Geschichte Afghanistans vor dem 11. September 2001
Der folgende Text ist die Grundlage für einen sehr informativen Vortrag, der am 3. Juli von Herrn B. El-Mogaddedi in der Leibniz Universität Hannover gehalten wurde. Der ursprüngliche Titel des Vortrags war “Ein Abriss über die jüngste Geschichte Afghanistans”.1 Für denjenigen, der die politischen Zusammenhänge in Afghanistan zu verstehen sucht2, ist ein solcher Abriss unersetzlich! Natürlich war im Vortrag viel mehr als in der geschriebenen Version..
Afghanistan ist durch die jüngsten Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene wieder in das Licht der medialen und damit auch der allgemeinen Öffentlichkeit gerückt worden. Das plötzliche Interesse gründet sich bedauerlicherweise nicht in den eigentlichen Problemen, mit denen die Zivilbevölkerung Afghanistans seit über 20 Jahren kämpft. Nicht der Terrorismus hat die Menschen Afghanistans an den Rand des körperlichen Zusammenbruchs getrieben: Nein, es sind Jahre der Besatzung und des damit zusammenhängenden Bürgerkrieges, die Tod, Krankheit, Elend und Vertreibung über die Menschen dieses mittelasiatischen Landes gebracht haben. Diese Zustände hätten Afghanistan seit 1992 schon mehrfach auf die Tagesordnung der internationalen Weltpolitik setzen müssen.
Seit dem 07. Oktober 2001 regnet es wieder über den Städten Afghanistans, aber dieser Regen bringt keine Linderung der Dürre, die dieses Land seit drei Jahren plagt und die Wolken, die aufsteigen, bestehen nur aus Rauch und Asche. Die Historie Afghanistans ist reich an kriegerischen Ereignissen, die sich in den Geschichtsbüchern nachlesen lassen. Allerdings stellen die letzten 2 1/2 Jahrzehnte eine Sonderrolle dar, da diese 25 Jahre den längsten zusammenhängenden Kriegszustand des Landes in seiner Geschichte bilden. Im Folgenden wird versucht, dem interessierten Leser eine kurze, bei weitem aber keine umfassende Übersicht über das Geschehen des Landes zu vermitteln, damit die aktuelle Situation in Afghanistan in einen Kontext gesetzt werden kann.
- 1973, Juli: Schock im Urlaub
- 1978, April: Die „Revolution“ frisst ihr erstes Kind
- 1979: Räumungsverkauf im Hindukusch
- 1986: Muss i denn , muss i denn zum Städtele hinaus
- 1988-1989: Die Sowjets haben den Kaffee auf. Auch mit Wodka lässt sich Afghanistan nicht mehr ertragen
- 1992: Machtwechsel
- 1993: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, nun kann er gehen
- 1994: „A star is born“ oder: Wer nicht hören will, muss fühlen
- 1995: Die Dominos fallen
- 1996: Der Feind meines Feindes ist mein Freund, auch wenn er bis gestern mein Feind war
- 1996 bis heute: Afghanistan ist nicht von dieser Welt
1973, Juli: Schock im Urlaub
Der heute 86 Jahre alte König Zahir Shah wird während eines Erholungsurlaubes in Italien von seinem Schwager und Cousin Daud Khan3 aus dem königlichen Amt geputscht. Der aufgrund seiner großen Sympathien für die UdSSR als „Roter Prinz“ bekannte Verwandte des Königs gelangt mit Hilfe der kommunistischen Partei Afghanistans an die Macht. Als Gegenleistung für die Unterstützung durch die Kommunisten wird die Monarchie abgeschafft und Afghanistan zur Republik erklärt. Zum ersten Präsidenten der Republik ernennt sich Daud Khan. Damit ist der erste Schritt in die bis heute andauernde Katastrophe getan!
1978, April: Die „Revolution“ frisst ihr erstes Kind
Mittels eines äußerst blutigen Putsches bringen sich die Kommunisten in Afghanistan an die Macht. Afghanistan wird eine volksdemokratische Republik. Der Präsident Daud Khan wird mit seiner gesamten Familie umgebracht, nur eine Schwiegertochter und ein Enkelkind werden verschont. Noor Muhammed Taraki wird Präsident und Babrak Karmal sein stellvertretender Premierminister.
