Bau eines Gebetshauses - mal anders!
Sonntag, 24. Juni 2007, 16:40
An meinem früheren Wohnort Bad Segeberg wurde heute eine Synagoge eingeweiht. Sie stellt den ersten Neubau einer Synagoge in Schleswig-Holstein nach dem Weltkrieg dar. Speziell Bad Segeberg und dem angeschlossenen Dorf Wahlstedt sollen im dritten Reich zu den Konzentrationsorten braunen Gedankenguts gezählt haben
Die Einweihung stellt aber auch einen scharfen Kontrast zur Kontroverse um den Moscheeneubau in Köln dar:
Glückwünsche und Geschenke erhielt die Gemeinde auch von anderen Religionsgemeinschaften. Der Imam der muslimischen Gemeinde Bad Segeberg überreichte einen Koran. Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Bad Segeberg schenkte der Gemeinde die Bänke einer aufgelösten Kirche für ihren Synagogensaal, und die Lübecker Bischöfin Bärbel-Wartenberg-Potter kündigte in einem Grußwort an, die Nordelbische Kirche werde 2008 eine Kollekte des Sprengels Holstein-Lübeck für den zweiten Bauabschnitt der Segeberger Synagoge ausrufen.
Die Gemeinde hat das Glück in der relativ friedfertigen - mal von Karl-May-Gewalt abgesehen - Stadt Bad Segeberg angesiedelt zu sein, denn woanders hätten sie von Rechtsextremen was zu hören bekommen..
Entstanden ist das neue Zentrum durch den Umbau einer ehemaligen Lohmühle, die die Gemeinde 2003 von der Stadt Bad Segeberg gekauft hatte. Der Umbau kostete rund 1,5 Millionen Euro. 500.000 Euro davon übernahm das Land. Rund 80 Prozent der Gemeindemitglieder sind Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Der Kontakt zu den alt eingessenen Segebergern ist gut. “Während sich an anderen Orten Initiativen gegen die Einrichtung von Synagogen bilden, haben wir einen Förderverein, dem auch viele Nicht-Juden angehören”, sagte Blender.
Auf der anderen Seite: Pro-Bad-Segeberg hört sich deutlich zu lang an..
Category: Inland
Tags: Bad_Segeberg, Inland, Juden, Synagoge, Toleranz
- Add this post to
- Del.icio.us -
- Meneame -
- Digg
Noch kein Kommentar..
