Warum tötest du, Zaid? - erste Eindrücke
Dienstag, 25. März 2008, 00:11
Nachdem Kathrin nun das Buch durchgelesen hat und eine Rezension soweit abgearbeitet hat, darf ich mir das Buch “Warum tötest du, Zaid” von Jürgen Todenhöfer schnappen und habe die ersten paar Seiten gelesen. Noch bin ich mitten in der Geschichte vom jungen Iraker Zaid und wie ihn Herr Todenhöfer im Irak trifft und zum Interviewtwerden bewegt.
Der junge Zaid ist Widerstandskämpfer im Irak - und nicht Terrorist! Diese Unterscheidung ist eigentlich trivial, denn bei einer Besatzung wird es immer Freiheitskämpfer geben und daneben gibt es heutzutage politisch gesondert motivierte Terroristen, die im Falle des Iraks sogar zum größten Teil aus dem Ausland kommen. Es ist trotzdem beruhigend, dass der Author auch diesen Aspekt nicht unerwähnt lässt, da sich bei einigen Zeitgenossen der Eindruck erhärtet hat1, dass alle Gegner der US-Politik per se Terroristen sind.
Selbstverständlich
Auch in den 10 Thesen, die Jürgen Todenhöfer aufstellt und die online nachzulesen sind, sind vor allem trivial nachvollziehbare Tatsachen aufgelistet. Er trägt sie trotzdem so nüchtern wie möglich vor und erklärt und belegt sie einzeln.
Angesichts der Kriegspolitik des Westens ist es nicht wirklich erstaunlich, dass muslimische Extremisten immer mehr Zulauf bekommen.
Volker Pispers sagt dazu immer:
Sie wundern sich, dass sie Bomben untern Arsch gelegt kriegen. Wann fangen sie an sich zu wundern, warum sie so wenig Bomben unter den Arsch gelegt kriegen?
Es ist beeindruckend, wie weit Jürgen Todenhöfer gegangen ist, um dieses Buch zu verfassen und seine Quellen nachzurecherchieren. Das Buch ist aber trotz der Unlängen an Quellenzitaten keine reine Dokumentation der Zeitgeschichte2, sondern vor allem vermittelt es dem Leser die Stimmungslage der einzelnen Betroffenen.
Den viel modernen Gasofen, der daneben3, können sie nicht mehr benutzen. Der Inhalt einer etwa 60 Zentimeter hohen Gasflasche, der zu Zeiten Saddam Husseins 12 Cent gekostet hat, schlägt jetzt mit 20 Dollar zu Buche. Das kann sich Abu Saeed, wie die meisten Einwohner Ramadis, nicht leisten. Ein Land, das auf Öl schwimmt, kann seine eigene Bevölkerung nicht mehr mit Energie versorgen.
Den selbst gebauten Lehmofen nennen die Frauen sarkastisch »Bush-Ofen«. “Danke, Mister Bush”, sagt eine der Frauend lachend, “wir wollten schon immer einmal wissen, wie man im Mittelalter gekocht hat.”
Reaktionen - bisher
Das Buch hat bislang schon recht viele Reaktionen ausgelöst. Jürgen Todenhöfer hat dazu nicht zuletzt neben der Webseite auch drei Seiten in drei zentralen Zeitungen - der New York Times, der Frankfurter Allgemeinen und der Al-Quds Al-Arabia - geschaltet. Im Internet finden sich verschiedene Blog- und Massenmedienreaktionen, von denen einige auf der offiziellen Seiten zum Buch verlinkt sind. Hier einige weitere:
- Claudia Troßmann:
Ich empfehle die zehn Thesen Todenhöfers, um nachvollziehen zu können, was nicht erst seit gestern Tod und Elend über Abermillionen Menschen bringt.
- Horst Schulte:
Mich würde interessieren, welche Antwort die Kämpfer gegen den Untergang des Abendlandes haben, wenn sie sich das ansehen, anhören oder durchlesen, was Dr. Jürgen Todenhöfer zum Stand des Terrorismus in unserer Welt zu sagen hat.
- Totengräber der US-Kriegspropaganda:
Wer will schon die Wahrheit wissen?