Es folgt das Übliche: Enteignung, Bodenreform, Massenverhaftungen und Folter. Die Spannungen zwischen den marxistisch-leninistisch orientierten Volks-Revoluzzern und dem der Religion des Islam verbundenen Volk, dessen Interessen sie zu vertreten glauben, steigern sich. Dieses historische Missverständnis zwischen diesen beiden gesellschaftlichen Gruppierungen führt auf dem Land zum Aufstand gegen die Ungläubigen in den großen Städten Afghanistans. Taraki unterzeichnet derweil einen Freundschaftsvertrag mit seinem Glaubensbruder Brezhnew in der Sowjetunion. Im Sommer nimmt der Widerstand der Afghanen gegen die Regierung in Kabul eine organisierte Form an.
1979: Räumungsverkauf im Hindukusch
Massenverhaftungen führen dazu, dass das bereits von Daud Khan erbaute „Pul-e-Charkhi“4 Gefängnis gut ausgebucht ist. Der amerikanische Botschafter wird ermordet, damit der politische Bruch mit dem Westen auch optisch Gestalt annimmt. Im ganzen Land intensiviert sich der aktive Widerstand gegen das Regime in Kabul. In der kommunistischen Partei Afghanistans kommt es zum Bruch zwischen den UdSSR-treuen und dem nationalistisch gesinnten Flügel.
Im September findet in Kuba das Treffen der Blockfreien statt. Der afghanische Präsident Taraki ist mit dabei, als die internationale Solidarität beschworen wird, doch in Kabul ist es mit der parteiinternen Solidarität vorbei. Zwar wird der Präsident noch mit Bruderkuss in Kabul bei seiner Rückkehr empfangen, doch einige Tage später erliegt Genosse Taraki einem „Herzinfarkt“ und Hafizullah Amin übernimmt die Präsidentschaft. Politische Gegner werden auf Botschafterposten ins Ausland verfrachtet, auch der Führer der sowjettreuen Kommunisten, Babrak Karmal.
Der innerafghanische Kuddelmuddel verleitet die UdSSR dazu, eine Invasion nach Afghanistan vorzubereiten. Offiziell heißt es am 27. Dezember 1979, dass der afghanische Präsident seinen Nachbarn um Unterstützung gegen die Angriffe der Imperialisten aus den USA, China und Pakistan ersucht hat. Einen Schönheitsfehler hat dieses Gesuch, denn es wird von Babrak Karmal eingereicht, dem Botschafter Afghanistans in Prag. Der eigentliche afghanische Präsident Amin ist zum Zeitpunkt des Einmarsches bereits 24 Stunden tot. In Radio Kabul hört man die erste Ansprache des Präsidenten Karmal, der den von Imperialisten verursachten Tod von Amin bekannt gibt. Die Ansprache wird übrigens von Radio Tajikistan nach Afghanistan ausgestrahlt. Das sowjetische Taxi hatte Karmal noch nicht nach Kabul gebracht.
Kommentar des amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter: Die Vereinigten Staaten sehen keinen Anlass zum Eingreifen, solange US-amerikanische Interessen in der Golfregion nicht bedroht sind.
1986: Muss i denn , muss i denn zum Städtele hinaus
Mittlerweile dauert die Revolution gegen die so genannte Volks-Revolution und die sowjetische Besatzung über sechs Jahre an. Afghanistan hat es geschafft, drei Großrevolutionäre zu verbrauchen, namentlich Brezhnew, Chernenko und Andropov. Neue Männer braucht das Land, sagt man sich nicht nur in der UdSSR, wo der im Westen allseits geliebte Mikhail Gorbatschow, zusammen mit seinen Kindern Glasnost und Perestroika, regiert. Der frische Wind in Moskau weht auch in die afghanischen Teestuben und Babrak Karmal wird durch den seit 1980 als Geheimdienstchef Unheil anrichtenden Dr. Najibullah, der aufgrund seiner Körperfülle in den Straßen von Kabul den Titel „der Ochse“ verliehen bekommt, ersetzt.
Während „Gorbi“ den Turbo in Sachen Öffnung zum Westen einlegt, spüren die Afghanen, dass dieser Freiheitsturbo für sie nicht gilt. In Afghanistan wird noch einmal in Kriegs- und Menschenmaterial kräftig investiert und die Afghanen erleben die schlimmsten Schlachten seit der Besatzung 1979.
Der „Ochse“ zieht alle Register seines geheimdienstlichen Wissens, aber der sowjetische Karren sitzt schon zu tief im afghanischen Dreck. Das Regime regiert nur noch in den Städten.
1988-1989: Die Sowjets haben den Kaffee auf. Auch mit Wodka lässt sich Afghanistan nicht mehr ertragen
Die Amerikaner hatten bereits 1982 begriffen, dass die Sowjets am besten auf dem Umweg über Afghanistan in die Knie zu zwingen sind, ohne auch nur einen amerikanischen Soldaten im Kampf gegen das „Evil Empire“ zu opfern. Die Rechnung geht auf und 1988 wird ein Friedensvertrag in Genf unterzeichnet.
