Die Muslime waren’s!

Es ist sooo interessant, wie schnell Muslime als Feind- und Schuldbild herhalten. Die Geschichte geht so: Da war ein Mann (21 Jahre alt) aus dem Städtchen Hemer in der Nähe von Dortmund, der hat ein Mädchen (16 Jahre alt) über das weltumspannende Internet kennen gelernt. Sie haben sich dann getroffen und Geschlechtsverkehr betrieben. Dabei hat der Mann das Mädchen gefilmt und danach von ihr gefordert, dass sie als Prostituierte für ihn Geld verdienen geht, sonst gibt er den Film heraus und zeigt ihn u.A. ihren Eltern. Das Mädchen, das sich bereits in den Mann verliebt haben soll willigte erst einmal ein, als es noch darum ging, “nur wenig” “anschaffen” zu gehen. Das Geld hat sie mehrheitlich ihrem “Freund”1 gegeben, der es angeblich einem Gläubiger zurückgeben musste. Nebenbei hat er sie ab und an mal geschlagen, um sie zu motivieren “gefügig” zu machen.

Nach einem wiederholten Übergriff im März dieses Jahres vertraute sie sich ihren Eltern an, die ihn anzeigten und so „dem Alptraum” ihrer Tochter endlich ein Ende bereiteten.

So weit so gut. Die Geschichte wurde im “DerWesten” beschrieben. In Shortnews wurde die Geschichte zusammengefasst. Die Kommentatoren scheinen sich gleichermaßen über den Täter (Kastrationsforderungen), wie auch über die Eltern des Opfers aufzuregen (was sind das für Eltern) und über das Opfer an sich (wie naiv, hat sich willig bereichert..). Dann folgt folgender Kommentar von “drogus”:

Da geb´ ich dir schon recht, allerdings kennt man die Familie (und womöglich auch die Kultur) des Mädchens nicht- War sie, und bitte klagt mich jetzt nicht an, eine Muslime, wäre das für sie schon eine weitaus größere Schande als für eine “normale” Christin, wenn ihr versteht.

Ja, natürlich verstehen wir. Dass das Mädchen sich offensichtlich schlussendlich ihren Eltern anvertraute (laut Nachricht), scheint er dabei zu ignorieren. Auch dass sich die Drohungen des “Freunds” offensichtlich nicht nur auf die Offenlegung der peinlichen Bilder den Eltern gegenüber beschränkten, sondern eben die Schaffung einer breiteren Öffentlichkeit für das Video über das Internet, sowie der gelegentliche Gewaltandrohung enthielt, scheint keine Rolle zu spielen.

So weit hat sich die Skepsis gegenüber Muslimen in die Gesellschaft hinein gefressen, dass sogar die Widerrede, die von “PapaVonMandy” kam, schwachsinnig ist:

Muslime haben kein Internet, wenn sie so streng sind……und falls doch, dann sind sie nicht so streng…klar wird die Familie entäuscht sein, wenn sowas ist, aber sie wird nicht gleich gesteinigt

Muss man das noch kommentieren?

  1. nicht im Sinne des “Freund und Helfers”[]

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