Aleviten, Sunniten, ein Rechtsstaat und Inzest
Freitag, 28. Dezember 2007, 23:58
Die armen Aleviten! Bis vor einigen Tagen waren sie die “guten” Muslime und galten gemeinhin als tolerant, friedliebend, demokratiekompatibel und vor allen Dingen nicht verschleiert!! All das im starken Kontrast zu den orthodoxen - oder eher fundamentalistischen - Muslimen, die sich durch den Islamrat, den Zentralrat, der VIKZ und der DITIB vertreten ließen - den “bösen” Muslimen halt!
Jetzt wurden sie in einer Folge der Sendung “Tatort” negativ dargestellt und haben nach anfänglichen Protesten und Versuchen, die Ausstrahlung der Sendung zu verhindern und haben inzwischen Strafanzeige “wegen Volksverhetzung” erstattet. In einer Pressemitteilung wenden sie sich an die “deutsche Öffentlichkeit” in der Hoffnung als “gute Muslime” einen Bonus ausspielen zu können.
An die deutsche Öffentlichkeit,
…
Die zentrale Aussage des Filmes war; nach einem Inzest-Fall in einer alevitischen Familie wird das Opfer schwanger, flüchtet zum strengen Islam und findet Schutz in der Verschleierung. Die ältere Schwester, die zur Aufklärung beitragen möchte, wird vom Vater ermordet. Diese Art der Darstellung betrachten wir als eine Diffamierung.
…
Die abstruse Botschaft des Films ist doch letztlich, dass das Kopftuch, das sonst völlig zu Recht als Symbol für die Unterdrückung der Frau betrachtet wird, für das vom alevitischen Vater missbrauchte Inzest-Opfer eine Schutzfunktion haben soll.
Applaus! Bravo! Islamisten danken! Soviel volksverhetzende Propaganda vom deutschen Fernsehen ist für die sunnitischen Scharfmacher mehr als man zu träumen wagte.
Weit verfehlt! Die Reaktion auf den Protest und die Strafanzeige hätten deutlicher nicht klar machen können, dass im Entscheidungsprozess um “gute” und “schlechte” Muslime nach Tageslaune entschieden wird und vor allem, dass im Endeffekt alle Muslime in einem Topf stecken, unter dem schnell mal die Lunte heiß gemacht werden kann. “Akte Islam” titelt dementsprechend folgendermaßen [via]:
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Berlin: Muslime fordern heute öffentlich Entschädigung und Wiedergutmachung für eine Folge der Krimi-Serie Tatort
Darunter steht dann:
Die Moslem-Gruppe wendet sich mit ihrer Demonstration gegen die Meinungsfreiheit in Europa und findet es unschön, dass die Misstände im islamischen Kulturkreis von westlichen Medien thematisiert werden.
Applaus und Bravo, liebe Aleviten! Nicht nur habt ihr es in die Reihen der “Moslem-Gruppen” geschafft1, ihr habt auch das Vorurteil2, das ihr anprangert, in gewillten Kreisen in Deutschland etabliert! Meinen vollsten Respekt habt ihr allemal.
Davon abgesehen, kann ich nicht verstehen, wie nun auch etablierte Medien reagieren. Die FAZ schrieb dazu:
Ein deutscher Karikaturenstreit?
Dass daraus kein Karikaturenstreit wird, wie ihn Dänemark erlebt hat, liegt in den Händen der Aleviten. Einen Dialog gestaltet man schwerlich, indem man Anzeigen wegen Volksverhetzung erstattet und symbolisch Kränze vor dem Sender ablegt.
Was nun Dialog mit Strafanzeige zu tun haben soll, ist mir nicht erklärlich! Anders gefragt: Warum sollten Aleviten auf eine (gefühlte) Volksverhetzung mit einer Dialoggeste antworten, statt den Rechtsstaat und die öffentliche Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen?
Category: Inland, Politik, medien
Tags: Aleviten, Deutschland, Islam, kopftuch, medien, meinungsfreiheit, muslime, presse
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Kommentar von ferramis
Made Montag, 31 of Dezember , 2007 at 11:40
Salam,
zu deiner 2.ten Fussnote: Du kannst dich ja mal unter Türken “trauen” und sie nach “mum söndü” (Die Kerze ging aus/ist aus) fragen. Aus Unwissenheit werden sie dir 1001 Horrorgeschichten erzählen. Das ist es worauf jener Alevitenverein aufmerksam macht. Lesen selbigen Türken einige Passagen von Herrn Mevlana vor wo er in detailierter Form den Beischlaf zwischen Mann-Frau und Esel schildert, dann werden sie dich beschimpfen, obwohl einfach belegbar. Unwissenheit ist seit Jahren der Hit unter Muslimen, vorallem den türkischen.
Kommentar von Süleyman Deveci
Made Montag, 28 of Januar , 2008 at 11:56
Necla Kelek ist in der deutschen Medienlandschaft als Soziologin bekannt, die sich mit ihrer türkisch-muslimischen Gemeinde sachlich, angeblich wissenschaftlich, direkt und vielfältig auseinandersetzt. In Wirklichkeit strotzen ihre Veröffentlichungen zu diesen Themen in letzter Zeit aber nur vor Hass, Ablehnung und Unsachlichkeit. Deutsche Verlage, Parteien und Mainstream-Zeitungen hofieren Frau Kelek jedoch. Sie tritt für die Rechte der unterdrückten Muslim-Frauen ein, gegen die Verschleierung und Zwangsehen. Sie ist die Vorkämpferin für ihre Geschlechtsgenossinnen, die von bösen muslimischen Männern schlecht behandelt werden, besonders bei kurdischen Muslimen. Typisch muslimisch heißt für sie natürlich auch typisch undemokratisch.
Rest des Artikels auf der Webseite des Kommentators, Omar