Alle die ungern ihre Heileweltdenke durcheinander bringen wollen, sollten “Warum tötest du, Zaid?” nicht lesen und sollten auch nicht die WebSite zum Buch besuchen.
- Tivoli-Blog.
- Marco Feindler:
Warum eigentlich hat kein hochrangiger Politiker oder Kandidat diesen Mann als Berater verpflichtet? Repräsentiert Todenhöfer mit solchen Aussagen nicht die Ansicht eines beträchtlichen Teils der (deutschen) Bevölkerung?
sehr gute Frage!
Eine der überraschendsten Rezensionen über das Buch “Warum tötest du, Zaid?” ist im Blatt Frankfurter Allgemeine Zeitung von Nils Minkmar erschienen. Der Anfang des Artikels stellt bereits die wichtigsten Fragen:
Vorbereitung eines Angriffskrieges. Jeder Schüler kennt diesen Anklagepunkt des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals. Jeder Fernsehzuschauer weiß, dass der Krieg gegen den Irak ein Angriffskrieg war. Dennoch gibt es kein Tribunal, keine Angeklagten, kein Verfahren.
Die Würde des Menschen ist unantastbar, weiß jeder. Dennoch ist es schon in der Berichterstattung ein Unterschied, ob ein Deutscher, ein Europäer, ein Amerikaner ums Leben kommt oder ein Araber - im letzten Fall erfahren wir nicht mal den Namen des Opfers. Schließlich ist der Mehrheit längst klar, was von den Argumenten für den Irakkrieg zu halten ist, der erschütternde Film „Leading to War“, kostenlos einsehbar auf der gleichnamigen Website, kommt daher völlig ohne Kommentar aus. Der Krieg tobt ohne Berechtigung, aber nicht weniger heftig.
Wie in den Kommentaren so auch in Blogs sind einige ob dieses FAZ-untypischen Artikels bestürzt. Über die Anfangssätze des FAZ-Artikels schreibt “weissgarnix”:
Ich mußte diese Sätze ein paar mal lesen, um schliesslich glauben zu können, was da stand. Und um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: natürlich ist das so, und natürlich wissen wir das auch alle, mich eingeschlossen. Aber ich kann mich nicht erinnern, ähnliches in dieser prägnanten Form und Ausdrucksstärke auch nur ein einziges mal früher irgendwo gelesen zu haben. Ich bin zwar sicher, dass Blätter wie die taz in vergleichbarem ductus gegen den Irakkrieg geschrieben haben. Aber die großen, überregionalen Zeitungen? Da stand meist nur verklausulierte Kritik, mit einer Menge Fragezeichen nach jedem Satz, wie etwa “Hat dieser Krieg eine Berechtigung?” oder “ist er gar völkerrechtswidrig?” und dergleichen mehr.
Auch in den USA wird das Buch schon langsam besprochen, auch wenn es (noch) nicht übersetzt ist..
- Unter der Überschrift German Buys 3 Pages of NY Times to Explain War to Americans werden in den USA vor allem die Anzeigen in der New York Times besprochen.
- Hier ein Kommentar darauf: Yank in London:
German writer and media executive Jürgen Todenhöfer has taken out three full page ads in the New York Times, as well as in Allgemeine Zeitung and the Al-Quds Al-Arabi to teach Americans and the west about the impacts of their wars on the Muslim world in Ten Theses. I am certain that the reaction from the American right with be muted, thoughtful and vitriol free.
- Hier ist ein weiterer aus den USA, der sich in die Thesen von Todenhöfer vernarrt hat:
I have been reading these theses much of the evening. The theses are summarized at this link, with a breakout of each.
There is a distinctly foul odor in my nostrils just considering that in order to get this information before the US public, he has to purchase ad space in one of our national newspapers. Jürgen Todenhöfer is the kind of person whose message should be a part of balanced reporting.
- Great Thesis by Jurgen Todenhöfer
Ich wünsche mir, dass das Buch einigen Zeitgenossen den Verstand (und das Herz öffnet), auf dass sie sehen, welches Leid diese “anderen” Menschen erleiden.
