Gestern und heute fand die “Kritische Islamkonferenz 2008″ mit dem Titel “Aufklären statt verschleiern!” in Köln statt. Veranstalter war der “Zentralrat der Ex-Muslime e.V.” zusammen mit anderen Organisationen. Eine Abschlusserklärung, die schon vorher fertig sein musste, steht bereits online. Die darin verfassten Ansichten beinhalten keine Überraschungen:
Islam ist demnach – das scheinen die werten Damen und Herren durch langjährige Studie und entgegen ihrer eigenen Hypothesen bewiesen bekommen zu haben – “eine Politreligion mit Doppelgesicht, eine religiös überhöhte, vormoderne Vorschriftenlehre, die sämtliche gesellschaftlichen Bereiche zu regulieren beansprucht und die der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen entgegensteht”.
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Kommentare (11)
Vor nicht allzu langer Zeit hat die Niederlande einen Integrationstest eingeführt, für dessen Vorbereitung ein potenzieller Neubürger (u.a.) Bilder von nackt badenden Frauen zu sehen bekam. Die Aufnahmen und deren Verbreitung wurden als niederländische Kultur verteidigt und das “Recht” einer Frau auf Entkleidung unmissverständlich klargestellt. Nun lese ich heute in der HAZ, dass sich niederländische [...]
Zwei islamische Organisationen, die “Islamic Social Services Association, Inc” (ISSA) und “Women in Islam, Inc” haben mit der Unterstützung von fünf grossen amerikanischen und kanadischen islamischen Dachverbänden und Organisationen ein Informationsblatt für Moscheevereine herausgebracht, das darauf drängt, muslimischen Frauen den Zugang zur Arbeit in Moscheen nicht länger zu verweigern. [1,2] Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass Frauen in führende Positionen oder Positionen mit besonderer Verantwortung gewählt werden können.
Einen Aspekt der Reportagen zu Amina Wadud, habe ich versäumt anzusprechen: Es wird davon ausgegangen, dass Amina Wadud für die muslimischen Frauen spricht und dass es keine weiblichen Stimmen im Islam gäbe. Sie selbst fordert, dass mehr Frauen bei der “Reformierung” des Islams mitmachen sollen. Dass Frauen im Islam – sowohl auf theologischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene – gut vertreten sind, braucht man nicht dadurch zu beweisen, dass ein sehr grosser Teil der überlieferungen des Propheten erst durch seine Ehefrauen an uns herangetragen wurden. Auch heute gibt es zahlreiche weibliche islamische Gelehrte, die mitdiskutieren und auch antworten. Ein Beispiel ist auf islamonline.net abgedruckt worden, das ich auf die Schnelle zu übersetzen versucht habe. An manchen Stellen klingt der Text ein wenig stelzig, das bitte ich zu verzeihen – ich bin nicht der beste übersetzer! Hier also der Text von Frau Yasmin Mogahed (Mitglied bei “Ask About Islam” und wohnhaft in Wisconsin, USA):
“Was wir so häufig vergessen ist, daß Gott Frauen geehrt hat, indem er ihnen Wert bezogen auf einen Gott – nicht auf Männer gab. Aber, da der westliche Feminismus Gott von der Szene löscht, gibt es keinen Standard ausser Männer. Infolgedessen wird die westliche Feministin gezwungen, ihren Wert in Bezug auf einen Mann zu finden. Und damit hat sie eine fehlerhafte Annahme gemacht. Sie hat angenommen, daß Mann die Messrichtlinie darstellt, und folglich kann eine Frau nie ein volles menschliches Wesen sein, bis sie wie ein Mann – dem Standard – wird.
Der Spiegel u.a. berichtete über Amina Wadud und das Freitagsgebet, in dem sie in New York vorgebetet hat. Was als eine religiöse Bewegung dargestellt wird, ist aber eher ein politischer Schach-Matt-Versuch. Alle Muslime, die nicht mit Frau Wadud sind, müssen nun ganz klar gegen Frauenrechte sein – oder?