Aktuelle Artikel zu Palästina - Israel

Leider habe ich persönlich keine Zeit, selbst einen Kommentar zum derzeitig andauernden Abschlachten zu geben, deshalb nur ein paar Verweise:

Ein interessantes Interview hat “Democracy Now” mit Mohammed Omer - einem palästinensischen Journalisten - und Amira Hass - einer israelischen Journalistin geführt. Darin beschreibt Herr Omer ausführlich, welches Unheil in den letzten Tagen durch das israelische Militär im Gaza-Streifen angerichtet wurde. Das ist das Ende einer Gruppe von Erklärungen, die er abliefert, nach der Frau Hass verwundert erklärt, dass diese Informationen nicht an die israelische Bevölkerung herangetragen werden, die dementsprechend ihr Leben normal weiterleben..

MOHAMMED OMER: Let me tell you here that I can also confirm to you that here the F-16s are quite hovering, and I can see three F-16s hovering. It might be that they bomb any target in any minute. I’m not sure if you can hear that right now, but it is low, actually, and I can see also the two helicopters on the other side, as well, coming from the direction of the southern part of Gaza Strip.

AMY GOODMAN: Mohammed Omer is speaking to us from Gaza, and Amira Hass, correspondent for the Israeli newspaper Haaretz, one of Israel’s leading journalists, is on the line with us from Tel Aviv.

Amira, do you hear reports like this in Israel on Israel television or radio?

AMIRA HASS: This is exactly what I thought when I listened to Mohammed Omer, that this kind of news is completely absent from the news diet, the journalistic diet of Israelis [inaudible] Israeli. I, for personal reasons, am today in Tel Aviv and not in Ramallah, so I have not been listening to Palestinian or Arab radio and did not watch Arab TV, so I’m also—you know, I was stunned by hearing Mohammed Omer, even though I talk all the time with my friends in Gaza. And this is indeed life here—actually, I can report about how life sixty kilometers north to Gaza, how life is normal, how everybody—except for one demonstration yesterday, that the group of leftwing Israelis held in front of the Ministry of Security, Israeli Ministry of Security, there is nothing. Hello?

AMY GOODMAN: Yes, we can hear you fine.

AMIRA HASS: Yeah. You hear me, yeah. So there was one demonstration, and that’s it, and people live their life.

Sebastian Engelbrecht hat im Deutschland Radio Funk einen recht guten Kommentar zum derzeitigen Krieg abgegeben:

Mehrfach hatte die Hamas - die islamistische Regierung des Gaza-Streifens - in den vergangenen Wochen die Hand in Richtung Israel ausgestreckt, lange vor der Eskalation, die wir heute erleben. Friedensmittler überbrachten der israelischen Regierung die Botschaft - Olmert lehnte ab. Sie folgen einer weltweit verbreiteten Ideologie, die lautet: “Mit Islamisten spricht man nicht.” Im Namen der westlichen Werte und im Namen der Demokratie lehnt man den Dialog mit den Islamisten ab.

Dabei wäre nichts ‘westlicher’ - wäre nichts demokratischer als auf das Gesprächsangebot einzugehen. Denn der Schutz menschlichen Lebens ist für westliche Demokraten das höchste Gut. Hunderte Menschen, die in den vergangenen Tagen und Monaten auf der paläsinensischen Seite in Gaza und auf der israelischen Seite ums Leben kamen - sie könnten leben, wenn die israelische Führung den Dialog mit dem Feind suchen würde.

Olmert und Hamas-Führer Haniya müssten nicht einmal Frieden schließen. Ein Waffenstillstand - arabisch Hudna - würde schon ausreichen, um das Blutvergiessen zu beenden. Solche Waffenstillstände mit den Palästinensern sind möglich, das weiß die israelische Regierung aus eigener Erfahrung. Sie weiß, dass zwei Drittel der israelis noch mitte vergangener Woche der Meinung waren, es sei an der Zeit, mit der Hamas zu sprechen.

Es wird der israelischen Regierung mit Sicherheit nicht gelingen, den Gaza-Streifen militärisch unter Kontrolle zu bringen. Jede noch so große Bodenoffensive, wird den Widerstand der Palästinenser gegen Israel nicht ersticken. Im Gegenteil - sie wird ihn anfachen. Militärische Macht kann allenfalls für kurze Zeit eine trügerische Ruhe schaffen.

Je länger Olmert Israels Ministerpräsident ist, desto deutlicher wird: Der Premier hat Angst vor dem Frieden - sei es mit der palästinensischen Autonomiebehörde, sei es mit der Hamas in Gaza. Er vertraut einer Schwarz-Weiß-Ideologie nach Art des US-Amerikanischen Präsidenten Bush. Die Hamas, das hat Olmert bei seinem Besuch in Tokyo in der vergangenen Woche betont, gehört für ihn zur Achse des Bösen, deshalb fällt ihm nichts anderes ein, als sie militärisch aus dem Weg zu räumen. Aber durch Krieg lässt sich kein Frieden schaffen. Auf dem Weg der Vergeltung wird der Friede nie erreichbar sein. Deshalb ist das Scheitern des israelischen Ministerpräsidenten vorprogrammiert. Mutigere werden erreichen, was er versäumt hat.

Die “einzige Demokratie im Nahen Osten”, die ein Volk wegen seiner demokratischen Wahl verhungern lassen möchte und ansonsten nur wenig rechtsstaatlich agiert, beachtet die Stimme seines eigenen Volkes gar nicht:

Sixty-four percent of Israelis say the government must hold direct talks with the Hamas government in Gaza toward a cease-fire and the release of captive soldier Gilad Shalit. Less than one-third (28 percent) still opposes such talks.

The figures were obtained in a Haaretz-Dialog poll conducted Tuesday under the supervision of Professor Camil Fuchs of Tel Aviv University.

According to the findings, Israelis are fed up with seven years of Qassam rockets falling on Sderot and the communities near Gaza, as well as the fact that Shalit has been held captive for more than a year and a half.

An increasing number of public figures, including senior officers in the Israel Defense Forces’ reserves, have expressed similar positions on talks with Hamas.

Hier noch ein Hoffnungsschimmer: “Rebuilding Hope”. Hier erzählt die Mutter der vom israelischen Militär ermordete US-Amerikanerin Rachel Corrie, die das Haus einer palästinensischen Familie vor der Zerstörung retten wollte, indem sie sich vor den Bulldozer stellte. Rachels Mutter Cindy Corrie erzählt von Wiederaufbaubemühungen, die sie gemeinsam mit ihrem Mann anstellt. Ich stelle nur den ersten Film in der Reihe hier vor, die restlichen können auf google video und youtube angeschaut werden:

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