad (sas) geschickt, um die Menschen vom Anbeten von Geschöpfen zum Anbeten des Schöpfers zu bringen. Das ist aber was vollkommen anderes als zu sagen, Muslime müssten deswegen andere töten oder bekehren! Wir können niemanden ‘bekehren’, es sei denn Allah erlaubt es und lässt ihn den Glauben finden..

15.09.2007 15:53 - Ramadan Mubarak

Von: Barino
An: oan

Hier hat Barino sehr viel von meiner vorherigen Email zitiert, was ich aber weitgehend stutzen werde. Wenn das die Verständlichkeit beeinträchtigt, bitte ich um entsprechende Meldung.

Hier die Antworten:

Die Ausnahme ist eher, wenn im Kriegsfall getötet wird - im Kriegsfall!!

Eine berechtigte Frage ist jedoch, ab wann besteht Kriegszustand?

Das ein Ungläubiger nicht wegen seinem Unglauben getötet werden darf ist klar, und darüber darf es keine Zweifel geben! Die geplante Tat der Kofferbomber ist daher wie gesagt islamisch unkorrekt, weil sie sich gegen unbewaffnete Zivilisten richtete. Aber ich kann aus besagten Gründen ihre Tat nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht gut heiße!

Wo bleibt dann das Konzept von “Lakum dinukum wa liya din”? Oder bist du der Meinung, dass das nur für die private Religionsausübung gilt?

Ja!

Ausserdem haben immer Muslime in nichtmuslimischen Ländern gelebt, ohne die Notwendigkeit, die dortigen Gesetze zu ändern, solange sie ihre Religion ausüben konnten.

Bist Du der Meinung, dass in einem unislamischen Staat der Islam wirklich ausgelebt werden kann?

Ein anderes Rechtssystem als die Schari’ah anzuerkennen, zu unterstützen, und nicht alles in seiner Macht stehende zu tun es zu ändern ist Schirk. Ich weis, du wirst mich jetzt für noch verrückter halten als schon zuvor, aber ich glaube daran, das früher oder später hier der Islam regieren wird. Auch wenn wir es vielleicht nicht mehr miterleben werden. Unsere Aufgabe ist es, alles in unserer Macht stehende zu tun um an diesem Prozess mitzuwirken. Das ist unsere Pflicht! Wenn wir uns untätig mit dem bestehenden System zufrieden geben, und nicht mit der Hand, mit der Zunge oder zumindest mit dem Herzen dagegen stellen, weis ich nicht wie wir dies am Tag des Gerichts erklären wollen.

Mal nebenbei: Die Authorität der Fatwa anzweifeln? Wie soll ich dazu kommen, wenn sie zunächst einmal von Bin Laden (der selbst kein Gelehrte ist) und Kumpanen kommt, die alle vom Krieg in Afghanistan und anderswo traumatisiert sind, sodass sie sich kein Leben ausserhalb von Krieg vorstellen können?

Ich habe eigentlich erwartet, dass du auf die Inhalte eingehst. s.u.

Vor kurzem gab es z.B. ein Seminar in Afghanistan über Selbstmordanschläge im islamischen Kontext.

Sehr interessant, würde mich um Quellen freuen.

Würdest du in Deutschland einen Anschlag auf Regierungsgebäude (Jahili System) ausüben, wenn du die Möglichkeiten dafür hättest? Oder anders: findest du’s richtig, dass man das als Muslim tut?

Es passt momentan nicht in die Prioritätenliste und da es nur ein Mittel zum Zweck währe, ist es momentan kein akkurates Mittel.

Der islamische Frieden herrscht dann, wenn man seine Religion ausüben kann und wenn man nicht um Leben, Besitz oder Religion fürchten muss.

Der islamische Frieden kann nur in einem Islamischen Staat herrschen. Denn nur in Ihm kann der Islam in allen Bereichen ausgelebt werden. Gibst du dich mit der Situation zufrieden, dass du dich Muslim nennen darfst und dich keiner daran hindert in die Moschee zu gehen?

Genauso wie der Prophet (sas) 13 Jahre lang keinen Krieg geführt hat (obwohl ihm weit schlimmeres widerfuhr, als uns heute und er seinen Glauben nicht ausüben konnte), können wir uns auch auf das wesentliche konzentrieren, nämlich unsere Taten auf das Jenseits auszurichten und unseren schlechten Taten Reue folgen lassen.

Das ist leider, so sehe ich es, ein völlig falsches Bild. s.u.

[snip]

Nachdem ich meine Position zu den Kofferbombern klar gemacht habe, mache ich folgenden Vorschlag:

Laß uns das Thema Jihad doch mal in ruhe unter die Lupen nehmen. Ich schlage vor, anhand von der PDF-Datei die ich dir mal zugeschickt habe, und dieser Meinung von dem Gelehrten Syyed Qutb: [link]

Du kannst auch gerne Quellen hinzusteuern, die ich mir dann durchlesen werden, so dass wir einen gemeinsamen Ausgangspunkt haben.

