Neue Artikel: 18. May 2010
Neue Artikel für den 18. May 2010: Custom Feed: Eine Bibel in der einen und ein Gewehr in der anderen Hand, Raanan Gissin: A Bible in One Hand and a Gun in Another, Israel vows to stop Gaza convoy
Neue Artikel für den 18. May 2010: Custom Feed: Eine Bibel in der einen und ein Gewehr in der anderen Hand, Raanan Gissin: A Bible in One Hand and a Gun in Another, Israel vows to stop Gaza convoy
Der (englischsprachige) russische Fernsehsender RussiaToday hat eine Diskussion zwischen Norman Finkelstein und einem frühen Berater von Ariel Sharon und heutigen PR-Menschen (Ranaan Gissin) ausgestrahlt, das sich anzuschauen lohnt. Anbei die drei Videos (leider mit einigem an Werbung), aber vorweg das wichtige Zitat:
Ranaan Gissin: When my great parents, came from Russia in a hundred and fifty years ago they came because there was a Bible in one hand, my grandfather came with a Bible in one hand and a rifle in another, and his hand was extended to the Arabs who lived here, some did make business with him and others who fought him had to meet the wrath of his rifle, and that’s how you live in the Middle East.
Menschenrechte gelten offenbar nur, wenn abstrakte Freundschaftsverhältnisse nicht im Wege stehen. Eine Studentin fragt Obama, warum die USA die Menschenrechtsverletzungen durch Israel und Ägypten an den Palästinensern im Gaza-Streifen nicht verurteilen – und ganz im Gegenteil gar mithelfen.
Last night you spoke in your State of the Union address you spoke of America’s support for human rights. Then, why have we not condemned Israel and Egypt’s human rights violations against the occupied Palestinian people? And yet we continue supporting them financially with billions of dollars from our tax dollars?
Letzte Nacht haben Sie in Ihrem Rede zur Lage der Nation von der Unterstützung der Menschenrechte durch Amerika gesprochen. Warum dann haben wir nicht Israels und Ägyptens Menschenrechtsverletzungen gegen das besetzte palästinensische Volk verurteilt? Und wir unterstützen sie sogar finanziell mit Milliarden unserer Steuer-Dollar?
Seine Antwort ist eine Karikatur der amerikanischen Außenpolitik, die sehr oft von Menschenrechten und anderen schönen Dingen palavert, aber ebenso oft genau diese Dinge aktiv bekämpft. In seiner Antwort weicht er der eigentlichen Frage aus und stellt – da ist er ja nicht alleine – den “Nahostkonflikt” als prinzipiell unlösbar dar. Dazu bedient er sich der alten Lüge, dass dieser Konflikt schon lange angedauert hätte (er spricht von Jahrhunderten!!).
Wie sehr es in der Berichterstattung (in den USA mehr, in Deutschland noch nicht so sehr) um die Reporter und nicht um das Geschehen geht, stellt das “beste Nachrichtenteam” klar:
Jon Steward und der ‘senior black correspondant’ Larry Wilmore bearbeiten das Thema “Black Face” und streift nebenbei Wallraffs neuerliche Maskierung als Schwarzen:
Jon Steward: What if it’s done with the best of intentions? For instance in Germany, a reporter recently painted himself up as a black man to investigate the plight of black-skinned people in Germany. Is that permissible?
Larry Wilmore: Jon, it’s just stupid! Look, if you wanna learn about the black experience in Germany, ASK THE BLACK GUY SITTING NEXT TO YOU!
Mich hat ja die heutige Überkonzentration und der ständige Selbstlob und das Selbstbelügen in Radio, Print und Fernsehen angenervt. Reflexion sieht deutlich anders aus! Der einzige wirklich gute Beitrag zum Mauerfall vor 20 Jahren erreichte mich über Spreeblick:
… reißen Palästinenser einen Teil der Mauer (pro-israelisch: Zaun) ein. Nur die Welt schaut nicht hin!
Rob Savelberg hat mir einige Links auf Artikel und Videos geschickt, die als Reaktion zu seiner Frage an die Bundeskanzlerin Angela Merkel erschienen sind. Inzwischen wurde das Video auf youtube mehr als 600.000 Mal aufgerufen, obwohl es daneben auch repliziert wurde. Diverse Videoantworten sind dort zu sehen, unter Anderem ein Radio-Interview bei M94.5:
Frontal 21 hat ein schönes Video zur Frage von Rob Savelberg zusammengestellt. Damit ist zumindest die für Merkel unangenehme Frage in den öffentlichrechtlichen Sender ZDF gekommen – auch wenn nur in Form von Satire. Auf der einen Seite kann man mit Satire und Ironie so Einiges ausdrücken, was man ohne nicht ausdrücken könnte. Auf der anderen Seite sagt das ja nur, dass eine ernsthafte Behandlung und Nachverfolgung des Themas nicht machbar ist – und das sollte uns zu denken geben!