Category: Ausland, Bücher, Politik, Reisen, Sicherheit, medien
Tags: Anti-Terror, Ausland, Besatzung, blogs, FAZ, irak, Jürgen Todenhöfer, Krieg, medien, Politik, Terrorismus, USA, Volker Pispers, War
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Kommentar von Hasan
Made Dienstag, 25 of März , 2008 at 09:52
“Der junge Zaid ist Widerstandskämpfer im Irak - und nicht Terrorist!”:
Klar, unter Saddam war ja auch “alles besser”. Fragt sich nur, WOFÜR Zaid kämpft: Für einen Gottesstaat etwa, in dem alles nach der Pfeife des Großen Manitu aus Mekka tanzt? Dieses Ziel haben offenbar so einige - obwohl die dazu eingesetzten Mittel (in die Luft sprengen von Irrglaubensgenossen, nicht nur “Ungläubiger”) mehr als zweifelhaft erscheinen.
Doch womöglich hast du, Oma, noch Sympathien für solche Aktionen?
Kommentar von Paradiesnutte
Made Dienstag, 25 of März , 2008 at 11:23
Salami,
apropos Widerstandskampf: Oma, warum bist du eigentlich als aufrechter Mohammedaner nicht schon längst auf und davon und im Irak?
Hast du etwa Angst um dein Leben? Hängst du etwa an dieser Welt, wo doch der Wüstendämon uns im Jenseits weitaus Besseres verspricht?
Denk doch nur mal an die 71 Paradiesnutten (minus meine Person), die er dir als Belohnung aufzublasen verspricht, wenn du in seinem transzendentalen Gotteskrieger-Belohnungsbordell ankämest!
P.S.: Noch eine theologische Frage an Mufti Knoblauchatem:
Wie lange dauert eigentlich die plastisch-chirurgische Spezialausbildung, bis jemand/jefraud im Jenseits in der Lage ist, eingelieferte Selbstmordattentäter & Co. wieder zusammenzuflicken (besonders den einen Körperteil), damit sie ihre Belohnung auch gebührend genießen können?;)
Kommentar von Omar
Made Dienstag, 25 of März , 2008 at 15:08
Die beiden Kommentare hier habe ich zu Demonstrationszwecken online gelassen und weil die beiden Kommentatoren (bzw. der eine, der sich als zwei ausgibt (von Technik hat er keine Ahnung)) sich hier im Vergleich zu anderen Kommentaren, die ich ansonsten zensiere recht weit zurückgehalten haben.
Zur Erklärung: Der Freund mit den zwei (und mehr) Namen hat ein Problem, sich außerhalb des Genres “Muslime sind doof” auszudrücken. Ich wünsche ihm eine gute Besserung und eine fürsorgende Mutter.
Kommentar von Melantrys
Made Dienstag, 25 of März , 2008 at 21:51
Ich glaub’, das hilft auch nicht mehr.
Wer bei gewissen Stichworten immer denselben geistigen Dünnpfiff von sich geben muß, ohne auch nur ansatzweise verstanden zu haben, was im Post (oder im Buch) gesagt wurde, dem kann doch keiner mehr helfen.
Man muß kein Befürworter des Widerstandes im Irak sein, um dem Buch sinnvolle Erkenntnisse abgewinnen zu können. Aber ein wenig Verständnis für Psychologie und ein bißchen Menschlichkeit würden sicher nicht schaden…
Kommentar von W. Moser
Made Donnerstag, 27 of März , 2008 at 13:18
Die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” nennt Todenhöfer “einen Mann der Zahlen”? Die Wahrheit ist, daß “der gepflegte ewige Student” mit Zahlen entlarvend auf Kriegsfuß steht. So behauptet er, seit Beginn des Irakkrieges seien “1,2 Millionen Zivilisten” getötet worden (fr-online, 19.03.2008) und nennt als Quelle für seine alle bisherigen Hochrechnungen ums Vielfache übersteigende Horrorzahl “das unabhängige britische Forschungsinstitut ORB”. Abgesehen davon, daß sich das angebliche Forschungsinstitut als stinknormale Marketingfirma entpuppt (”Cinema Advertising”, “Financial Services”) -, in seinem antiamerikanische Furor hat Zahlenakrobat T. geflissentlich darüber hinweggesehen, daß die Londoner Marketingleute ihre wissenschaftlich mehr als fragwürdige Hochrechnung mittlerweile um fast 200 000 Tote nach unten korrigiert haben.
