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Ein Monat lang Thilo Sarrazin

author | 24. Oktober 2009

Ulli Tückmantel beklagt in der “Rheinischen Post”, “dass in der öffentlichen Debatte immer häufiger Minderheiten bestimmen, wie die Mehrheit über sie sprechen darf.” Dadurch erfolge praktisch eine Einschränkung der Redefreiheit.

Redefreiheit soll hier an bestimmte Benimmregeln geknüpft werden, wie “man” in Deutschland über Minderheiten zu sprechen oder im Zweifelsfall zu schweigen hat.

Das Dilemma besteht nach Herrn Tückmantel darin, dass die Provokation vonnöten wäre, um überhaupt gehört zu werden. Dies müsse erlaubt sein, auch wenn (oder gerade wenn) von der angesprochenen Minderheit ((er spricht quasi-konkret aber eigentlich vollkommen schwammig “weite Teile der muslimischen Bevölkerung in Deutschland” an)) stets “reflexartige Reaktion[en] des Beleidigtseins” kommen. Ohne die Provokation würde ja keiner die Kritik wahrnehmen.

Die Obszönität dieser Relativierungen der Redefreiheit liegt darin, dass Sarrazin überhaupt gar nicht gehört worden wäre, wenn er seine Äußerungen nicht in klarer, deutscher Prosa getan hätte.

Ich schlage vor: Wir richten einen “Thilo-Sarrazin”-Monat ein!

Die Selbstfesselung – oder: Die Mischung machts!

author | 16. April 2008

Paul-Hermann Gruner – Künstler und gelernter Politikwissenschaftler – bemängelt im Deutschland Radio Feuilleton die politische Korrektheit ((man ist heute niemand, wenn man nicht zumindest einmal gegen die ach-so-schreckliche politische Korrektheit gewettert hat)), die in der deutschen Politik grassieren soll. Dabei vermischt er Äpfel mit Fleischklössen (c) und glaubt am Ende noch, einen moralischen Standpunkt zu verteidigen.