Der einzige Schönheitsfehler dieses Vertrages ist, dass diejenigen, die die Sowjetunion in den Ruin getrieben haben,bei den Verhandlungen nicht am Tisch gesessen haben. Mit Bezwingern wollte die UdSSR nicht verhandeln. Die Mujahideen bleiben außen vor, stattdessen unterzeichnen die Regierungsvertreter in Kabul und die pakistanische Regierung die Verträge. Die Mujahideen durften mitkochen, aber nicht mitessen.
Am 15.02.1989 überschreitet der letzte Sowjetsoldat die Brücke über den Fluss Paindsch. Keiner der Soldaten blickt mehr zurück. Man ist froh wieder zu Hause zu sein, in einem Zuhause, das im
Begriff ist auseinander zu brechen. Das offizielle Sowjettum lässt verlautbaren, dass ca. 15.000 Soldaten in Afghanistan den Tod fanden. Unabhängige Experten beziffern die Verluste auf 40.000-50.000 Rotarmisten. Die afghanische Bilanz: 1.5 Millionen Tote, 5 Millionen Flüchtlinge im
Iran und in Pakistan, 1 Million Binnenflüchtlinge, 10-15 Millionen Minen, Landwirtschaft, Handel und Kleinindustrie am Boden.
Die Mujahideen setzen ihren Kampf gegen das kommunistische Regime Najibullahs in Kabul fort. Im Mai 1989 wird von den Mujahideen eine Exilregierung in Peschawar gebildet, aber keiner traut sich diese anzuerkennen.
1992: Machtwechsel
Die Mujahideen nehmen am 25. April Kabul ein und rufen die “Islamische Republik von Afghanistan” aus. Najibullah entflieht seinem Schicksal für die Dauer von 4 Jahren in die Obhut eines UN-Gästehauses. Für zwei Monate übt S. Mojaddedi das Amt des Präsidenten aus und übergibt dieses vereinbarungsgemäß an seinen Nachfolger Burhannudin Rabbani, der dieses Amt für sechs Monate ausüben soll. Danach soll durch eine Wahl das Volk entscheiden, von wem es regiert werden möchte. Doch der Kandidat Frieden lässt auf sich warten.
1993: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, nun kann er gehen
Doch Rabbani ist kein Mohr, also geht er auch nicht. Ein ratloser Rat wird gezwungen, ihn zum Präsidenten zu wählen und im Namen des Volkes übernimmt er das Präsidialamt. Der Unmut zwischen den ehemaligen Verbündeten in Zeiten des Widerstandes wächst und bricht in aller Offenheit aus. Die Weichen für den Bürgerkrieg werden gestellt. Afghanistan versinkt derweil in einem Chaos, da die Machthaber sich mehr Macht erhaltenden Maßnahmen widmen, als sich mit den Problemen des Landes und der Bevölkerung auseinander zu setzen. Individuelle Sicherheit wird zum Fremdwort. In Afghanistan etabliert sich ein zentrales Machtvakuum und Milizen im Norden, Westen und Süden widmen sich dem Selbsterhalt. Das Land droht auseinander zu brechen. Raffgier ist das neue Motto.
1994: „A star is born“ oder: Wer nicht hören will, muss fühlen
Die Verbündeten von einst kommen überein, dass der Kampf um die Macht im Lande ausgetragen werden muss, also greift man zu altbewährten Mitteln der Auseinandersetzung: der Kalaschnikoff und einem bisschen mehr.
An dieser „menage a trois“ beteiligen sich General Dostum aus dem Norden, Hekmatjar aus dem Süden und Rabbani zusammen mit seinem General Massoud in der Region Kabul. Man schießt aus allen Rohren und legt so ganz nebenbei die Hälfte der Hauptstadt in Schutt und Asche. Am Status quo ändert sich kaum etwas.
Mittlerweile haben auch Europa und die USA Afghanistan als Land abgeschrieben, nicht aber als Transitweg für den Transport von wichtigen Rohstoffen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken an den Persischen Golf.
Der Kampf um Kabul wirbelt dermaßen viel Staub auf, dass die Entwicklung einer neuen Bewegung im Südosten des Landes kaum wahrgenommen wird: Die Taliban-Bewegung wird im Herbst in Kandahar geboren und kann die Milizen, die Angst und Schrecken verbreiten, aus der Region vertreiben. Es keimt Hoffnung auf, dass Afghanistan doch noch “die Kurve kriegt”.
