Der Reporter Rob Savelberg hatte bereits letztes Jahr zur Vorstellung der neuen schwarz-gelben Regierung Merkel eine offensichtlich unangenehme Frage gestellt, die ich bereits hier dokumentiert hatte. Er hat mir heute einen Mitschnitt einer Antwort von Schäuble auf die Frage geschickt, ob er denn immer noch glaube, dass die Kohl-Regierung nicht käuflich gewesen sei.
Die Zeitung “The Independent” enthält einen Bericht von Catrina Stewart und David Usborne, in der es heißt, dass 42% der von Israel besetzten palästinensischen Westbank inzwischen von Siedlerstädten, -dörfern sowie deren Infrastruktur genutzt wird.
Jewish settlers, who claim a divine right to the whole of Israel, now control more than 42 per cent of the occupied West Bank, representing a powerful obstacle to the creation of a Palestinian state, a new report has revealed.
Komisch, dass es immer dann finanzielle Engpässe in der Bezahlung guter Journalisten gibt, wenn es sich um wichtige Geschehen handelt. Bei der WM etwa hat man vor einigen Tagen sehen können, dass nicht nur TV-Reporter einen Flug nach und den Aufenthalt in Südafrika (nebst Einkünften und wahrscheinlich zusätzlichen Spesen) bezahlt bekamen, sondern auch Vertreter von Print-Medien zugegen waren (etwa von der FAZ). Wo es noch lohnt, Journalisten Bares zu bezahlen? Die “Schweden-Hochzeit”!
In the wake of the end of the two-hour season- and series-finale of the hit-series “24″, the US pledge of allegiance has been modified in a swift move through a bipartisan move and across the two houses to include an allegiance to Jack Bauer, the hands-on counter-terrorist protagonist. The new pledge of allegiance which will henceforth be sworn across the country reads as follows:
I pledge allegiance to the Flag of the United States of America, to the Republic for which it stands and to aworld protector Jack Bauer, judge, jury and prosecutor.
In Belgien ist es bereits Gesetz, in Frankreich und der Schweiz gibt es konkrete Ansätze, es nachzumachen und nun findet sich offensichtlich auf Europaebene eine Abgeordnete, die zwar in der letzten Wahlperiode durch recht starke Abwesenheit bei gleichzeitig beträchtlichen Nebeneinkünften aufgefallen ist ((und dies anscheinend mit einer fehlerhaften eidesstattlichen Erklärung zu vernebeln versuchte)), dies aber mit der Forderung nach einem europaweiten Burka-Verbot wettmachen möchte. Frau Koch-Mehrin, die 2009 erst in der dritten und letzten Abstimmung zur Vizepräsidenten des EU-Parlaments mit dem niedrigsten Ergebnis gewählt wurde, hat wohl endlich einen neuen Aufhänger gefunden, der sogar – nach sorgsamem Biegen und Stutzen – auch in ihr sonstiges Möchte-gern-Image der liberalkonservativen Neufeministin passen könnte. Ja, es ist offenbar feministisch – ja geradezu emanzipierend, Frauen von oben herab und unter Androhung von Freiheitsentzug, Gewalt oder zumindest Geldstrafen zu sagen, was sie anziehen sollen.
Die Satiresendung “heute-show” im zdf wurde mit dem Grimme-Preis im Bereich Unterhaltung ausgezeichnet. Das ist meines Erachtens viel zu früh. Die Sendung gibt es erst seit anfang des Jahres im wöchentlichen Rythmus (davor monatlich mit einigen Internet-Specials), der aber von zdf zumindest wegen der Karnevalsübertragung abgesetzt wurde und obwohl ich die Sendung genieße, fehlt ihr noch die Durchgängigkeit und die Seriosität der Satire. Was ich damit meine, erkennt man auch im von der Grimme-Jury gezogenen Vergleich mit der amerikanischen “the daily show” mit dem exzelenten Moderator und früheren MTVler Jon Steward: Seine Kritik ist zwar ab und an nicht von billigen Clownwitzen zu unterscheiden, aber recht häufig sind die Stücke von Jon Steward und seiner “besten News-Crew” sehr pointiert und inhaltsschwanger. Das fehlt der heute-show noch. Dafür ist sie noch zu sehr vom üblichen deutschen Comedy-Gehabe geprägt und versucht sich scheinbar von Flachwitzlern wie Stefan Raab, Harald Schmidt und Pocher zu messen.
Wie weit manche Medien sich weit weniger dem Berichten und Informieren und weit mehr der Öffentlichmachung neid- und missgunstgeprägter Einstellungen widmen, sieht man derzeit an diversen Artikeln über die wirtschaftliche Misere Griechenlands. Da erfreut es umso mehr, den Artikel des Journalisten und “Halbgriechen” Michalis Pantelouris zu lesen, der diese Art der Stimmungsmache anprangert und bloßstellt. Leseempfehlung!
