Alan Posener: Israel hat keine Lobby in Deutschland!
Donnerstag, 31. Mai 2007, 22:26
In einem Deutschland Radio Interview behauptet Alan Posener allen Ernstes, dass es keine Israel-Lobby in Deutschland gäbe.
Denn es ist eine traurige Tatsache, dass Israel in Deutschland keine Lobby hat. Neulich zum Beispiel reiste die deutsche Bischofskonferenz ins Heilige Land. Nach dem obligatorischen Besuch in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem musste es wieder mal raus, und einige der teilnehmenden Bischöfe verglichen prompt Israels Sicherheitsmauer mit der Mauer ums Warschauer Ghetto. Und damit den Staat Israel mit dem Staat Hitlers. Das Schweigen des offiziellen Berlin war ohrenbetäubend. Und warum? Weil die Katholiken eine mächtige Lobby darstellen, die Freunde Israels aber nicht. Sprechen Sie einmal mit einem Abgeordneten der CSU, und er wird Ihnen ¬- unter der Bedingung, dass er nicht zitiert wird - erzählen, dass daheim im Wahlkreis die Menschen fragen, wie lange Deutschland eigentlich noch zu Israel halten soll, das uns doch nur zum Ziel für Terroristen mache. Und reden Sie dann mit einer Abgeordneten der Grünen, und sie wird Ihnen das Gleiche erzählen.
Das ist interessant, in Anbetracht der Tatsache, dass Deutschland Radio seit drei Tagen das Feuilleton mit Israellobbyisten gefüllt hat. Nein, wirklich im Ernst - hier ist die Liste:
- 29. Mai 2007: Henryk “Lieber Täter” Broder - Gerade wir als Deutsche …
- 30. Mai 2007: Michael “Lass mal Iran nuken” Wolffsohn - Deutschlands Juden und Israel1
- 31. Mai 2007: Alan “meine Kritik an Diekmann nehm’ ich zurück” Posener - In Deutschland keine Lobby
Wieviel mehr Lobby wünscht sich Herr Posener neben dem Zentralrat der Juden noch? Broder schwafelt davon, dass der deutsche Gerechtigkeitssinn nicht dazu gedacht sein sollte, den “Judenstaat” darauf hinzuweisen, dass er Palästinensern2 Unrecht antut und stellt gleichzeitig klar, dass (israel-)”kritische Juden” nicht wirklich Juden sind, oder wie er sie mal genannt hatte Alibi-Juden:
Besonders beliebt und gefragt sind Unterschriftenaktionen, die von “kritischen Juden” initiiert werden -die sind entweder zum Judentum konvertiert, um es von innen heraus aufzumischen, oder sie haben wenigstens eine jüdische Oma beziehungsweise einen jüdischen Opa, was - ganz im Sinne der Nürnberger Gesetze - schon reicht, um als Jude mitmachen zu dürfen.
Michael Wolffsohn auf der anderen Seite weist diese besagten “kritischen Juden” darauf hin, sie sollten keine “nützlichen Idioten” sein:
Gerade deshalb sollten Israel kritische Juden darauf achten, sich nicht mit nichtjüdischen Scheinverbündeten anzufreunden. Sie könnten die “nützlichen Idioten” des Antizionismus und Antiamerikanismus werden. Deshalb bleiben sie eine deutschjüdische Minderheit. Die Mehrheit der deutschjüdischen Minderheit wird einerseits in Deutschland mehr verwurzelt und andererseits Israel-verbunden bleiben, ohne je Israel-hörig zu sein.
Wer aber eine differenzierte Sicht auf die “Israel-Debatte” haben möchte, der bekommt lediglich ein Interview mit Helga Baumgarten. Dieses ist aber umso informativer:
Wir haben im Gegensatz zu dem, was im Ausland gemeldet worden ist, schon in den vergangenen letzten Wochen und Monaten fast tägliche Gewalt im Westjordanland erlebt. Es ist ja so, dass der Waffenstillstand zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen eingehalten worden ist bis zur Aufflammung der letzten Zusammenstöße, während im Westjordanland es tägliche Übergriffe der israelischen Armee gegen Palästinenser gegeben hat. Angriffe, die vor allem auf Nablus und Jenin sich konzentrieren, aber immer wieder auch Ramallah, also das Zentrum der Westbank, und im Süden Hebron eingeschlossen haben. Der Anfang der palästinensischen Angriffe auf israelische Ziele im Süden Israels, vor allem die Stadt Sderot, war, so die palästinensischen Erklärungen, eine Reaktion auf diese permanenten israelischen Angriffe, bei denen fast täglich Menschen ums Leben gekommen sind im Westjordanland. Wir sind inzwischen in einer regelrechten Kriegssituation im Gazastreifen.
Wer aber so frech ist, die palästinensische Lobby - oder zumindest eine alternative jüdische Stimme - anhören zu wollen, der muss auf Weihnachten warten! Bis dann.
Category: Ausland, Inland, Politik, medien
Tags: Alan_Posener, Ausland, Henryk_M_Broder, Inland, Israel, Juden, Krieg, medien, Michael_Wolffsohn, Politik
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Kommentar von lorenz
Made Donnerstag, 6 of September , 2007 at 23:09
Von israelischen Selbstmordattentätern in der Westbank habe ich bisher noch nichts gehört, man mag mich aufklären. Vom fortwährenden
Beschuß mit palästinensischen Kasassamraketen auf israelische Städte nördlich des Gazastreifens bis zum Krieg im Sommer 2006 erefuhr ich aber schon. Die wurden von der deutschen Tagespresse aber nicht gemeldet. Gern berichtet man in Deutschland über palästinensische Opfer, besonders gern in der Primetime um 20 Uhr in der Tagesschau der ARD.
“Israelische Angriffe” - Wenn die Palästinenser sich vor israelischen Angriffen hätten schützen wollen, dann hätten Sie ja die Mauer bauen können. Haben Sie aber nicht. - Geld genug wäre schon dagewesen. Über eine Milliarde Euro zahlen die EU, die USA und Saudiarabien seit vielen Jahren jährlich an die Palästinensische Autonomiebehörde und verschiedene andere Organisationen. Offensichtlich mögen die meisten Palästinenser lieber Bomben als Kanalisation und ehe freien Zugang für Selbstmordattentäter nach Israel als funtionierende Frischwasserversorgung. Würden alle Enkel und Urenkel von Flücht- lingen auf diesem Planeten das Rückkehrrecht einfordern, dann müßten vermutlich die meisten Menschen umsiedeln. Die Palästinenser sind die Sudetendeutschen des Nahen Ostens und stehen in ihren Absichten und Zielen Hitler gleich nah. Links oder fortschrittlich ist daran gar nichts. Bei Marx schloß links sein(”die freie Assoziation der Produzenten”) Selbstmordattentate, Nationalismus und religiös motivierte Gewalt nicht mit ein.