1995: Die Dominos fallen
Während sich das Geschehen in Afghanistan auf die Hauptstadt konzentriert, fällt im Westen die Stadt Herat in die Hände der Taliban. Die einzigen Toten gibt es bei dem anschließenden Freudenfeuer, mit dem die Flucht von dem Kommandeur Ismail Khan gefeiert wird.
Verstärkte pakistanische und iranische Einmischung führt dazu, dass die Taliban immer stärker unter den Einfluss des pakistanischen Geheimdienstes ISI geraten und General Dostum und seine Gegner in Kabul im Iran Verbündete gegen die Taliban sehen. Doch die Entwicklung der Taliban zu einer starken innenpolitischen Kraft ist nicht mehr aufzuhalten.
1996: Der Feind meines Feindes ist mein Freund, auch wenn er bis gestern mein Feind war
Im Frühjahr fällt die Stadt Jalalabad im Süden des Landes. Die alte Garde bäumt sich noch einmal zu einem letzten Hurrah auf, und im Juni tritt der schon seit 1993 designierte Premierminister Hekmatjar sein Amt an und trifft in dem von ihm mitzerstörten Kabul ein. Dieses “Bollwerk” gegen die Taliban muss sich nicht lange an der Macht behaupten.
Am 27. September müssen Rabbani und sein Gefolge das Weite in den afghanischen Bergen suchen; sie finden es gerade noch. Die Taliban etablieren sich in Kabul. Jetzt fehlt nur noch die letzte verbliebene Großstadt im Norden Afghanistans, Masar-i-Scharif, um das Glück der neuen Eroberer perfekt zu machen. Lange müssen sie nicht warten und nach einem blutigen Kampf wird auch diese Stadt eingenommen.
Dostum geht ins Exil in die Türkei, Rabbani nach Tajikistan, Massoud verschanzt sich in seinem Pandschirtal und Hekmatjar muss in den Iran fliehen. Mittlerweile haben die Vertreter argentinischer und US-Amerikanischer Erdölfirmen den Weg nach Afghanistan gefunden. Wirtschaft darf nicht ideologisch angegangen werden. Doch die politische Anerkennung bleibt der Regierung der Taliban versagt.
1996 bis heute: Afghanistan ist nicht von dieser Welt
Die Taliban etablieren sich in 90% des Landes und herrschen fast unumstritten im Land. Die territoriale Integrität des Landes konnte gewahrt werden und die Entwaffnung der Milizen führt zu einer vergleichbar verbesserten persönlichen Sicherheit der Menschen. Das Fundament für eine Zukunft wäre gelegt gewesen. Die Beschränkungen individueller Freiheiten werden von der Bevölkerung zunächst in Kauf genommen, in der Hoffnung, dass es mit dem Land aufwärts geht. Doch die erzkonservative Auslegung des Islam lässt Unzufriedenheit aufkeimen.
Die neue Regierung achtet mehr auf das Jenseits als auf das Diesseits und die internationale Politik schiebt Afghanistan ins Abseits. Gespräche über Erdgas und Erdöl ja, politische Zusammenarbeit nein. Die Menschenrechte sind ein zu kostbares Gut, als dass man diese auf dem Altar der politischen Anerkennung opfern würde.
Ab und an taucht Afghanistan in den Schlagzeilen der Medien wieder auf, z. B. als die Buddhas von Bamyan gesprengt werden, als die Shelter-Now Mitarbeiter verhaftet werden und, als sich eine Dürre abzeichnet.
Seit dem 11. September 2001 ist alles etwas anders geworden, denn plötzlich werden wieder (Krokodils-?)Tränen für die Menschen Afghanistans vergossen.
- Der Artikel wurde zuerst in der Zeitschrift “Kinder” der Hilfsorganisation Hammer-Forum e.V. veröffentlicht.[↩]
- und das sollten viele - vor allem der Entscheidungsträger[↩]
- auch Mohammed Daoud Khan geschrieben[↩]
- hier mehr[↩]
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Comments
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By günter brock, 7. Juli 2008 @ 18:13
diese “Zeitgeschichte Afghanistans” ist sehr verdienstvoll. Sie wirft erstmals Licht auf die Zusanmmenhänge, die ja fast tot geschwiegen wurden. Ich möchte trotzdem ein paar Fragen zu Komplexen stellen, die ich von Afghanden anderst übermittelt bekam.
Welcher politischen Richtung gehört der Herausgeber des Beitrages an?
Stimmt es, dass Taraki zwar Freund der Sowjetunion, aber von der Herkuft ein bürgerlicher Lyriker war, ja, sogar als Ntionaldichter galt.