Conclusion

Das war die letzte Email. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt viele andere Dinge zu tun, u.a. eine Hochzeit zu planen und meine Diplomarbeit zuende schreiben. Das waren natürlich nicht die einzigen Gründe für meine Abneigung gegenüber der weiteren Diskussion mit Barino. “Something did smell and still smells fishy”, um es mal so auszudrücken. Er versuchte mich noch am 25.9.2007 zu erreichen, aber darauf habe ich auch nicht geantwortet.

Jedenfalls glaube ich, dass Barino entweder ein auf Rechtfertigung seiner eigenen Aggression und Unbarmherzigkeit suchender Mensch ist oder jemand, der artistisch hochwertig seine eigene Konversion und Rückkonversion inszeniert hat. Dafür spricht bspw. dass er zu einer (in Deutschland) Minderheitsgruppe im Christentum konvertiert ist. Eine Erklärung dafür gab es im Film jedenfalls nicht. Dass er als Held der Islamophobie zu feiern sein wird, genauso wie seine Familie, das versteht sich von selbst. Sein Vater bezeichnete ihn ja schon als “islamischen Gelehrten”. Wow!

  1. verfolgen Sie nächstes Jahr die höchstspannende Konversion Barinos zum Katholizismus und danach zum Buddhismus[]
  2. Ich habe diese Überlieferung nie zuvor gehört und nie deren Authentizität nachgeprüft![]
  3. euch euer Glaube und mir mein Glaube. Dreh- und Angelpunkt einer ganzen Sure (109, Alkafiroun) []
  4. mehr dazu bei “Bilal sagt”[]

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Comments

  • By Muhammad Mumi, 30. August 2008 @ 17:50

    Auch wir haben den leisen Verdacht, dass sowohl Auf - wie auch Aus-, resp. Abtritt ein wohl inszeniertes Spektakel ist, wobei es durchaus sein kann, dass Barino selbst sich seiner Instrumentalisierung gar nicht bewusst ist.

  • By Omar, 30. August 2008 @ 23:25

    @Muhammad Mumi: wer sind “wir”?

  • By Muhammad Mumi, 31. August 2008 @ 10:57

    @Omar: Menschen, welche dieses Thema nach der Fernsehsendung miteinander besprochen haben.

  • By Murat, 3. September 2008 @ 21:38

    @ Omar

    S.A.

    Masallah. Was für eine bravuröse Argumentationsweise. Der ganze Stil und die Auseinandersetzung mit Barino ist ganz groß. Sowohl menschlich (da immer den Dialog suchend und nicht von oben herab) als auch in der Hinsicht, das du dich so zeitintensiv und fundiert mit ihm auseinandersetzt. Das ganze dann so zu posten und deine sehr gute Conclusion anzuschließen. Wahrlich! Es stinkt zum Himmel.

    Ich habe nach der Ausstrahlung von “Koran im Kopf II” , also seiner Konvertierung zur koptischen-christlichen kirche, ebenso diverse Zweifel gehabt.

    1. Barino’s Vater ist ägyptischer Kopte. Er lebt von Barino’s Mutter geschieden (wie lange schon geht nicht aus dem Beitrag hervor, genauso wenig das sie überhaupt geschieden sind, damit man nicht irgendwelche kritischen Schlussfolgerungen ziehen kann)

    Also warum er gerade zu den Kopten wechselte nach dem er “scheinbar” Moslem gewesen war hatte mich auch stutzig gemacht, aber hier liegt sicherlich ein Grund dafür.

    Es könnte eine der intelligentesten Inszenierungen in letzter Zeit sein und es ist klar das sich die Medien darauf stürzen werden. Noch genialer natürlich wäre es wenn er eine erneute Rückkonvertierung zum islam machen würde in dem moment, wenn er in jeder Talkshow als “Vorzeige-Islamophober” mit Gütesiegel gewesen ist. So dass ihn ganz Deutschland kennen würde. Doch ich glaube das ist schon das Höchstmass an Inszenierung.

    Ich sah in Barino’s Konvertierung zum Islam vor allem einen Hilferuf an seine Eltern, vor allem ein Affront gegen seinen Vater, der ja als Koptische minderheit in Ägypten unter den “Moslems” “gelitten” hat. Dann tritt sein Sohn ausgerechnet dem Islam bei. Sein Hauptgrund der Konversion schien ja auch das Finden von Nähe und menschlicher Wärme zu sein. So sagt er es zumindest in dem 2.Beitrag. Wenn dem so ist, wie dankt er es dann diesen Menschen, denen er so viel Wärme verdankt. Falls es keine Inszenierung war dann denke ich auch das einer der gründe der war das er nicht verheiratet war. Jemand der solande dem Islam aktiv beiwohnt und so strikt nach ihm lebt hätte sicherlich schon früher geheirtat. Mir scheint es gab für ihn allerlei Gründe aber schlussendlich war es sicherlich die Suren des korans oder die Hadithen des Propheten(sav).

