Wieder Ärger mit cdu-politik.de
Das Blog, das sich als “Basis der CDU” betrachtet und darstellt, hat wieder einmal meine Aufmerksam auf sich gezogen (siehe hier und hier). Diesmal hat der Autor “Rainer Wulf” ein Problem damit, dass einer muslimischen Referendarin in Bremen kraft Gerichtsurteil das Tragen ihres Kopftuchs nicht verboten werden kann, da dies eines Ausbildungsverbots entspräche. Er schreibt dazu:
Diese Argumentation des Gercihtes ist jedoch schwer nachvollziehbar. Es geht auch im Fall der Referendarin darum, ob das muslimische Kopftuch Das Kopftuch ist - unabhängig von den Intentionen und Überzeugungen der Trägerin - eine politische Aussage. Es steht unter anderen schon per se für eine Diskriminierung von Frauen.
Rainer ist generell gegen Diskriminierung und will deshalb auch die Gleichbehandlung von Lehrerinnen und Refendarinnen:
Es ist nicht einzusehen, warum beamtete Lehrerinnen kein Kopftuch tragen können dürfen, Referendarinnen aber schon. Entscheidend ist die Wirkung auf die Schüler und die ist in beiden Fällen kaum anders.
Ist das nicht nett?
Was darauf folgte war ein Reigen aus zustimmenden und sich selbst übertreffenden Kommentaren, die alle die Gefahr Kopftuch heraufbeschworen. So z.B. der Kommentator Bauer Gerhard:
Für Männer hat der Islam absolute Vorteile. Die Frauen sind beherrschbarer, nicht aufsässig usw.. Es ist auch nicht so tragisch wenn einem die Hand mal ausrutscht, Hauptsache man hat die Frau ein paar Mal vorher ermahnt. Über Arbeitspausen braucht man nicht mit dem Arbeitgeber zu verhandeln, das regelt der Imam. 5 mal täglich zusätzliche Pausen, das schafft derzeit keine Gewerkschaft1.
Dann aber ernster:
Jetzt mal im Ernst, der Islam ist eine importierte Religion, zumindest wird von den anderern Religionen (Christen und Juden) behauptet er sei eine Religion. Da dies mal Tatsachen sind, sollen sie ihre Religion ausüben dürfen, keine Frage, natürlich nur solange sie im Einklang mit unseren Gesetzen steht. Da wird es schon etwas schwieriger.
Gleichstellung von Mann und Frau, betäubungsloses Schächten, Aufrufe zur Gewalt im unveränderlichen Wort Gottes usw. usf..2
Thomas beharrte darauf, dass er zwar “voll und ganz zur Religionsfreiheit” stehe, sieht diese Religionsfreiheit allerdings am Ende, wenn sie im öffentlichen Raum stattfindet. Weil er genau weiß, wofür das Kopftuch steht3, würde er seine Tochter nicht in einen solchen Unterricht schicken, wo die Lehrerin ein Kopftuch trägt. Ich vermute da, dass die normale elterliche Eitelkeit greift, die verhindern möchte, dass das eigene Kind herausbekommt, dass man mit seinen Vorurteilen Geschichten falsch liegt.
Shock and Awe auf türkisch - und gut bezahlt
Als ich mich also in die Diskussion einmischte, wusste ich sehr wohl, dass es äußerst schwer ist, in eine Parallelgesellschaft hinein zu stoßen. Einigen persönlichen Vorwürfen bin ich durch Sarkasmus ausgewichen, weil sie zum Einen nicht begründet waren, zum Anderen lächerlich sind. Mir ist dabei aber aufgefallen, dass - genauso wie bei Kindern - einige Kommentatoren diesen Sarkasmus nicht mal erkennen konnten.
Inzwischen halten mich einige für einen Türken, dem sein Auftritt als Kommentator auf dem cdu-politik - Blog von einer geheimen Organisation mit dem Namen “Secret Money for Islamic Dominance” (SMID) und dem Ziel der Unterwerfung der gesamten Welt unter dem globalen Islamismus bezahlt wird - genauso wie die Gerichtskosten der Bremer Referendarin bezahlt werden. Meinen Namen habe ich aus Gründen der Verschleierung und des allgemeinen Verschaukelns von “Ömer” zu “Omar” geändert. Mein Türkischsein hat der scharfsinnige Kommentator kröte trotzdem erkannt:
Dass Omar seine Meinung vertritt, ist ja verständlich, er wirbt um die Gunst für die Eigenarten seiner Landsleute, die hier ganz offen und aggressiv Raum greifen wollen. Das tut er auf die ganz nette und höfliche Tour, typisch für die Vertreter der türkischen Front.