So geht es weiter mit jedem Fakt, der da in die Welt geblasen wird, als neu oder sensationell verkauft, als Grund für die Misere. Es wird das Bild gemalt von einer Nation, die in fauler Gier anstatt zu arbeiten lieber die EU ausgenommen hat und jetzt überversorgt und fett am Strand liegt, während in Deutschland hart gearbeitet wird, um ihnen das Geld hinterher zu werfen. Natürlich braucht man keinen Nobelpreis, um zu erkennen, dass es so nicht stimmt. Man braucht gerade mal ein Gehirn.
Im Bildblog findet sich ein sehr interessanter Artikel, der aufzeigt, wie ein BILD-’Journalist’ aktiv Agenda-setting betreibt.
Auf unsere Anfrage berichtet Kelber, er sei von einem “Bild”-Mitarbeiter (bzw. einem Mann, der sich als “Bild”-Mitarbeiter ausgegeben hatte) angerufen worden, der ihn fragte, “ob ich nicht etwas zu der Forderung erzählen wolle, Frau Käßmann in die Politik, in die SPD zu holen.” Als Kelber den Anrufer gefragt habe, wer diese Forderung denn erhoben habe, habe er zur Antwort erhalten: “Bisher noch niemand.” Nachdem Kelber abgelehnt hatte, diese Forderung zu erheben, habe er sie kurz darauf wortgleich als Vorschlag der Grünen in “Bild” gelesen.
Neue Artikel für den 14. February 2010: Custom Feed: In Memory of Sister Aasiya Zubair: Nine Things You Can Do, "Breaking the silence:" Women soldiers speak out, How to brand Israel, The Muslim origins of Valentine’s Day, Some thoughts on Ethan Bronner at the New York Times, 12 February 2010, Israeli court frees non-violent protesters, The National, 12 February 2010, Israel tracks [...]
Professor Alexander Schuller hat einen sehr wirren Kommentar im DeutschlandRadio abgegeben. Den Schlußsatz könnte man gar als ein Plädoyer für einen ‘Gottesstaat’ (oder zumindest für eine Theokratie) verstehen, würde er sich damit nicht hinter einem Zitat verstecken:
Der Soziologe Eric Voegelin meinte, uns fehle die Einheit von Glaube, Gedächtnis und Politik. Man darf diesen verlorenen Schatz ruhig Transzendenz nennen.
Aber das eigentliche Problem ist die Weiterverbreitung der Mär vom Intolleranten Muslim. Anbei eine Email, die ich der Dradio-Redaktion geschickt habe:
Stephen M. Walt ist US-Professor für internationale Beziehungen an der Harvard University. Diesen Text veröffentlichte er im Englischen auf seinem Blog bei foreignpolicy.com.
Wußten Sie, dass der Gaza-Freiheitsmarsch — eine Gruppe von mehr als 1300 Friedensaktivisten aus 43 Staaten — derzeit, zum Jahrestag des brutalen israelischen Angriffs, der vor einem Jahr mehr als 1000 Menschen umbrachte, gegen die fortgesetzte Blockade des Gaza-Streifens protestieren? (Es gibt ein unabhängiges Bestreben, Hilfslieferungen unter der Schirmherrschaft der Gruppe Viva Palestina nach Gaza zu bekommen)
Der folgende Gastbeitrag vom Wolfsburger Imam Mohamed Ibrahim befasst sich mit dem Gerücht, das vor allem von Spiegel Online verbreitet wurde, dass ein muslimischer Gelehrter das Feiern von Weihnachten in mehrheitlich muslimischen Ländern verbieten lassen möchte. Ich hoffe, einen eigenen Beitrag noch zum Thema zu schreiben und würde mir schon wünschen, dass der Spiegel, eine Entschuldigung für den Lügen-Artikel verfasst.
Vor fast einem Jahr hat Israel den Gaza-Streifenangegriffen. Insgesamt wurden 1400 Palästinenser und 13 Israelis getötet. An die Asymmetrie der Opfer hat man sich bereits gewöhnt, nur mit der Brutalität und Schonungs- und Rücksichtslosigkeit des israelischen Militärs hat man nur wenig gerechnet. Heute sind israelische Offizielle natürlich willkommene Staatsgäste. Auch wenn ein britisches Gericht einen Haftbefehl gegen die frühere israelische Außenministerin Tzipi Livni ausgestellt hatte, die Politik des Landes hat schnell bekräftigt, dass es problemlos die Unabhängigkeit des Gerichts und der Rechtstaatlichkeit des eigenen Landes opfern würde, um Kriegsverbrecher zu schützen. Medial spielen Palästinenser nur eine marginale Rolle Tatsächlich ist der Gaza-Streifen – und das Westjordanland – nur wenig interessant, solange Palästinenser in keinen allzu großen Zahlen sterben und sie sich nicht mittels Raketenangriffen zu “Wort” melden.