Schlimmer noch: Während die Londoner jeden zweiten Toten terroristischen Anschlägen bzw. unklaren Ursachen zurechnen, schiebt Todenhöfer, wie er jüngst auf dem “Blauen Sofa” der Leipziger Buchmesse offenbarte, seine 1,2 Millionen Ziviltoten komplett den “150 000 amerikanischen offiziellen Soldaten” sowie “150 00 outgesourcten privaten Soldaten” in die Schuhe. Denn merke: Diese “300 000 Mann kämpfen nach wie vor gegen die irakische Bevölkerung”.
Kommentar von equilibrium
Made Donnerstag, 27 of März , 2008 at 14:32
Ja Moser, und wenn Sie sein Buch gelesen hätten wüssten Sie auch warum, denn wer hat denn das Chaos da in Irak und Afghanistan auf dem Gewissen? Jeder Tote im Irak nach dem Einmarsch der Amerikaner geht direkt auf das Konto von Bush/Blair und ihren Hintermännern, die die Worte “Christ” und “Demokratie” weiter mit unsäglichem Leid für die dortige Bevölkerung belegen. Oh und es macht natürlich einen Riesenunterschied, dass es nur 1 Millionen Tote sind statt 1,2 Millionen. Ich persönlich könnte in den Fernseher treten wenn ich die auch hierzulande scheinheilige und heuchlerische Berichterstattung über diese Länder sehe, die peinlich genau jeden toten amerikanischen und britischen Soldaten auflistet, aber grosszügig über die paar toten Sandfresser da im Irak hinweggeht.
Ehrlich gesagt hat das Buch für mich keinerlei wirklich neuen Erkenntnisse gebracht, vermutlich weil es mich nicht überrascht, dass es keinen “Präzisionskrieg” gibt und vermutlich auch deshalb weil 90% der Deutschen begriffen haben warum dieser Krieg geführt wird. Interessant fand ich jedoch die detailierte Beschreibung der Historie des Umgangs der westlichen Staaten mit den Ländern des Nahen Ostens. Einfach nur erbärmlich und schändlich. Und das wiedereinmal alles mit “Gottes Segen”. Das ich nicht lache, wenn es wirklich einen Gott gäbe, dann hätte er die westliche Welt längst hinweggefegt.
Kommentar von Rojas
Made Freitag, 28 of März , 2008 at 19:27
Die USA sind natürlich nicht “die Guten”, aber das sind die Araber/Muslime genausowenig. Der Irakkrieg und der Afghanistankrieg wären angesichts des unübersehbaren Disasters in beiden Ländern in der Tat beide besser unterblieben, und man hätte die Länder sich selbst überlassen - aber wäre Herr Todenhöfer dann genauso sensibel auf die Opfer von Taliban bzw. Saddam Hussein eingegangen? Den Kreuzzügen, mit denen ich mich als Atheist nicht identifiziere, gingen die islamischen Angriffe auf Europa voraus, sowie islamische Überfälle auf und sogar Mord an christlichen Pilgern in Jerusalem. Keine Seite hat mehr Grund zu Schuldgefühlen als die andere, weder “die Muslime” noch “der Westen”. Ebenso, was den Kolonialismus angeht: Die Herrschaft der Franzosen in Nordafrika war kein größeres moralisches Unrecht als die Herrschaft der Araber in Spanien oder die Herrschaft der Osmanen auf dem Balkan. Mal herrschten die einen über die anderen, mal die anderen über die einen. Im zweiten Weltkrieg sahen sogar die Araber die Osmanen als zu bekämpfende Fremdherrscher an, obwohl Araber doch selber mehrheitlich auch Muslime sind. Im Bürgerkrieg von Algerien in den 1990er Jahren sind über 100.000 Menschen von radikalen Muslimen ermordet worden, darunter viele Frauen und Kinder. In Darfur im Sudan werden ganze Dörfer “plattgemacht”, warum äußert sich Herr Todenhöfer nicht auch mal dazu? Was sagt denn Herr Todenhöfer dazu, dass Menschen mit dem Tode bedroht und auch umgebracht werden, nur, weil sie “vom Islam abfallen”? Was sagt denn Herr Todenhöfer zu den Hinrichtungen von Homosexuellen, zur Steinigung von vermeintlich oder tatsächlich ehebrecherischen Frauen etwa im Iran? “Weint” Herr Todenhöfer auch um diese Menschen, oder interessiert es Herrn Todenhöfer nur, wenn er “den Westen” als “Bösewicht” brandmarken kann?