    Trotzdem alles in allem bin ich beindruckt von diesem Blog und dieser Handhabung.

    S.a.

  • By Abderahim, 4. September 2008 @ 00:52

    Allah ya barik fik Bruder Omar. Dein Beitrag ist ehrenwert und besonders für alle interessierten Nichtmuslime lehrreich. Zu Brino muss man sagen dass niemand rechtgeleitet werden kann den Allah tabaraka wa ta ala irregeleitet hat. Und egal welche Mächte dieses mal dahinter stecken si ehaben sich nur selbst Unrecht zugefügt.

    Am Ende gilt “any publicity is good publicity”. Unsere Religion wird weiter rasant wachsen vor allem wegen der hohen Frequenz in den Medien. Jeder nach Wahrheit Suchende wird sich seine Meinung selber bilden wollen. ich bin erst durch die ständige mediale Hirnwäsche auf den Islam aufmerksam geworden und bin aus voller Überzeugung konvertiert, al hamdulilah.

  • By EinFragender, 5. September 2008 @ 22:33

    Schade das Du die Diskussion abgebrochen hast. Ich habe in seinen Forum die Gelegenheit gehabt ihn etwas kennenzulernen und ich bin mir sicher das er gerne mit Dir weiter diskutiert hätte.

    @Abderahim
    Der Islam wächst nur durch seinen Geburtenüberschuss und den hat er nur durch die etwas sehr gebährfreudige Lebensart (ich nenne es mal so) in vielen Ländern. Aber in vielen islamischen Ländern breiten sich immer mehr andere Religionen aus - allen voran das Christentum. Nicht ohne Grund gibt es in diesen Ländern immer mehr Gesetze die eine Konvertierung verbieten, ja sogar bis zur Todesstrafe gehen (Iran). Wenn es keinen Grund hätte, bräuchte man das doch nicht, oder?

  • By Murat, 6. September 2008 @ 00:30

    @EinFragender: Der Islam ist nicht die am schnellsten wachsende Religion wegen der “gebährfreudigen” Lebensart sondern damit ist gemeint das es die Religion ist die die meisten zum konvertieren bringt. Also vom Christentum zum Islam. Besonders in der christlichen Welt.

  • By Abderahim, 7. September 2008 @ 01:56

    @EinFragender: Der Islam ist die am schnellsten wachsende Religion weltweit. Und wenn in Ländern wie Ägypten z.B. die Kopten nicht so verbissen an dem Glauben der Vorväter festgehalten würden würden dort noch viel mehr Menschen zum Islam übertreten. Sie können nur nicht weil die Familien Sie sonst ausgrenzen und verfolgen. Es ist eine Illusion zu glauben das jemals ein gläubiger Muslim zu den Kopten oder anderen Christen zurück-konvertiert. Wenn überhaupt dann sind das Menschen die gar nichts vom Islam verstehen oder z.B. Juden die vorgeben Muslime zu sein. Das gab es auch schon vor 1400 Jahren. Mit dem Fall Barino versucht man einen gebildeten Austreter zu profilieren, der wie es scheint schon seinen Eintritt vorgetäuscht hat. Dieser kann jedoch nicht überzeugen. Schon gar nicht im Zwiegespräch mit islamischen Gelehrten. Schade, dass Gott diese Menschen auserwählt hat zu den widerspenstigen, sich von Gott abwendenden und die Wahrheit verhüllenden Menschen zu zählen. Möge Gott sich Eurer erbarmen. Amin.

    @Murat: Gazakallahkheir.

  • By einWeitererFragender, 9. September 2008 @ 14:53

    S.a.
    Vielleicht denke ich zu schräg für diese Welt. Ich bin ja gläubig aufgezogen worden und lebe auch in meinem Glauben weiter - al hamdulillah!!
    Allerdings wage ich es trotzdem, über alles zu reflektieren, was Barino in seinen Jahren im Islam - egal ob er es ernst gemeint hat oder nicht - erfahren hat.
    Er hat viel aus dem Koran und der Sunna zitiert und manchmal - wenn ich mit mir selbst ehrlich bin - muss ich vieles in Frage stellen.
    Ich war auch auf seinem Forum und mir kommt er als ein vernünftiger Mensch vor. Mag sein, dass er alles inszeniert hat, aber das spricht nicht dagegen, dass er eine Aussage hat, die er ziemlich vernünftig rüberbringt.
    Ich weiß nicht…
    Möge Gott sich unser aller erbarmen. Amin.