Das war ein schöner Abschluss meines heutigen Tages: Merkels Nichtantwort auf die berechtigte Frage eines niederländischen Journalisten:
“Frau Merkel, [...] Sie reden heute ziemlich viel über Geld, über Finanzen auch, der Bundesrepublik Deutschland und wollen Sie das Finanzministerium besetzen mit einer Person, der öffentlich beteuert hat im deutschen Bundestag, dass er einen Waffenhändler ‘nur’ einmal getroffen hat und dabei vergessen hat, dass auch noch 100.000 DM von ihm angenommen hat. Also, wie können Sie so eine Person als sehr kompetent schätzen, um [ihm] sozusagen die Finanzen dieses Landes [anzuvertrauen]?”
Volker Pispers anlysiert die Auswirkungen von Nichtwählertum auf die Wahlergebnisse.
Ramadan Mubarak. Ich wünsche allen einen gesegneten Ramadan. Mein Trick für extern-praktischen Teil des sommerliche Fastens: Prozessoren werden bei Überhitzung gestuft heruntergefahren, um eine weitere Hitzeansammlung zu vermeiden. Das können Menschen auch. Nehmt euch also ruhig Zeit mit dem Gehen, dem Tippen und vor allem dem Reden. Meiner Erfahrung nach beansprucht oftmals vor allem das Reden bei entsprechender Aufregung recht viel Energie und führt zudem zu Überhitzung. Also, einen Gang runterschalten und die Ruhe ausstrahlen ((ich weiß, im Auto müsste man für dieselbe Geschwindigkeit einen Gang hochschalten, um Ruhe auszustrahlen, aber das ignorieren wir mal…)) – das wird einem die Umwelt danken.
Manche TV-Befragungen ((und ich habe ehrlicher weise keine Ahnung, wie es im deutschen Fernsehen ist, da ich das nicht schaue)) erwecken eher den Eindruck, als wollten die Moderatorin wissen, ob die Zuschauer ihren Ausführungen folgen konnten.
Eine inzwischen alte Manifestierung der Entrechtung von Palästinensern in Israel hatte ich ja bereits von Shraga Elam zitiert. Dass die Praxis Fortbestand hat und – neben der Siedlungspolitik im Westjordanland – in Jerusalem massiv, unnachgiebig und vor allem brutal betrieben wird, zeigt das nachfolgende Video beispielhaft:
Welcher Frechheit man sich bedienen können muss, um – wie der Gesandte Israels Ilan Mor im Deutschland Radio – zu behaupten, dass Israel den Gaza-Streifen nicht blockieren würde.. Er konkretisiert das wie folgt:
Solange die Hamas dort die Kontrolle haben, werden wahrscheinlich die 1,5 Millionen Palästinenser nicht 100 Prozent in der Lage sein, alles zu bekommen. Ich möchte etwas sagen, und zwar: es gibt keine Blockade. Es gibt Einschränkungen. Jede 24 Stunden werden diese Einschränkungen auf die Probe gestellt, gecheckt und bei Bedarf, wenn es die Sicherheitslage leistet, werden wir mehr und mehr Lebensmittel, Medikamente, fast 100 Prozent liefern können oder erlauben.
Das ist doch nett, oder? Der Tropf, an dem der Gaza-Streifen hängt, ist eben nicht immer verschlossen. Und um diesen ein Stückchen weiter zu öffnen, verlangt man ja nur, dass die Palästinenser ihre demokratisch gewählte Regierung stürzen. Das kann doch nicht zu viel verlangt sein…
Eine gute Zusammenfassung der Dämlichkeiten der Kinderpornographie-Internetsperren.
Ein Polizist überrascht einen Vergewaltiger auf frischer Tat und statt sich auf ihn zu stürzen, errichtet er einen Sichtschutz, damit zufällig vorbeikommende Passanten die schrecklichen Bilder nicht unfreiwillig ansehen müssen. Da würde man doch auch sagen: Gut, dass sich da mal einer drum gekümmert hat.
Quelle: http://www.wdr.de/radio/wdr2/westzeit/detail.phtml?id=493439