Tja, wäre ich mal nicht so nett gewesen..
Trotzdem möchte ich hier eines der Argumente aufführen, die während der - inzwischen länglichen - Diskussion auftraten:
Christen ermorden
Dazu schrieb kröte:
Wenn ein Christ in moslemischen Ländern ein Kreuz trägt, ist er tot, das geht da sehr schnell und belastet nicht großartig das Gewissen, ein Ungläubiger weniger. Wie das geht, beschreibt Sabatina James (falscher Name, lebt hier im Untergrund, weil sie von der eigenen Familie verfolgt wird, so tolerant sind Moslems) im Gespräch in der letzten Jungen Freiheit.
Es sollte ja bereits anhand des Vorhandenseins von Christen in muslimischen Ländern klar sein, dass diese Aussage vollkommener Mummpitz ist. Trotzdem einige christliche Kreuze aus Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung (und noch eine Kirche im Iran).
Hütet euch vor dem Schlitzauge!
Wem noch nicht aufgeht, wie paranoid und dadurch gefährlich die Leute um cdu-politik.de sind, der lese sich dann noch den Artikel und die dazu gehörenden Kommentare mit dem Titel “Loyalitäten”, in dem sich der Autor “guko” darüber auslässt, dass die von Türken in Deutschland für die türkische Mannschaft gezeigte Zuneigung einem Landesverrat gleichkommt:
Natürlich geht es heute ” nur” um ein Fußballspiel. Doch wer seine Loyalität einem fremden Staat im Sport so offen zeigt, wie das die Türken in Deutschland derzeit tun, der hat offensichtlich ein gestörtes Verhältnis zu dem Land in dem er lebt.
Und dann:
Die Halbmondflaggen in den Städten und auf den Autodächern sind wie der Jubel für Erdogan in der Kölnarena. Sie zeigen, daß in diesem Land Menschen leben, die zwar teilweise die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, deren erste Loyalität aber einem fremden Staatswesen, nämlich der Türkei gehört.
Na gut, mag man denken, es ist nur einfache Paranoia. Die verschiedenen Kommentatoren stimmen denselben Ton an, bis dann dem Politiker Cem Özdemir folgendes vorgeworfen wird:
Wenn der grüne Bonusfliegerkönig Cem von uns fordert, dass wir eine Quote für seine türkischen Landsleute in der deutschen Nationalmannschaft einführen sollen, dann zeigt uns das, dass der Mann nie Deutscher war.
Wieder gut, ist ja nur seine (dämliche) Meinung. Aber dann der Knaller:
Hütet Euch von ausländischen Parteigernossen, auch die FDP ist nicht frei davon, Niedersachsens FDP Spitzenkandidat ist auch einer, von dem man nicht weiß, wie er entscheidet, wenn Vietnam ein Thema ist.
Dazu muss man folgendes wissen:
Philipp Rösler ist vietnamesischer Abstammung und kam im Alter von neun Monaten nach Deutschland, wo er von einem Ehepaar adoptiert wurde
Ich habe dann darauf aufmerksam gemacht, dass der Fraktionsvorsitzende der niedersächsischen CDU-Fraktion David McAllister ein Halbschotte ist, aber dafür hat sich keiner interessiert. Scheinbar sieht er nicht ausländisch genug aus. Daniel Cohn-Bendit fällt wohl aus vollkommen anderen Gründen unter die Verräter..
- dass ein Muslim im Allgemeinen nur eine Pause zum Gebeteverrichten braucht, leuchtete ihm offenbar auch nach meiner Darstellung dieser Information nicht ein..[↩]
- Ob dieses Verbot auch für jüdische Bürger gelten soll, hat er leider bislang nicht beantwortet[↩]
- Der weibiche Körper ist etwas Sündhaftes, ja Gefährliches, und muss schamvoll bedeckt werden.[↩]
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