Rob Savelberg hat mir einige Links auf Artikel und Videos geschickt, die als Reaktion zu seiner Frage an die Bundeskanzlerin Angela Merkel erschienen sind. Inzwischen wurde das Video auf youtube mehr als 600.000 Mal aufgerufen, obwohl es daneben auch repliziert wurde. Diverse Videoantworten sind dort zu sehen, unter Anderem ein Radio-Interview bei M94.5:
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Wikipedia spricht vom 7. November als Todestag, aber wen interessiert diese kleine Differenz..
in der ZDF-Mediathek findet sich neuerdings ein Video aus der Sendung ZDF aspekte vom Freitag, den 30.10.2009. Unter dem Titel “Schändliches Schweigen” geht darin eine Frau Anna Bernard angeblich auf “den Fall” der ermordeten Marwa El-Sherbini ein. Wie sie das tut wäre sehr witzig, wenn es denn nicht so traurig gewesen wäre. Erst die Ansage:
Am 1. Juli wurde eine junge Ägypterin im Landgericht Dresden von einem Russlanddeutschen mit 16 Messerstichen ermordet. Danach wurde die Frage gestellt, ob es in Deutschland ein unterschwelliges rassistisches Klima gibt. Diese Frage stellte man sich natürlich auch in der islamischen Welt – vor Allem in Ägypten. Diese Woche hat nun der Prozess gegen den 28-jährigen Angeklagten begonnen – der tobt im Gerichtssaal, schweigt aber in der Sache.
Das nehmen sich scheinbar die Macher dieses Programms zum Motto: Schweigen in der Sache! Aber eins nach dem Anderen. Mit welchen Mitteln des hohen Journalismus möchte die Reporterin nun an den Fall herantreten. Wie wird sie “den Fall Marwa El-Sherbini” behandeln?
Ulli Tückmantel beklagt in der “Rheinischen Post”, “dass in der öffentlichen Debatte immer häufiger Minderheiten bestimmen, wie die Mehrheit über sie sprechen darf.” Dadurch erfolge praktisch eine Einschränkung der Redefreiheit.
Redefreiheit soll hier an bestimmte Benimmregeln geknüpft werden, wie “man” in Deutschland über Minderheiten zu sprechen oder im Zweifelsfall zu schweigen hat.
Das Dilemma besteht nach Herrn Tückmantel darin, dass die Provokation vonnöten wäre, um überhaupt gehört zu werden. Dies müsse erlaubt sein, auch wenn (oder gerade wenn) von der angesprochenen Minderheit ((er spricht quasi-konkret aber eigentlich vollkommen schwammig “weite Teile der muslimischen Bevölkerung in Deutschland” an)) stets “reflexartige Reaktion[en] des Beleidigtseins” kommen. Ohne die Provokation würde ja keiner die Kritik wahrnehmen.
Die Obszönität dieser Relativierungen der Redefreiheit liegt darin, dass Sarrazin überhaupt gar nicht gehört worden wäre, wenn er seine Äußerungen nicht in klarer, deutscher Prosa getan hätte.
Ich schlage vor: Wir richten einen “Thilo-Sarrazin”-Monat ein!
Dieser Artikel ist im Original im Englischen auf huffingtonpost.com erschienen. Dean Obeidallah ist seit dem 11. September ein Comedian, der in den USA aufgewachsen ist.
Nicht nur sind Muslime auf dem Vormarsch, sie möchten sogar Amerika ((lies: Deutschland, Frankreich, Europa …)) übernehmen! Zumindest ist es das, was vier republikanische Abgeordnete Kongressabgeordnete heute behauptet haben.
Fünfzehn Journalisten haben siebzehn Thesen zum Funktionieren von Journalismus im Medium Internet veröffentlicht. Hier sind sie zusammengefasst:
Das Internet ist anders.
Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Das Internet ist der Sieg der Information.
Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
Das Netz verlangt Vernetzung.
Links lohnen, Zitate zieren.
Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs.
Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
Tradition ist kein Geschäftsmodell.
Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
Das Internet kennt viele Währungen.
Was im Netz ist, bleibt im Netz.
Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
Alle für alle.
Jetzt, wo ich mehr drüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich einigen Aussagen – die sehr optimisitisch auf das Internet schauen – nicht ganz zustimmen würde…