Amina Wadud und noch eine Religion
Der Spiegel u.a. berichtete über Amina Wadud und das Freitagsgebet, in dem sie in New York vorgebetet hat. Was als eine religiöse Bewegung dargestellt wird, ist aber eher ein politischer Schach-Matt-Versuch. Alle Muslime, die nicht mit Frau Wadud sind, müssen nun ganz klar gegen Frauenrechte sein - oder?Das Freitagsgebet hatte mit einem islamischen Freitagsgebet nicht soviel zu tun, bis auf, dass es am Freitag stattfand (ich nehme an, es war sogar die richtige Zeit). Da drei Moscheen abgelehnt hatten, dieses Gebet bei sich unterzubringen, wurde es kurzerhand in eine Kirche verlegt - daran sollte es sicherlich nicht scheitern! Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass für dieses “Event” extra die Statuen aus der Kirche entfernt wurden, aber auch das scheint ja kein Problem zu sein!
Was mich persönlich am meisten davon überzeugt, dass dieses “Gebet” nichts mit dem Islam zu tun hat, ist die Tatsache, dass das Ziel der Veranstaltung offensichtlich eine politische Aussage war; die betenden haben nicht Gott angebetet, sondern für Medien, Politik und schlussendlich für andere Menschen. Das Ziel des Gebets ist damit endgültig erloschen. Ich kann mir eh’ nicht vorstellen, dass die Betenden ernsthaft beim Gebet wären - das wäre ich auch nicht, wenn ich gerade Geschichte schreiben würde!
Auf pbs.org gibt es ein älteres Interview mit Amina Wadud, in dem ihre Aussagen ehrlich gesagt nicht von Tiefsinn zeugen. Vermischt werden Gewaltanwendung/-bereitschaft mit den Rechten der Frauen widerum mit dem Anschein von Moderne. Die Aussage ist aber auch hier relativ klar: Wer Frauen nicht als Vorbeterinnen sehen möchte, beschneidet ihre Rechte und ist gewalttätig (ausserdem ist er nicht hip). Welche der beiden Schlussfolgerungen obstruser ist, mag ich kaum beantworten!
Dabei kann ich aber auch nicht verstehen, warum es eine Benachteiligung der Frau sein sollte, wenn sie nicht vorbeten soll? Für alle Nichtmuslime: Es ist nicht so, dass der Vorbeter auch automatisch König ist - noch nie habe ich erlebt, dass sich Männer streiten, Vorbeter zu sein; ganz im Gegenteil, meist schiebt jeder den anderen nach vorne. Dies hat verschiedene Gründe: Teilweise ist das Vorbeten schwieriger, es ist ausserdem mit weit mehr Verantwortung verbunden. Auch wurden Regelungen getroffen, wer in einem Gebet vorbeten soll. Dabei geht es um Dinge wie Anzahl der Suren, die man auswendig kennt, Aussprache aber auch Alter usw..
Zurück zum Ursprung: Ist eine Frau, die vorbetet freier (bzw. befreiter) als eine Frau, die nicht vorbetet? Welche Vorteile erwachsen ihr daraus? Oder ist es das symbolische “Vorne stehen”, das es ausmacht? Dabei will Frau Wadud nach eigenen Angaben nicht im Rampenlicht stehen. Ausserdem kann jeder definieren, was für ihn vorne ist und damit hätte sich die Angelegenheit (da spricht der Mathematiker); Nein aber im Ernst, dieses Theater ist doch sehr albern und kindisch!
Übrigens aus islamischer Sicht erläutern das mehrere Artikel, von denen ich hier einige verlinken werde. Am besten finde ich eine Aussage von “Ustadh Abdullah”:
“I think that if people want to make up their own religion, let them do as they like. We just ask them to give us a little respect and not call it Islam, and don’t call themselves Muslims. That’s all.”
Wenn jemand seine eigene Religion erfinden möchte, soll er das gerne tun, aber er soll uns den Gefallen tun, ihn nicht Islam zu nennen - der Name ist schon vergeben!
An anderer Stelle mag ich an anknüpfen und darstellen, wie die Frau im Islam anhand von absurden und teilweise sehr komischen Argumenten als rechtlos und erniedrigt dargestellt werden. Aber für heute ist es erstmal genug.
Omar
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