  • By Murat, 9. September 2008 @ 20:52

    @ einweitererfragender:

    S.A.
    DAs Barino Fragen hat ist nicht schlimm. Gab es im Umfeld des Propheten (sav) nicht auch Zweifler, und sagte er ihnen nicht sie sollen ihre Zweifel haben und nicht ihm zuliebe an Gott glauben sondern sich selbst zuliebe. Barino macht durch seine mediale Ansprache bewusst auf sich aufmerksam. Anstatt es im Privaten zu machen. Welche Religion hat nicht archaische Aussagen in ihren Überlieferungen. Da könnte man genauso gut Tora und das Neue Testament herbeiziehen. Und selbst Jesus (s) wird zitiert: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“ Das steht im Matthäus-Evangelium, Kapitel 10, Vers 34,. Soll man deswegen denken das Christentum ist gewaltätig. Hat der Prophet (sav) nicht von Freund bis Feind einen Ruf gehabt , gerecht und liebevoll zu sein und nur wenn der Qur’an es verlangte streng gegen seine Feinde und Verräter vorzugehen. Menschen die ihm immer zuerst nach dem Leben trachteten ohne das er ihnen je gedroht hatte. Wie lebte er, dass ist das woran man sich orientieren sollte. Es ist eine Sache eine frage auf dem gewissen zu haben und sich damit zu quälen und sie in ruhe bis zum ende zu gehen und im Privaten oder unter Freunden und gelehrten nach Antworten zu suchen. Aber Barino scheint diese Schlüsse ohne Konsultation und auch im Alleingang gezogen zu haben. Er sucht nach Publicity und das stinkt zum Himmel. Dabei muss man eines bedenken, wenn er schon alles vortäuscht, dann sollte er es zumindest so gut tun so dass man zumindest annehmen kann er ist vernünftig, sonst wäre es ja keine gute Aktion gewesen. Mir kommt er auch vernünftig vor. Aber ist das nicht manchmal des Teufels größter Trick. Es gibt ein schönes Zitat: Wir vertrauen mehr auf unsere Augen und unsere Intelligenz als auf unser Gefühl. unsere Gefühle täuschen uns nicht aber unsere Augen und unsere Intelligenz oft schon.

    S.A.

  • By Omar, 9. September 2008 @ 20:57

    @einWeitererFragender: Es geht ja genau darum, über das zu reflektieren, was Barino von sich gibt sagt. Ich habe es in der Diskussion mit ihm versucht und bin zum Ergebnis gekommen, dass er keine Ahnung hat. Ob er absichtlich oder vollkommen naiv “keine Ahnung hat”, steht auf einem anderen Blatt, allerdings steht für mich fest, dass Barino auch heute weniger mit dem Gehirn agiert, sondern aus dem Bauch heraus. Überprüf einfach mal seine Aussagen und wie er sie versucht zu hinterlegen.. Das hat weder Hand noch Fuß.

