Posts tagged: Roland Koch

Ein Monat lang Thilo Sarrazin

author | 24. Oktober 2009

Ulli Tückmantel beklagt in der “Rheinischen Post”, “dass in der öffentlichen Debatte immer häufiger Minderheiten bestimmen, wie die Mehrheit über sie sprechen darf.” Dadurch erfolge praktisch eine Einschränkung der Redefreiheit.

Redefreiheit soll hier an bestimmte Benimmregeln geknüpft werden, wie “man” in Deutschland über Minderheiten zu sprechen oder im Zweifelsfall zu schweigen hat.

Das Dilemma besteht nach Herrn Tückmantel darin, dass die Provokation vonnöten wäre, um überhaupt gehört zu werden. Dies müsse erlaubt sein, auch wenn (oder gerade wenn) von der angesprochenen Minderheit ((er spricht quasi-konkret aber eigentlich vollkommen schwammig “weite Teile der muslimischen Bevölkerung in Deutschland” an)) stets “reflexartige Reaktion[en] des Beleidigtseins” kommen. Ohne die Provokation würde ja keiner die Kritik wahrnehmen.

Die Obszönität dieser Relativierungen der Redefreiheit liegt darin, dass Sarrazin überhaupt gar nicht gehört worden wäre, wenn er seine Äußerungen nicht in klarer, deutscher Prosa getan hätte.

Ich schlage vor: Wir richten einen “Thilo-Sarrazin”-Monat ein!

Thilo Sarrazin: Die Mär vom Tabubruch

author | 10. Oktober 2009

Wie sehr ich doch die deutsche Öffentlichkeit liebe! Ist sie nicht beneidenswert naiv und süß wie sie in den Aussagen von Thilo Sarrazin tatsächlich einen Tabubruch glaubt gefunden zu haben? Oops. Aber Herr Sarrazin, so spricht man doch nicht! Befürworter wie auch Gegner seiner Aussagen sind sich vor allem in einem einig: es ist etwas nie Dagewesenes, was Herr Sarrazin von sich gibt. Prompt werden diverse Talkshows zum Thema abgehalten, die Protagonisten liefern sich einen Schlagabtausch, in dem sich prinzipiell nur politische Parteien mit an mehr Absatz interessierten Schriftstellern ein Rennen liefern. Der Zuschauerjubel ist dabei der Maßstab und die Pointen versucht man möglichst öffentlichkeitswirksam zu platzieren.

Ein etwas anderes Dankschreiben

author | 17. August 2009

Gastbeitrag

Der Ritus des “Arbain”, das arabische Wort für die Zahl Vierzig, schafft auch Raum dafür, dass die Hinterbliebenen denjenigen ihren Dank aussprechen können, die sie in der schweren Zeit unterstützt und Beistand geleistet haben.

Diesem Gedankengang folgend ist dieses Dankschreiben entworfen worden, denn der Mord in einem Dresdener Gerichtssaal, dem eine junge muslimische Frau zum Opfer gefallen ist, ist nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel in Deutschland eingeschlagen; er ist nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum entstanden. Dieses Verbrechen ist das Resultat eines wachsenden Ressentiments gegenüber von Muslimen in diesem Land, das in den unterschiedlichsten Ausprägungen Teil des alltäglichen Lebens geworden ist.

Die Selbstfesselung – oder: Die Mischung machts!

author | 16. April 2008

Paul-Hermann Gruner – Künstler und gelernter Politikwissenschaftler – bemängelt im Deutschland Radio Feuilleton die politische Korrektheit ((man ist heute niemand, wenn man nicht zumindest einmal gegen die ach-so-schreckliche politische Korrektheit gewettert hat)), die in der deutschen Politik grassieren soll. Dabei vermischt er Äpfel mit Fleischklössen (c) und glaubt am Ende noch, einen moralischen Standpunkt zu verteidigen.

Das Menschen verachtende Gesicht der CDU

author | 26. Januar 2008

Was sagt die gute Dame mitten im Programm?

Gehören in ein schönes Arbeitslager gesteckt. (grins) Oder.. wir haben in den Wäldern haben wir Arbeit noch und nöcher..

Panorama hat sich im hessischen CDU-Wahlkampf umgeschaut und nur zutage gebracht, was wir bereits wissen: Ein nicht unbeträchtlicher Teil der CDU-Basis ist einem Menschen verachtenden Weltbild zugeneigt.

Bootcamps für Schwarzgeld?

author | 7. Januar 2008

Hans-Joachim Greifenstein – evangelischer Pfarrer und Kabarettist – hat folgenden Artikel bei der Frankfurter Rundschau veröffentlicht, in dem er Roland Kochs Forderung – “Warnschussarrest” für jugendliche Gewalttäter – im Prinzip zustimmt:

Jeder hat so seine Lieblingsvergehen, über die er sich am meisten aufregt. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) spricht gegenwärtig gern vom gebotenen “Warnschussarrest” für jugendliche Gewalttäter und von Abschiebung, wenn es sich um solche mit Migrationshintergrund handelt.

Ich dagegen lehne Schwarzgeldkassenbetreiber ab. Alkoholisierte Schläger sind oft armselige Typen. Bei Leuten, die Millionen in die Schweiz verschieben, handelt es sich meist um ein anderes Publikum. Wer so etwas tut, handelt nicht unkontrolliert, sondern hat sich in der Regel vorher genau überlegt, was er da macht. Zudem handelt es sich bei diesen Verbrechern in der Regel um Besserverdienende: Wo nichts ist, lässt sich bekanntlich auch nichts Nennenswertes verschieben.

Lesebefehl!

Koch hetzt gegen Ausländer

author | 28. Dezember 2007

Wenn bei der Tagesschau ein solcher Kommentar zu Hessen Ministerpräsident zu finden ist, dann muss dem letzten Dummbatzen dieser Wählergemeinschaft ein Lichtlein aufgehen, aus welcher Richtung der Wind in Hessen weht.

Wenn Hessens Ministerpräsident Roland Koch nichts mehr einfällt, dann hetzt er gegen Ausländer. 1999 hatte er mit einer Unterschriftenkampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft die Macht in Hessen errungen. Erschreckend viele Bürger kamen damals an die Wahlstände der CDU und fragten, wo man hier mal schnell gegen die Ausländer unterschreiben könne.

Jetzt ist wieder Wahlkampf und die Umfragen für Koch sehen nicht gut aus. Der CDU droht gar der Machtverlust in Hessen. Und was macht der Ministerpräsident? Skrupellos setzt er wieder auf das Ausländerthema.

Steffen Jenter drückt sich hier erstaunlich deutlich aus. Aber vielleicht ist es auch wirklich notwendig, so etwas auszubuchstabieren..

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