Wer leistete Widerstand gegen die Volksrepublik? Mir wkurde gesagt, dass es die Feudalschicht war, die nach Pakistan vertrieben wurde.
Wer war Amin? Mir wurde von afghan. Stiudenten gesagt, dass er einn Polpot-Anhänger war, der seinen Putsch unter roten Fahnen vollzog und schon gegann, alle Nicht-Bauern zusammenzutreigen und zu ermorden, wodurch das Volk gegen die marxistischen Kommunisten aufgeputscht wurde.
Sehr zweifelhaft bleibt die “nicht-Einmischung” der USA. Allgemein ist berichtet worden, dass sie die Mudshaheddin in Pakistan ausgebildet und mit modernsten Waffen versorgt haben, sodaß sie eine Art Stellvertreterkrieg gegen die SU führen konnten.
mfg. und vielen Dank - g_brock
By belal, 9. Juli 2008 @ 22:04
Welcher politischen Richtung gehört der Herausgeber des Beitrages an?
Der Verfasser nimmt für sich in Anspruch ein erklärter Gegner jeglicher Hegemonialpolitik zu sein; das galt für die UdSSR und gilt heute gleichermaßen für Russland und die USA, aber auch für andere Staaten, die sich ähnlichen Politikstrategien verschrieben haben.
Stimmt es, dass Taraki zwar Freund der Sowjetunion, aber von der Herkunft ein bürgerlicher Lyriker war, ja, sogar als Nationaldichter galt?
Für nähere Informationen über Herrn Taraki, der zwar in seinem Namen das Licht trug aber nur Dunkelheit über Afghanistan brachte (Noor bedeutet „Licht“ auf Deutsch“), wird auf folgende Seite verwiesen http://www.afghanland.com/history/taraki.html.
Wer leistete Widerstand gegen die Volksrepublik? Mir wurde gesagt, dass es die Feudalschicht war, die nach Pakistan vertrieben wurde?
Dies ist ein Märchen, das von Linksorientierten Kräften in und aus Afghanistan immer wieder verbreitet wird. Diese Leute wollen ihre katastrophalen Fehler und ihre Menschen verachtende Ideologie im Nachhinein schön reden. Der Aufstand gegen die kommunistische Regierung in Kabul begann bereits kurz nach deren Machtübernahme, und er ging in erster Linie von der ländlichen Bevölkerung aus, die ihn dann auch bis 1992 entscheidend mit geprägt und getragen hat.
Sicherlich gab es auch den ein oder anderen Großgrundbesitzer, der sich dem Widerstand anschloss, insgesamt spielte dieser Personenkreis aber keine bedeutende Rolle.
Das Problem der Kommunisten in Afghanistan war, dass insbesondere ihre groß angekündigte Landreform bei denjenigen, die davon profitieren sollten auf so gut wie keine Gegenlieb stieß, sondern ein grandioses politisches Fiasko darstellte. Hartgesottene Linke können mit einer derartigen ideologischen Niederlage auch 30 Jahre später nicht umgehen, deshalb die Legende vom feudalistischen Aufstand, klassische These-Antithese-Rhetorik.
Da der in Afghanistan geleistete Widerstand, ob vom Feudalisten oder Bauern, Ingenieur oder Arbeiter, Akademiker oder Analphabeten sich auf eine tiefe Religiosität dieser Menschen gründete, war der Freiheitskampf der Afghanen etwas mehr als nur ein Kampf um ein paar Ackerböden und Privilegien.
Wer war Amin?
Siehe hierzu auch: http://www.afghanland.com/history/amin.html
(Interessanterweise waren beide, sowohl Amin als auch Taraki in ihren frühen Jahren stark anglophil)
„Sehr zweifelhaft bleibt die “Nicht-Einmischung” der USA. Allgemein ist berichtet worden, dass sie die Mudschaheddin in Pakistan ausgebildet und mit modernsten Waffen versorgt haben, so dass sie eine Art Stellvertreterkrieg gegen die SU führen konnten.“
Stimmt! Allerdings begann diese Einmischung der Amerikaner erst in der Amtszeit von Ronald Reagan, aber auch er brauchte mehr als ein Jahr, um zu erkennen, dass er die UdSSR in Afghanistan in die Knie zwingen könnte, ohne einen Tropfen amerikanisches Blut zu vergießen. Heutzutage würde man diese Politstrategie wohl „outsourcing“ nennen!
By David, 12. Juli 2008 @ 15:24
Great post, Omar. If you haven’t seen “Charlie Wilson’s War”, I recommend it. Talk about “unintended consequences”!
By belal, 12. Juli 2008 @ 17:50
Thank you for your information. I have seen the film, but I do appreciate your hint.
belal