  • By EinFragender, 9. September 2008 @ 22:26

    @Murat
    Wenn zum Islam die meisten Menschen konvertieren, warum gibt es nur so wenige Konvertierte und warum hat der Islam die niedrigste Konvertierungsquote aller Weltreligionen?
    Christliche Welt: Etwa die gleiche Anzahl die zum Islam konvertiert (ca. 5000 pro Jahr), konvertiert umgekehrt zum Christentum. Es gibt aber einen Unterschied: Während neue Christen sich meistens durch eine rege und sehr friedliche Missionstätigkeit bemerkbar machen, stellt man bei vielen Neu-Muslimen eine Radikalisierung fest oder/und viele überlegen es sich wieder anders und verlassen den Islam.
    @Abderahim
    Die Kopten bleiben trotz aller Verfolgung durch Muslime Kopten weil sie den Weg zu Gott gefunden haben. Für Dich mag es ein verbissenes festhalten sein, aber nur weil Du nicht weißt was es heist ein Christ zu sein. Sorry, aber das ist nun mal so und überleg mal: Warum haben es 1400 Jahre Unterdrückung nicht geschaft die Kopten zu überzeugen?
    Umkehr von Muslimen: In meinen Bekanntenkreis gibt es ettliche Ex-Muslime die nun Christen sind, allen Drohungen zum Trotz. Alle waren früher keine Christen, bestenfalls getauft, aber hatten vom Christentum keine Ahnung. Noch währendessen sie Muslime waren haben sie Jesus kennengelehrnt und wurden dann in wenigen Monaten Christen. Allen ist es gemeinsam das sie im Islam viele Fragen hatten die nicht beantwortet wurden und Ihnen jedoch Jesus beantwortete. Allen ist es gemeinsam das sie nun viel zufriedener sind und nun auch die Kraft und das Geschick haben sich eine Zukunft aufzubauen. Allen ist es gemeinsam das sie keine Muslim hassen, im Gegenteil. Selbst diejenigen die sie nun bedrohen werden von ihnen zu einem friedlichen Dialog eingeladen, lieder manchmal auch mit sehr schlimmen Folgen.
    Barinos Eintritt vorgetäuscht: Du meinst ernsthaft das ein junger Mann 5 Jahre seines Lebens verschwendet um so etwas vorzutäuschen? Warum sollte er das tun und überlege mal: Würdest Du so was machen - wohl kaum.
    @einWeitererFragender
    Das Frage ist wie man mit diesen Fragen umgeht. Glaube hat was mit Glaubwürdigkeit zu tun und was für ein Glaube ist es den man nicht hinterfragen kann oder darf? Ein allmächtiger Gott hat auf alle Fragen die richtige Antwort und in meinen Augen findet man den Weg zu Gott über die Fragen die man stellt.
    @murat
    Warum nennst Du das Zitat (Matthäus-Evangelium, Kapitel 10, Vers 34) in einen falschen Kontext? Dieses Zitat ist kein Aufruf zur Gewalt, sondern eine Prophezeihung was denen passieren wird die sich Jesus anschließen (… und was auch in Erfüllung ging und geht). Das es so ist, sieht man wenn man den gesamten Text liest und man das absolut friedfertige Leben von Jesus betrachtet. Im Gegensatz zu Mohammed hat Jesus keinen Krieg angefangen und ist jeder gewaltätigen Auseinandersetzung aus den Weg gegangen oder hat sie geschlichtet.
    Generell sollte man aufpassen Jesus mit Mohammed zu vergleichen - das geht ziemlich daneben.
    “streng gegen seine Feinde und Verräter vorzugehen”: Das was Du schilderst und als richtig darstellst ist eben das Kontrastprogramm zu Jesus. Jesus sagt etwas ganz anderes, etwas viel besseres: Schliess Frieden mit Deinen Feinden und verzeih denen Die dir etwas antun. Unter anderem Nachzulesen in der Bergpredigt, Matthäus Kapitel 5

    Viele Grüße

    EinFragender

  • By Murat, 10. September 2008 @ 02:09

    @ EinFragender:

    Du sagst: “Wenn zum Islam die meisten Menschen konvertieren, warum gibt es nur so wenige Konvertierte und warum hat der Islam die niedrigste Konvertierungsquote aller Weltreligionen?” Und gibst selbst die Antwort in dem du sagst: ”
    Christliche Welt: “Etwa die gleiche Anzahl die zum Islam konvertiert (ca. 5000 pro Jahr), konvertiert umgekehrt zum Christentum”

    Wenn 5000 Leute jährlich zum Islam konvertieren bei 1,3 Mrd. Moslems weltweit und 5000 Leute zum christentum weltweit bei 2,1 Mrd Christen dann ist rein rechnerisch der Islam in seiner Quote überlegen. Soviel dazu. Hier noch eine von vielen unabhängigen westlichen (nicht-islamischen) Quellen:
    http://www.cnn.com/WORLD/9704/14/egypt.islam/
    Die besagt das der Islam die am schnellsten Wachsende Religion in der Welt ist mit vielen Konvertiten in der westlichen Welt.