Kommentar von Omar
Made Samstag, 29 of März , 2008 at 09:20
@Rojas: Um “die guten” und “die schlechten” geht es im Buch gar nicht. Höchstens geht es darum bei der Begutachtung der verschiedenen Gruppierungen innerhalb des Iraks. Ein Urteil über “die Amerikaner” oder “die Muslime” ist an keiner Stelle zu finden.
Herr Todenhöfer macht aber sehr wohl auf das vollkommen anders empfundene Ungleichheit der Opferzahlen und der Gewaltbereitschaft zwischen dem “Westen” und den “Muslimen” aufmerksam. Das ist seine erste These, die er auch mit Zahlen und Fakten belegt. Du versuchst gerade diese mit dem Hinweis auf muslimische Täter anzufechten, allerdings glaube ich weiterhin, dass “der Westen” (derzeit vor allem in Form der USA) weit mehr Unheil anrichtet, als die muslimische Welt.
Weiterhin ist nicht entscheidend, wer zu welchem Zeitpunkt Besatzer war, sondern wie diese Besatzung aussieht. Du willst doch nicht ernsthaft die Besatzung Spaniens durch den islamischen Staat mit der Wiedereinnahme durch den späteren spanischen König vergleichen, die die Inquisition in Spanien einleitete und Muslime zwangskonvertieren liess, aufgrund derer Juden das Land verlassen mussten und die im Allgemeinen nicht gerade “mild” war?! Auch ist mir nicht bekannt, dass die Kreuzzüge durch die Kämpfe - damals noch keine weitergehenden Bestrebungen des islamischen Staates Richtung Europa - hervorgerufen wurden.. Grund war ein Hass predigender Papst in Frankreich. Das zeigt sich unter anderem daran, dass nicht die Grenzen des Staates, sondern eben ein besimmter Teil angegriffen wurde.
Es ist meines Erachtens wichtig, diesen Spiegel der westlichen Gesellschaft vorzuhalten, weil man hier allgemein davon ausgeht, man sei im “moralischen Recht”, den Menschen “da unten” “Freiheit und Menschenrechte” zu bringen (und gleichzeitig Schürfrechte zu verteidigen). Der Eindruck ist doch derzeit der, dass Muslime das Problem wären. Saddam Hussein und Taliban sind nicht das Problem. Es ist die Intervention durch die USA, die beide - aus heutiger Sicht mindestens den Ersteren - an die Macht gebracht und gehalten hat. Verschiedenste Bevölkerungen auf der Erde lernen früher oder später mit Despoten und Autokraten umzugehen und köpfen sie schon selbst, wenn der Bedarf da ist - vorausgesetzt, sie können selbst entscheiden.
Ich kann dir nur empfehlen das Buch zu lesen. Herr Todenhöfer macht nicht “den Westen” zu Bösewicht. Er ist weit differenzierter, aber gleichzeitig schaut er sich - natürlich - einen Bruchteil der Konflikte auf dieser Erde an und kommt zu bestimmten - durch Faktennennung anfechtbaren - Ergebnissen.
Im Übrigen könnte ich auch sagen, dass Herr Todenhöfer es offensichtlich unterlässt, über die brutale Vorgehensweise des israelischen Militärs im Gaza-Streifen, im Westjordanland und im Libanon zu berichten. Aber das war ja auch nicht Thema seines Buches!
Made Freitag, 11 of April , 2008 at 00:13
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