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Politischer Blogkarneval

Montag, 28. Mai 2007, 01:28

Langsam aber sicher holt die deutsche Bloggosphäre auf, vor allem was die politischen Blogs angeht. Dank des Fleißes von vielen Einzelkämpfern und einigen Gemeinschaftsprojekten entwickelt sich eine politische Landschaft, die den Austausch bejaht und in der die offene Diskussion zur Normalität gehört.

Deshalb kommt der von onezblog angekündigte politische Blogkarneval gerade zur rechten Zeit.

Es geht um Diskurs. Es geht um politischen Diskurs in Deutschland und Blogs, die einen Teil dazu beizutragen haben. Dafür dieser Karneval. Für eine angeregte Diskussionskultur in Deutschland, an der Blogs schon durch ihre kommunikative Struktur viel beizutragen haben.

Dabei möchte ich betonen, dass dieser Karneval nicht eine Richtung vorgeben soll und will. Eine freie parteiübergreifende Diskussion schwebt mir vor. Alle machen mit und die Artikel stellen im Idealfall auch das Spektrum der politischen Meinungen dar. Egal ob Rot, Grün, Schwarz, Gelb oder sonst eine Farbe ihr euch auf die Fahnen geschrieben habt, macht mit für eine rege politische Kultur in Deutschland.

Interessant finde ich indes auch seinen Verweis auf die US-amerikanische Politblogszene:

Einen politischen Blog-Karneval also auch deshalb, damit der Blick nicht nur ins große Amerika gerichtet werden muss, wenn über politische Blogs berichtet wird. Es gibt in Deutschland eine große politische Blogszene.

Tatsächlich hätten wir in Deutschland m.E. ein höheres Potenzial, weit weniger polarisiert zu sein.. aber das muss man abwarten..

Angesichts des zunehmend offensichtlichen Kurses, den Deutschland einschlägt, bzgl. der Freiheiten und dem “Anti-Terror-Kampf” wäre es schön zu sehen, dass viele Blogger am Diskurs teilnehmen.

Jetzt sehe ich gerade, dass sich an die Ankündigung von soeren eine heftige Diskussion angeschlossen hat über Artikel, die man nicht zulassen sollte. Ausgelöst wurde er durch einen kleinen Zusatz in der Beschreibung:

Wer kann nicht mitmachen?
Rechtsradikale, verfassungsfeindliche Meinungen, Antisemitische, Ausländerfeindliche, überhaupt diskriminierende Artikel und Polemiken die nur darauf abzielen, jemanden zu diskreditieren. Politische Diskussionskultur schließt nicht mit ein, jede abstruse Weltsicht akzeptieren zu müssen.

Ich denke, es wird schnell klar, was soeren bezwecken will, nämlich die Einhaltung eines höheren Niveaus der Diskussion. Er erklärt das auch in einem seiner Antworten:

Meinungsvielfalt ist nicht, irgendwas loszuwerden, was man gerade ganz gut findet, denn hey es gibt eine Menge brauner typen da draußen, die ein faschistisches System auch besser finden, als eine Demokratie. Deshalb werde ich sie dennoch nicht hier Zulassen im sinne einer falsch verstandenen Vielfalt.

In meinen Augen wäre es sinnvoll, den Rotstift wirklich nur im Extremfall anzuwenden, um nicht dem Projekt den Sinn zu nehmen, der da wäre, dass durchaus radikalere oder extremere politische Meinungen durch das Zwiegespräch geschwächt, wenn nicht ihrer Substanz entledigt werden.

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