    Du sagst: “Warum haben es 1400 Jahre Unterdrückung nicht geschaft die Kopten zu überzeugen?” Und weißt doch das der Islam und der Prophet (sav) nie die kopten unterdrückt hat. Außerdem hat der Islam die Völker der heiligen Schrift (christen und juden) stets gewähren lassen. Wenn du jetzt Menschen meinst die unter dem Deckmantel der Religion ihre Animositäten bekämpfen und sie für Religion ausgeben dann machst du ein Fass auf das in beide Richtungen geht. Siehe Nordirland-Konflikt, Kreuzzüge etc. Die meisten Moslems sind friedlich und selbst von Barino, der ja anscheindend so sehr gehofft hat eine Fatwa ausgesprochen zu bekommen, um der ganzen Welt zu zeigen, wie schlimm der Islam ist, habe ich auch noch nichts gehört, damit würde er doch sofort an die Presse gehen.
    Du sagst: “Allen ist es gemeinsam das sie nun (nach dem Eintritt in das Christentum Anm.d. Autors) viel zufriedener sind und nun auch die Kraft und das Geschick haben sich eine Zukunft aufzubauen.”
    Nun das gilt auch für Konvertiten des islam.
    Interssant ist aber wieviele Menschen du anscheinend aus diesem milieu kennst. Die alle erst Moslems werden und dann Christen. Warum sind die nie in die Medien gegangen. Weil es ihnen nur um persönlichen Glauben und Selbstfindung ging? Barino aber - und das ist der Punkt der die Muslime empört - sich hinstellt und so tut als ob er alleine wüßte das der Islam nicht die richitge Religion ist aber die koptische Kirche. Interessant auch das all die Menschen erst über den islam ihre REligiösität entdecken und nicht in ihrer geborenen Religion. Damit möchte ich auch auf meinen nächsten Punkt kommen. Die allgemeine Volksfrömmigkeit und das praktizieren der Religion. Der islam wird vom Durchschnittsmuslimen mehr praktiziert als das Christentum in der heutigen Welt gemessen an den Gesamtzahlen. Ich sage nicht das es stark praktizierende christliche oder jüdische Gemeinden gibt. Aber kaum eine Religion fordert soviel von den Menschen wie der Islam von den Muslimen (5 Pflichtgebete, der Fastenmonat, verzicht auf Alkohol und schweinefleisch u.v.a.). Die kirchen der Welt sind an Sonntagen nicht so überlaufen wie moscheen jeden Freitag. Weder das Mainstream-Christentum noch das Judentum sind in dieser breiten Art und weise angewandt in der heutigen Welt.
    Du sagst: ” Allen ist es gemeinsam das sie keine Muslim hassen,…”
    Nun das kenn ich von den Muslimen auch nicht gegenüber Christen. So ist der islam doch die einzige der Weltreligionen die alle euren Propheten akzeptiert mit der Sonderstellung von Jesus (s) abgesehen. Aber die anderen Weltreligionen tun dies gegenüber den Muslimen nicht. Warum also sollten moslems die Christen hassen geschweige denn konvertiten. Kann der islam menschen verbieten zu denken was sie wollen? Nein. Aber das laute Hinausschreien in die Welt: “Hört mich an, der Islam ist der falsche Weg und ich muss es wissen, denn mein koptischer Vater hat es erst geschafft mich zum islam zu bringen und dann wieder zurück zum Christentum, und erst jetzt weiß ich wie falsch es war” sowie Barino.
    Du sagst: “Warum sollte er das tun (Barinos Vortäuschung zum Eintritt, Anm. d. Autors) und überlege mal: Würdest Du so was machen - wohl kaum.”
    Nun er könnte es rein theoretisch getan haben um die Leute überzeugend zu überzeugen. Dafür bedarf es eines überzeugenden Werdegangs. Was ist da besser als Rein und Raus. Das schafft Gehör und Glaubwürdigkeit wobei ich nicht sagen will so ist es gewesen. DAs weiß nur der liebe Gott.

    Du sagst: “Jesus sagt etwas ganz anderes, etwas viel besseres: Schliess Frieden mit Deinen Feinden und verzeih denen Die dir etwas antun.”

    Das sagt der Qu’ran auch. Und der Prophet (sav) hatte es vorgelebt. Als er nach mekka wieder einzog verzieh er den Leuten die ihn gepeinigt und versucht hatten zu töten. Ist das nicht vergebung?

    Mir scheint es sowieso so als ob die Christen Mohammed (sav) oft sehr viel feindlicher gesonnen gegenüber stehen. Wohingegen Mohammed (sav) selber Jesus liebte. Genau so wie Moslems Jesus lieben und ihn respektieren. Ein Problem das ein Moslem nicht hat, viele Christen aber umgekehrt schon.

    Wie du außerdem an der gepflegten Umgangsweise in diesem sehr gebildeten Blog sehen kannst geht man mit Meinungen anderer sehr firedlich im Dialog um. so hatte der Bruder der diese Seite betreibt Barino in fridelicher und überaus höflicher Weise um einen Dialog gebeten. Wohlgemerkt ein moslem der einen damals scheinbaren moslem versuchte auf den richtigen Pfad zu bringen. Das hat ihn nicht überzeugen können, obwohl er fast allen Punkten zustimmen musste die Bruder Omar aufführte.

    S.A.

  • By EinWeitererFragender, 10. September 2008 @ 11:30

    Hallo zusammen,

    also mir wird das hier zu viel. Danke, Bruder Omar, dass du diesen Blog so friedlich führst - keine Frage. Aber irgendwie beharrt jeder so fest und stur auf seiner Meinung, dass diese Unterhaltung selbst dem lieben Gott - glaube ich - sehr traurig wird.

    Ich kann mir vorstellen, wie er sich diese Zeilen durchliest und vor allem sich die Herzen anguckt, die diese beiden Fronten bilden und trauert - um seine Schöpfung. Um die Menschheit, die es geschafft hat, sich über ihn zu streiten - über ihren eigenen Schöpfer. So schwer kann es doch nicht sein, dass man seinen eigenen Schöpfer für sich definiert. Hier stimmt was nicht an dieser Diskussion. Ehrlich! Wenn was stinkt, dann ehrlich gesagt diese Diskussion. Und zwar zum Himmel, wo Gott echt nur noch über seine Menschen trauern kann.

