Transatlantischer Neusprech
Einen interessanten Artikel hat tagesschau.de herausgebracht, der sich mit der Verlogenheit der Begrifflichkeiten in den USA auseinandersetzt.
Das wohl aktuellste Beispiel für amerikanisches Neusprech: Wenn es die eigene Regierung tut, gilt Wasser-Folter offiziell nicht mehr als Folter, sondern als eine “Verhörmethode”. Zwar blamiert sich damit sogar der neue Justizminister, Michael Mukasey, doch wen stört das? “Ich kenne die Details nicht”, beschwichtigte Mukasey, “aber wenn es Folter wäre, wäre es nicht legal.”
Das haben doch auch deutsche Politiker fertig bekommen. Darunter fallen mindestens aber nicht ausschließlich Frank-Walter Steinmeier (SPD) oder Jörg Schönbohm (CDU):
Schönbohm: Ich kann nicht sagen, dass da gefoltert wird. Ich kann nur sagen, dass dort Gefangene festgehalten werden unter dem Verdacht des Terrorismus, aber dass sie gefoltert werden, kann ich nicht sagen.. […]
Maischberger: Haben Sie die Bilder gesehen, von Abu Ghraib? [Ja] Ist das nicht Folter?
Schönbohm: Ja, was sehen Sie als Folter? Ich wollte doch gerne auf einen anderen Gedanken eingehen…
Normon Solomon, der im Artikel zitiert wird, betreibt ein eigenes Blog hier: Norman Solomon - Author and media critic. Daneben gibt es in den USA die recht gute medienkritische Seite Media Matters und das sehr FOX News spezifische Blog Newshounds. Ähnliches scheint es in Deutschland nur in Form vom BildBlog zu geben - von einigen kleineren Initiativen abgesehen.. Benötigt werden diese Medien aber durchaus!
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