The Awesome Palestinians

Ich halte im Allgemeinen nicht viel vom Brot und Spiel der heutigen Zeit und habe Besseres zu tun als mir Eröffnungsveranstaltungen finanziell lukrativer Geschäfte mit hüpfenden Menschen anzuschauen. Ich weiß dennoch um ihrer motivierenden Kräfte. Einige Menschen glauben in den Augenblicken der olympischen Eröffnung an einen möglichen Weltfrieden, andere lediglich daran, dass die chinesische Regierung mehr Pressefreiheit gewähren wird und wieder andere werden im Glauben bestärkt, dass es mit der Freiheit in Deutschland wesentlich besser gestellt ist1.

Umso gerührter war ich, als ich diese Wiedergabe der Beobachtung der Eröffnungsfeierlichkeit las:

Finally, they appeared. The Palestinians.

Now jumping on the sofa, pointing at the screen, and screaming “Palestine, Palestine,” my son and I drowned about everything that the commentators said and could hardly focus on the picture. All I remember is this: there were four participants: two runners and two swimmers. The flag bearer was the runner Nader al Masri, who trained in Beit Hanoun, Gaza, during Israeli “incursions.” I could see two women dressed in traditional Palestinian dresses. They all walked around the stadium holding hands and raising the victory sign.

Anders als bei den anderen Nationen ging es hier nicht um einen abstrakten Nationalismus, sondern um Hoffnung, die diese nicht resignierenden Kämpfer ausstrahlen. TIME führt Nader al Masri als einen der 100 Athleten, die es lohnt zu beobachten und schreibt folgendes über ihn:

A long distance runner needs a finishing kick, and Nader al Masri learned the hard way how to pour on the speed: living in the embattled Palestinian enclave of Gaza, he’s used to sprinting away from whizzing bullets and Israeli missiles. For 10 years, al Masri has trained for the 5,000m race in the Olympics. Every morning, he would lace up his tattered running shoes and lope off along bomb-cratered roads as kids shouted “Run, Nader, Run!” But his dreams of competing in Beijing, along with three other Palestinian athletes, nearly didn’t happen. At first, Israel, which controls Gaza’s borders, denied him exit; Palestinians have been barred from leaving Gaza since Hamas militants seized control in June 2007. Only after Israeli human rights activists intervened al Masri was allowed out. Now the bark of the starter’s pistol is the only sound of gunfire that al Masri will have to worry about.

Das Interessante an Palästinensern und ihrem Kampf ist ja, dass es noch nicht einmal “Brot und Spiele” bedarf, um von ihrem Leiden abzulenken. Während man die Nachricht von einem Bulldozer-fahrenden Palästinenser unüberhörbar ins Gewissen eingeprägt bekommt, der Menschen damit tötete und dann überwältigt und aus nächster Nähe erschossen wurde, hört man nichts von der israelischen Tradition die Existenz seiner Familie zu vernichten. Von der Entführung zweier Soldaten Israels an der Grenze zum Libanon hörte die Welt auch mehr als ein Jahr später nicht auf zu reden. Palästinenser – vor allem hier Abgeordnete und einfache Zivilisten – werden viele von der israelischen Armee verschleppt, ohne dass ein größeres Medium darüber berichtet.

Nein, wirklich .. einer Olympiade braucht es nicht, um von diesem Leiden abzulenken.

Zurück zu den vor dem Fernseher festgenagelten zwei:

When it was obvious that we will not see more of the Palestinians, we settled down. My son, breathless and flushed with excitement, turned to me and said: “They were awesome!”

Yes, they were: Nader, Ghadeer, Hamse, and Zakiya. We thank you for your awesomeness!

  1. muss ja, die deutschen Offiziellen haben sich ja der Eröffnungsfeier – aus Protest – entzogen..[]

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