    Der Kopte denkt er wäre der Beste. Und der Muslim denkt er hätte den einzigen guten Weg zu Gott gefunden. Wir sind stolz darauf, dass wir vom Islam so viele Pflichten (Furud) bekommen haben. Damit haben wir bestimmt genug Bonus-Punkte gesammelt, um Gott zufrieden zu stellen.

    Wieso kann keiner die Lage objektiv betrachten? Und wenn ihr mich fragt, ist der einzige Objektive in dieser ganzen Geschichte: Barino. Er ist der einzige, der sich beide Sachen angeguckt hat. Auch wenn er sich noch in beiden Seiten vertiefen müsste - alles kann man ja nicht wissen, auch nicht in fünf Jahren - aber zumindest ist er nicht nach seinem Vater Kopten-Anhänger geworden ohne zu wissen wieso. Er ist auch nicht im Islam geblieben als er nicht mehr konnte - auch wenn es ein Bauchgefühl war. Er wusste wieso er die Shahada aussprechen wollte und er wusste ebenso wann es ihm zu viel wurde und jetzt lässt er Jesus über sein Leben und sein Herz herrschen. Wo ist das Problem?

    Wieso freuen wir uns, wenn er über unsere Moscheen publicity macht im ersten Film und ärgern uns über den zweiten Film und sagen sofort, es wäre alles inszeniert?? Wieso können wir nicht objektiv bleiben?

    Wiese denkt jetzt jeder Kopte, dass alleine weil Barino in einem koptischen Taufbecken gelandet ist, dass es nur einen Weg zu Gott gibt - und zwar den koptischen Weg.

    Ich will nicht alles legitimieren, was von sich behauptet, er wäre die wahre Religion. Aber ich wünschte mir einfach mehr Objektivität bei diesen Diskussionen. Und vor allem Konzentration. Konztrieren wir uns auf das Wesentlich - nämlich GOTT - und fragen ihn selber, wie wir mit und für ihn leben sollten.

    Hört bitte auf mit dieser Diskussion, denn der mangelt es einfach an Liebe. Der mangelt es an Gott. Während wir uns über Gott streiten, schleicht sich Gott aus unserer Mitte raus und geht zu den einfachen Menschen, die keine großen Worte von sich geben.

    Wenn Barino ein gewisses Zeugnis ablegen wollte, dann lasst ihn einfach in Ruhe und fangt jetzt keine Konspirationstheorien an euch auszudenken.

    - Wenn Mohammed recht hat, dann folgt ihm!
    - Und wenn Jesus recht hat, dann folgt ihm!
    - Wenn dein Bruder Mohammed folgen möchte, dann freu dich oder bitte Jesus - und nur Jesus - darum, sein Herz zu berühren.
    - Wenn dein Bruder Jesus folgen möchte, dann freu dich oder bitte Allah - und nur Allah - darum, sein Herz zu berühren.
    Aber schwingt bloß keine Fahnen hoch, ihr hättet den einzig wahren Weg erkannt! Denn Gott hört sich uns an und WEINT!!!!!!

  • By Abderahim, 10. September 2008 @ 21:32

    Bismillahirahmanirahim, Liebe Brüder im Islam, AsalamAleykoum wa rahmatullahi wa barakatuh. Ich wünsche Euch einen gesegneten Ramadan. Die Sache ist nun mehr als offensichtlich. Wie meine Frau mir gerade richtig sagte: Lasst nicht Euren zeit im Ramadan durch Diskussionen mit Heuchlern und Ungläubigen verschwinden die nur Zwietracht sähen und kein wirkliches Interesse am Islam haben.

    Allah subhanawataAla sagt im heiligen Quran:
    وَمَكَرُواْ وَمَكَرَ اللّهُ وَاللّهُ خَيْرُ الْمَاكِرِينَ (3:54

    Und sie schmiedeten eine List, und Allah schmiedete eine List; und Allah ist der beste Listenschmied. [3:54]

    وَدَّت طَّآئِفَةٌ مِّنْ أَهْلِ الْكِتَابِ لَوْ يُضِلُّونَكُمْ وَمَا
    يُضِلُّونَ إِلاَّ أَنفُسَهُمْ وَمَا يَشْعُرُونَ

    Eine Gruppe von den Leuten der Schrift möchte euch gern verführen, doch verführen sie nur sich selber und wissen es nicht. [3:69]

  • By Frank Heinrich, 13. September 2008 @ 05:44

    “Wie meine Frau mir gerade richtig sagte: Lasst nicht Euren zeit im Ramadan durch Diskussionen mit Heuchlern und Ungläubigen verschwinden die nur Zwietracht sähen und kein wirkliches Interesse am Islam haben.”

