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Bundeswehr vernichtete Geheimdaten?

Dienstag, 26. Juni 2007, 08:47

Wo leben wir hier oder für wie blöd werden wir gehalten?

Im Sommer 2005 entschied die Bundesregierung, dass der BND der einzige Auslandsnachrichtendienst bleiben soll. Deshalb wird noch in diesem Jahr das ZNBw aufgelöst und im Wesentlichen im BND aufgehen. Das Militärgelände in Grafschaft-Gelsdorf übernimmt das “Kommando Strategische Aufklärung”

Nun stellte sich heraus, dass ein Großteil dieser brisanten Daten vernichtet wurde. Am 12. Juni dieses Jahres schrieb das Verteidigungsministerium an den Verteidigungsausschuss des Bundestages, dass elektronisch übermittelte Dokumente des militärischen Nachrichtenwesens Ende 2004 verloren gegangen seien und “auch nicht wieder rekonstruiert werden” könnten. Der Datenverlust “umfasst im Wesentlichen die Daten, die in den Jahren 1999 bis 2003 aus den Einsatzgebieten gewonnen wurden”. In jenen Jahren war die Bundeswehr unter anderem in Afghanistan oder auf dem Balkan stationiert.

Interessant ist dann die Antwort von SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels, der den Fall Kurnaz bspw. nicht für beeinträchtigt hält. Die Begründung:

Im Fall Kurnaz steht Aussage gegen Aussage.

Natürlich steht jetzt allein Aussage gegen Aussage, wenn wirklich die Daten gelöscht wurden!! Wie kann man nur so einen Schwachsinn von sich geben? Dazu muss man wohl “Experte” sein..

Da fällt mir ein Zitat von “Yes, Minister” wieder ein, wo es darum geht Informationen aus bestimmten Akten verschwinden zu lassen. Zur Erklärung, wo diese Akten geblieben sind, führt der Staatssekretär an:

Sir Humphrey: This is what we normally do in circumstances like these..

MP Jim Hacker: (liest) This file contains the complete set of papers except for a number of secret documents, a few others which are part of still active files, some correspondence lost in the floods of 1967 .. was 1967 a particularly bad winter?

Sir Humphrey: No, a marvelous winter. We lost no end of embarrassing files.

MP Jim Hacker: … some records which went astray in the move to London and others when the war office was incorporated in the ministry of defense, and the normal withdrawal of papers who’s publication could give grounds for an action for libel, for breach of confidence or cause embarrassment to friendly governments..

1 Kommentar

Kommentar von Thomas

Made Dienstag, 26 of Juni , 2007 at 11:33

In dem Moment wo über sog. Geheimdaten öffentlich gesprochen wird, sind es bereits keine Geheimdaten mehr oder zumindest ist es mit der Geheimhaltung nicht arg weit her.

Und für wie dumm wir wirklich gehalten werden zeigen auch andere Vorkommnisse in Regierungskreisen. Für dumm halten kann man immer jene Personenkreise, die sich nur mit unbedeutenden “Transparent-Demos” zur Wehr setzen und alles hinnehmen was man ihnen vorsetzt. Leider sind wir Deutschen wirklich zu dumm, um auch mal ordentlich NEIN zu sagen ohne dabei gewalttätig zu werden.

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