Der “Verfahrensfehler” in der Beweisaufnahme für den Fall gegen die Ex-Mitarbeiter von Blackwater in den USA bestand in der Androhung von Jobverlust! Jobverlust! Der Rechtsstaat USA sieht vor, dass eine unter Druck erwirkte Aussage nicht vor Gericht verwendet darf, deshalb kann der Fall nicht weiter bearbeitet werden (die Zeugenaussagen sind da vollkommen irrelevant offensichtlich!). Es ist schon komisch, wann so ein Rechtsstaat überhaupt bedient wird…
Das Urteil – lebenslänglich “unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld” – gegen den Mörder von Marwa El-Sherbini, das gestern gefällt wurde, war nicht überraschend, sondern höchstens beruhigend. Beruhigend finde ich auch die Aussage der Richterin zum Urteil und der öffentlichen Aufmerksamkeit:
Die Vorsitzende Richterin Brigitte Wiegand betonte, die internationale öffentliche Aufmerksamkeit, die dieses Verbrechen erregt hatte, habe zwar den Ablauf des Verfahrens, nicht aber das Urteil beeinflusst: “Es wurde nicht für Moslems gesprochen, auch nicht für ägyptische Rechtsanwälte”, sagte sie. Sie spielte damit auf den Vorsitzenden der ägyptischen Anwaltskammer, Hamdi Khalifa, an, der “im Namen von mehr als einer halben Million arabischer Anwälte” die Höchststrafe gefordert hatte.
Ich bin mir derzeit nicht im Klaren, ob die Ermittlungen gegen den Polizisten auch abgeschlossen sind, der den Ehemann von El-Sherbini, Elwy Ali Okaz, angeschossen hatte.
Die üblichen Gruppierungen rund um Pierre Vogel verschicken wieder Emails, nachdem die Schamfrist nach ihrem Debakel um den Fall der fünffachen Mutter Natalie Bracht scheinbar abgelaufen ist. Diesmal geht es um den Prozess des Mörders von Marwa El-Sherbini, der in der letzten Woche anlief und wohl bis Mitte diesen Monats zuende gebracht wird. In der Email wird zur Massenversammlung vor dem Gericht in Dresden aufgerufen, was ich zum Anlass nehme, mal Beweggründe zu hinterfragen.
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in der ZDF-Mediathek findet sich neuerdings ein Video aus der Sendung ZDF aspekte vom Freitag, den 30.10.2009. Unter dem Titel “Schändliches Schweigen” geht darin eine Frau Anna Bernard angeblich auf “den Fall” der ermordeten Marwa El-Sherbini ein. Wie sie das tut wäre sehr witzig, wenn es denn nicht so traurig gewesen wäre. Erst die Ansage:
Am 1. Juli wurde eine junge Ägypterin im Landgericht Dresden von einem Russlanddeutschen mit 16 Messerstichen ermordet. Danach wurde die Frage gestellt, ob es in Deutschland ein unterschwelliges rassistisches Klima gibt. Diese Frage stellte man sich natürlich auch in der islamischen Welt – vor Allem in Ägypten. Diese Woche hat nun der Prozess gegen den 28-jährigen Angeklagten begonnen – der tobt im Gerichtssaal, schweigt aber in der Sache.
Das nehmen sich scheinbar die Macher dieses Programms zum Motto: Schweigen in der Sache! Aber eins nach dem Anderen. Mit welchen Mitteln des hohen Journalismus möchte die Reporterin nun an den Fall herantreten. Wie wird sie “den Fall Marwa El-Sherbini” behandeln?
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Heute jährt sich der Terrorfahnder-Einsatz in Hamwiede zum zweiten Mal, mit dem die Kriminalpolizei Walsrode unsere Flitterwoche am 25.10.2007 unterbrochen hatte. Nachlesen lässt sich das ganze im Detail bei Kathrin. Vor etwa einem Jahr hatte ich alles Neuere soweit zusammengefasst. Im letzten Jahr ging es den Gerichten – und der Polizeidirektion – darum, uns mit [...]
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Vor zwei Wochen hatte der Anwalt von Alex W. im Mordfall an Marwa El-Sherbini die Verlegung des Prozesses in ein anderes Gericht gefordert. Begründung war: Er sieht eine „besondere Situation“, weil die im Prozess auftretenden Zeugen den Richtern persönlich bekannt seien, sagte der Dresdner Rechtsanwalt Michael Sturm am Dienstag dem Tagesspiegel. Dies begründe Umstände „knapp [...]