    Besser konntest du es nicht ausdrücken.
    für euch sind wir dhimmi, kuffar, Ungläubige, Buchgläubige, Dār al-Harb und was weiß ich nicht alles.
    Und natürlich dient eine Diskussion nur dazu euch vom Glauben abzulenken.
    Ich bin der festen Überzeugung: der Islam wird NIE ein gleichberechtiges Nebeneinander der Religionen und Toleranz dulden. Der Islam ist es der Zweitracht unter die Menschen säht.
    Und an Omar die Frage, warum hielt er eigentlich nicht schon Barino für unglaubwürdig als er noch Islamist war.

  • By Cadmak, 13. September 2008 @ 19:10

    @Frank Heinrich

    Dhimmis waren im Mittelalter nicht Muslime die zwar eingeschränkte Rechte hatten aber geschützt, aus heutiger Sicht kann man dass verurteilen bei Christen nannte selbst zum Christentum konvertiere (juden und Muslime)”Converso” oder “Marranen” was von “Marrão” kommt was Schwein war. Ach ja man sie trotzt konvertierung umgebracht. Weil sie nur “Täuschen würden”.

    Der bei Christen weitaus gebräuchlicher Begriff “Kanacke” stammt übrigens :
    “Es wurde von den EuropäerInnen zu Beginn der Kolonialisierung der Südsee für HawaiianerInnen verwendet und dann auf alle BewohnerInnen der kolonialisierten Inseln ausgeweitet, daher die Assoziationen mit “dienend” (”Hilfsarbeiter”) und “primitiv”. Die Kolonialisierung anderer Menschen wurde immer wieder damit gerechtfertigt, dass diese als angeblich weniger “weit entwickelt”, was auch immer das heißen sollte und irgendwelchen “primitiven”, weil nicht-christlichen Religionen anhängend als minderwertig eingestuft wurden.”

    Wenn sie mal ihren krankhaften Fokus von der Islamischen Welt auf Länder wie Südamerika oder Asien sehen dass die Ausbeutung. Müssen sich Christen für Morde und GEwalt dort rechtfertigen?
    nein die Aussrede ist es sei nur Poltisch aber wenn ein Dieb oder Räuber Muslim dann ist Teil der Islamisierung um den Westen zu vernichten.

    Schön dass sie die Ausbeutung der dritten Welt als “Gleichberechtiges Nebeneinader” Ansehen. Ja wenn kleine Kinder MArkenklamotten für die “HErrenfriendennächstelieben” Christen machen, Afrikanern die Fische weggefischt werden, Kinder an Streubomben und Minen aus dem Westen sterben. Aber man sitzt da mit Schaum vorm Mund und will nur dass sehen was einem Spass macht.

    Es wohl leichter sich feige gegen die Muslime zu stellen.

    Omar war schon die ganze Zeit unglaubwürdig er ließt Koran Zitate falsch und sagt das was die macher hören wollen.

    Siehe Rütli Schule:
    Ein Hamburger Schulleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen das ZDF. Seinen Schülern soll Geld gezahlt worden sein, damit sie sich vor der Kamera prügeln. Der Sender räumt jedoch ein, dass ein Jugendlicher eine “Aufwandsentschädigung” erhalten habe.
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,410103,00.html

  • By Murat, 14. September 2008 @ 03:50

    @frank Heinrich,

    schade das du nur die Kommentare hier liest und nicht merkst das deine Äußerung: “Und an Omar die Frage, warum hielt er eigentlich nicht schon Barino für unglaubwürdig als er noch Islamist war.” zeigt das du anscheinend nicht gemerkt hast das Omar ja versucht hat Barino von seinem radikalen Ansichten wegzubringen, weil er sie nicht für richtig hielt. Anstatt wie manch ein Moslem der hier ein Kommentar hinterlassen hat und sich sogar trotzdem für Barino ausgesprochen hat.

  • By Omar, 14. September 2008 @ 10:33

    @Cadmak:

    “Omar war schon die ganze Zeit unglaubwürdig er ließt Koran Zitate falsch und sagt das was die macher hören wollen.”

    ich war ein wenig verdutzt, aber du meinst wohl Barino.. Ich war in keiner Sendung..

  • By Muhammad Mumi, 7. Oktober 2008 @ 18:38

    Lieber Bruder OMAR - As Salamu alaiakum

    Herzlichen Dank für Deinen Beitrag - und vor allem die darin enthaltenen Links: “Barino bei Günther Jauch im SternTV”.

    Allah möge es Dir lohnen und Dir Erfolg im Diesseits und im Jenseits gewähren.

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  1. Too Much Cookies Network » Barino bei Günther Jauch im SternTV — 7. Oktober 2008 @ 02:19

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